NABU: Tiere unterwegs zu Laichgewässern: Autofahrer müssen Rücksicht nehmen

Verkehr

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 16.03.2018)

Die ersten, vereinzelten Amphibien, überwiegend Erdkröten, sind in Hamburg bereits aus ihrer Winterstarre erwacht und haben sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern gemacht. Durch den erneuten Kälteeinbruch rechnen die NABU-Experten aber erst Ende März mit dem Beginn der Massenwanderung von Fröschen, Kröten und Molchen. Je nach Wetterlage kann sich dies bis in die zweite Hälfte des Aprils hinziehen.

"Die Tiere benötigen einen längeren Zeitraum mit Temperaturen von über 5°C in den Abendstunden", erklärt Benjamin Harders, Leiter der NABU-Fachgruppe Amphibien- und Reptilienschutz. "Und auch nachts muss die Temperatur über den Gefrierpunkt liegen."

Besonders viele Arten machen sich in milden Nächten mit leichten Regen auf zu ihren Laichgewässern und legen dabei Strecken von bis zu zwei Kilometern zurück. Ein gefahrvoller Weg, denn sie müssen auf ihrer Wanderung viele Straßen überqueren und kommen dabei buchstäblich unter die Räder. Für den Amphibienbestand sind diese Verluste tragisch, da, mit Ausnahme der Erdkröte, alle in Hamburg vorkommenden Amphibienarten als gefährdet gelten und auf der Roten Liste stehen.

Zum Schutz der Tiere bauen in diesen Tagen NABU-Gruppen in zahlreichen Hamburger Stadtteilen Schutzzäune auf. Unter anderem: Neugraben-Fischbek (Falkenbergsweg), Niendorf (Niendorfer Gehege) Bergedorf, Volksdorf (Moorredder), Othmarschen (Holztwiete), Blankenese (Falkensteiner Ufer),Ohlsdorf (Mittelallee), Schnelsen (Bönningstedter / Schnelsener Weg) und Schenefeld (Uetersener Weg). Entlang der Zäune graben die NABU-Aktiven Eimer im Boden ein, die die Tiere auffangen. Während des gesamten Zeitraums der Laichwanderung werden diese Eimer täglich über die Straße getragen, geleert und die geretteten Tiere gezählt.

Für die Dauer der Amphibienwanderung bittet der NABU Autofahrer um besondere Rücksicht. Frösche, Kröten und Molche sterben nicht nur durch das direkte Überrollen unter den Autoreifen. Auch der geschwindigkeitsabhängige Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn tötet sie. Autofahrer sollten deshalb auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen Tempo 30 nicht überschreiten, um den Druck gering zu halten und die Überlebenschance der wandernden Tiere zu erhöhen. Eine Übersicht, wo Amphibien in Hamburg wandern ist auf der Website des NABU Hamburg unter www.NABU-Hamburg.de/amphibienwanderung zu finden.

Anzeige