Warum zum teuren Dispo greifen? Tipps zur cleveren Startup-Finanzierung

Wirtschaft

© Foto: fotolia©Andrey Popov (#102564437)

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Du hast eine clevere Geschäftsidee und willst dich selbständig machen? Und vielleicht liegen auch schon konkrete Konzepte oder gar ein fertiger Businessplan in der Schublade? Dumm nur, wenn dir das nötige Startkapital dann zur Umsetzung fehlt.

Dabei ist nicht immer gleich der Gang zur Hausbank ein kluger Ratgeber. Denn Banken lassen sich mangelnde Bonitäten oder fehlende Sicherheiten in der Regel mit nicht unerheblichen Aufschlägen am Zinsmarkt teuer bezahlen – vom gerne allzu schnell gewährten Dispozins ganz zu schweigen, bei dem alleine die Bank als alleiniger Profiteur aus dem Ring geht. Es geht auch anders und vor allem: günstiger.

Risiko mit ungewissem Ausgang

Obwohl es, wie noch vor Jahren üblich, mittlerweile vergleichsweise einer weit geringeren finanziellen Ausstattung bedarf, um ein Startup über die heiklen ersten Jahre in sicheres Fahrwasser hinüberzuretten, überlebt nur rund jede dritte Unternehmens-Neugründung die ersten drei Jahre - und gar nur jedes zweite Startup die ersten fünf Jahre.

Hauptgrund hierfür liegt meist im mangelnden soliden Haushalten der ohnehin knappen zur Verfügung stehenden Geldmittel – besonders auch dann, wenn auf das falsche (Kredit-)Pferd gesetzt wurde. Gerade, wenn Finanzspritzen herhalten müssen, was bei Existenzgründungen die Regel ist, gilt es, die richtige Wahl bei der Finanzierung zu treffen.

Dabei genießen Startups gerade in heutiger Zeit den unschätzbaren Vorteil, aus einer Fülle an Finanzierungsoptionen die richtige Wahl treffen zu können, die es so vor Jahrzehnten noch nicht gab.

Kreditmarkt nicht alternativlos

Neben den Klassikern einer Fest-, LIBOR- oder variablen Hypothek, die vor dem Hintergrund der anhaltenden und nachhaltigen Niedrigzinsphase gerade im Festzins-Segment mit einem hohen Maß an Sicherheit punkten können, haben sich diverse Konsum- und Ratenkredite in ihrem Sog gleichfalls verbilligt.

Was Sparer ärgert, freut Kreditnehmer: Ratenkredite mit Festzins-Vereinbarungen bieten Existenzgründern ausreichend Absicherung gegen potentielle Zinserhöhungen und sind zudem preiswert geworden.

So musste noch vor Ausbruch der Finanzkrise etwa für einen Ratenkredit über 10.000 Euro bei 36-monatiger Laufzeit im Schnitt noch über acht Prozent Zinsen auf den Tisch geblättert werden, heute sind es gerade mal noch etwas über vier Prozent.

Auch eigens auf die Bedürfnisse von Selbständigen hin ausgerichtete Kredittarife sind interessant - wenngleich die Angebote der Banken, wie www.blitz-kredite.com zu dem Thema ausführt, in dem Segment noch immer nicht besonders breit gestreut sind.

Nichtsdestotrotz warten weitere Kredit-Alternativen selbst auf Schufa-vorbelastete Existenzgründer, eine zündende Geschäftsidee und ein vielversprechendes Geschäftsmodell vorausgesetzt.

So verzichtet eine Reihe von Kreditgebern am Markt im Rahmen der Bonitätsprüfung mittlerweile bewusst auf eine Schufa-Einsicht, der bewilligte Kredit wird auch nicht in die Schufa eingetragen.

Um stärker von sich verändernden Marktbedingungen profitieren zu können, greifen Existenzgründer zunehmend auch auf flexible Hypotheken mit variablen Zinsfestschreibungsfristen von etwa fünf bis zu 20 Jahren zurück. Dabei sind Laufzeiten und Kündigungsmöglichkeiten ebenfalls individuell und flexibel anpassbar. Auch spielt hier die Frage nach Bonität eine vergleichsweise weitaus geringere Rolle als bei Festzins-Modellen.

Crowdfunding und Crowdinvesting

Crowdfunding-Modelle laufen über eigene Portale ab, auf denen Startup-Unternehmer ihr Projekt beziehungsweise ihr Geschäftsmodell veröffentlichen. Zudem können Startups die dringend benötigte Kapitalsumme inklusive Gegenleistungen direkt anzeigen lassen und eine Spendersuche in Gang setzen.

Ihre Hoffnung: Potentielle Geldgeber werden via soziale Netzwerke und diverse Blogs auf das zu unterstützende Projekt aufmerksam. In Folge bildet sich ein Fan- beziehungsweise Spenderkreis aus, der innerhalb einer vorab fixierten Zeitspanne die anvisierte Spende-Summe zusammenträgt. Ist die Zielsumme mithilfe einer Reihe von individuellen Einzelspenden erreicht, kann das Startkapital an den Ideengeber fließen und das Projekt gestartet werden.

Dafür erhalten die Kreditgeber üblicherweise eine gewisse Gegenleistung, etwa in Form einer kleinen materiellen Aufmerksamkeit als Dankeschön. Sie steht meist in irgendeiner Form thematisch mit der Existenzgründung in Zusammenhang.

Auch liefern Umfang und Höhe der gesammelten Spendengelder Existenzgründern erste marktanalytische Einblicke in das künftig zu erwartende Potential ihrer geplanten Produkte und Dienstleistungen.

Und: Nicht selten werden die meist privaten Geldgeber auf diese Weise mittel- bis langfristig zu festen Kunden, da ja auch nur bei ausreichend großem Interesse an der Geschäftsidee die Darlehensbereitschaft entsprechend ausfällt.

Die Business-Angels – Vernetzte Geldmacht

Wer höhere Einflussnahme von Kreditgebern auf eigene Unternehmenspolitik sowie vertraglich vereinbarte Kontroll- und Mitspracherechte nicht scheut, kann sich auf der Suche nach Kapital auch einem Netzwerk sogenannter „Engel der Wirtschaft“ anvertrauen.

Meist handelt es sich bei den Business Angels selbst um Geschäftsleute, die bereit sind, aus Überzeugung innovative Geschäftsideen durch Vergabe von Kapitalspritzen anzustoßen und zu fördern. Im Gegenzug sichern sich die Geldgeber durch großzügige Mitspracherechte bei Unternehmensentscheidungen vor gemeinhin als hoch eingeschätzte Risiken für Existenzgründer gerade in der Gründungs- und Startphase ab.

Nach Einsicht in die entsprechenden Geschäftspläne sind sie nicht nur bereit, Geld zu verleihen, sondern auf Grund ihrer eigenen Expertise mit Rat und Tat zu einem gelungenen Neustart zur Seite zu stehen.

Dabei ist ihr Engagement branchenüblich meist auf wenige Jahre limitiert - mit der Zielvorgabe, die Gewinne abzuschöpfen und sich spätestens nach rund sieben Jahren aus dem Kapitalgeschäft zurückzuziehen.

Profitabel wird das Abschöpfen durch einen Verkauf ihrer an der Börse gestiegenen Anteile. Auch eine Veräußerung von Firmenanteilen an Konkurrenzunternehmen oder fallweise auch an die Gründer selbst ist nicht unüblich und verspricht Aussicht auf entsprechend hohen Ertrag.

Er ist gerade bei den Business Angels oftmals nicht unerheblich, da sie im Gegensatz zu Venture Capital Gesellschaften etwa, die ihren Schwerpunkt eher auf Wachstumsfinanzierung legen, schon früh in Startups mit eher geringen Kapitalsummen einsteigen.

Institutionelles Risikokapital - Venture Capital

Jene Venture Capital Gesellschaften sind bekannt dafür, vorwiegend technologieorientierten, innovativen und hohe Wachstumsmargen versprechenden Jungunternehmen finanzielle Hilfe zur Selbsthilfe in Form von eigens errichteten Fonds anzubieten.

Venture-Capitalists“ finanzieren junge Unternehmen in einem hochriskanten Umfeld auch dann, wenn die Aussicht auf vorzeitiges Scheitern droht.

Vor dem Hintergrund wählen Geldgeber ihre Investments entsprechend umsichtig aus. Das investierte Kapital wird von den Kreditgebern weniger als ein Kredit als solcher, als vielmehr eine Art von Entwicklungshilfe verstanden.

Auch hier sichern sich die Geldgeber im Gegensatz durch höhere Einflussnahme auf Management-Entscheidungen des Startups ab. Auch wenn in den meisten Fällen die Venture Capital Gesellschaft nur eine Minderheitsbeteiligung eingeht, so erhält sie doch vertraglich vereinbarte Kontroll- und Mitspracherechte.

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