Kfz-Versicherungen: Schützen Sie sich vor Mogeleien

Verkehr

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 19.11.2013)

Kfz-Versicherung ist längst nicht gleich Kfz-Versicherung. Tarifbestimmungen und Versicherungsgebühren sind grundverschieden und richten sich nach den Fahrgewohnheiten und den äußeren Umständen der Fahrzeughalter. Dies bietet den Vorteil, dass die Versicherungsleistungen individuell auf die Bedürfnisse der Versicherungsnehmer angepasst werden können. Immer wieder verleiten jedoch potenzielle Vergünstigungen die Versicherungsnehmer dazu, falsche Angaben zu machen. Diese Mogeleien können im Ernstfall teuer abgestraft werden.

Anzahl der Fahrer, Kilometerstand, Garagenstellplatz? – Viele Halter nehmen es nicht so genau

Jeder Versicherungsnehmer, der sich über die unterschiedlichen Versicherungstarife informiert hat, kann feststellen, dass die Versicherungstarife immer dann, wenn die Option besteht, dass auch Fahranfänger unter 21 Jahren das zu versichernde Auto fahren dürfen, die jährlichen Gebühren in die Höhe schnellen. Autos, die ausschließlich von Fahrern über 21 Jahren gefahren werden, können im Vergleich deutlich günstiger versichert werden. Diese Gegebenheiten veranlassen die Fahrzeughalter nicht selten dazu, bei den Angaben zu den Fahrern ein wenig zu schummeln. Im Schadensfall kann dies jedoch weitreichende Konsequenzen haben, über die sich jeder bewusst sein sollte. Der Gesetzgeber verpflichtet die Kfz-Versicherungen durch das sogenannte Pflichtversicherungsgesetz zwar dazu, auch für Schäden aufzukommen, bei denen die Vertrags- und Versicherungsbedingungen seitens der Versicherungsnehmer nicht eingehalten worden sind, jedoch sind die Versicherungen berechtigt, sich die Kosten von den Versicherungsnehmern zurück zu holen. Da dies meist mit einem aufwändigen Rechtsstreit verbunden ist, kann die Summe der entstehenden Kosten die des Schadens bei Weitem übersteigen.

Auch der Garagenplatz ist ein Kriterium, bei dem es die Versicherungsnehmer mit ihren Angaben nicht so genau nehmen, obwohl eine Garage per Definition in den Versicherungsbedingungen klar und eindeutig geregelt ist: Fahrzeughalter, die einen Versicherungstarif für Garagenfahrzeuge abschließen, sollten gewährleisten können, dass ihr Fahrzeug regelmäßig über Nacht in einer Garage oder einer anschließbaren garagenähnlichen Räumlichkeit geparkt wird. Im Schadensfall ist der Versicherungsnehmer in der Beweispflicht. Sollte sich herausstellen, dass das Fahrzeug gar nicht – wie in den Versicherungsbedingungen vorgesehen – in einer Garage untergebracht ist, kann die Versicherung auch hier eine Nachzahlung oder gar eine Vertragsstrafe verhängen, die den Versicherungsnehmer unterm Strich wohl deutlich teurer zu stehen kommen dürfte. Zwar kommt es in der Praxis eher selten zu den sogenannten Vertragsstrafen, viele Versicherungen behalten sich diese Option laut der gültigen Versicherungsbedingungen aber durchaus vor.

Ausnahmen bestätigen die Regel – das gilt auch für die Versicherungsbedingungen

Wie bei allem, gibt es auch bei den Versicherungsbedingungen Ausnahmeregelungen. Selbstverständlich darf der Fahrzeughalter den Fahrersitz für Werkstattmitarbeiter räumen, um diesen zum Beispiel eine Probefahrt zu ermöglichen. Auch dann, wenn der eigentliche Fahrer sich aus gesundheitlichen Gründen plötzlich nicht mehr in der Lage fühlt, das Auto sicher im Straßenverkehr zu bewegen, darf er das Steuer an einen Fahrer unter 21 Jahren übergeben, auch wenn dies die Versicherungsklauseln generell untersagen. Natürlich muss am jährlichen Urlaubsort auch keine Garage zur Verfügung stehen, um den in den Versicherungsbestimmungen genannten Garagenstellplatz zu gewährleisten.

Als Richtschnur gilt stets: Der Fahrzeughalter sollte den in den Versicherungsbedingungen festgelegten Vereinbarungen und Bestimmungen im Grundsatz gerecht werden. Sollte sich etwas ändern, können die Versicherungstarife jederzeit den individuellen Veränderungen angepasst werden. Übrigens: Dies kann auch zum finanziellen Vorteil des Versicherungsnehmers geschehen: Sollten Sie die festgesetzte maximale jährliche Laufleistung deutlich unterboten haben, gibt es mit etwas Glück einen Teilbetrag zurückerstattet.

Bildquelle: Autofahren © flickr.com/ Günter Hentschel

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