Wechseljahre – Fit ins "neue" Leben

Gesundheit & Lebenshilfe

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 08.03.2013)

Für viele Frauen gehen die Wechseljahre sowohl mit seelischen als auch körperlichen Veränderungen einher. Stärke und Häufigkeit der Beschwerden sind individuell unterschiedlich. Hitzewallungen und Schlafstörungen plagen am meisten.

Der Begriff "Wechseljahre" bezeichnet die Zeit der hormonellen Umstellung vor und nach der Menopause. Während dieser Zeit können die Spiegel an Östrogen, Progesteron und anderen Hormonen stark schwanken und entsprechende Unregelmäßigkeiten hervorrufen. Ein erstes Zeichen für den Beginn der Wechseljahre ist, dass der Zyklus unregelmäßiger wird. Erste Zyklusschwankungen, die auf eine nachlassende Eierstockfunktion zurückzuführen sind, treten bei den meisten Frauen bereits zwischen 40 und 45 Jahren auf.

Regelmäßig Sport treiben

Auch andere Begleiterscheinungen wie Gereiztheit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen sind Anzeichen beginnender Wechseljahre. Dr. Christian Albring, niedergelassener Gynäkologe aus Hannover: "Wir empfehlen Frauen, in dieser Phase möglicht viel körperliche Bewegung und Sport zu treiben. Sport hilft dabei, das Gewicht zu halten und eben das psychische Wohlbefinden zu steigern". Ist durch diese einfachen Maßnahmen keine ausreichende Besserung der Beschwerden zu erzielen oder schränken andere Symptome wie Scheidentrockenheit, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen die Lebensqualität weiter ein, kann die Einnahme von Hormonen sinnvoll sein. Bei entsprechenden Beschwerden sollten Frauen möglichst bald einen Frauenarzt aufsuchen, der in einem ausführlichen Gespräch und nach einer körperlichen Untersuchung die notwendige Therapie, eventuell auch eine Hormontherapie, mit Ihnen abstimmen wird.

Hitzewallungen lindern

Die meisten Frauen fühlen sich ihnen hilflos ausgeliefert. Aber man kann Situationen und Dinge meiden, die Hitzewallungen auslösen. Betroffene Frauen können beobachten, welche Faktoren bei ihnen die Symptome hervorrufen und versuchen, diese zu vermeiden. Begünstigt wird das Auftreten von Hitzewallungen und Schweißausbrüchen insbesondere durch Situationen und Umstände, durch die sich die Blutgefäße erweitern. Typische Auslöser hierfür können Wärme, Heißgetränke sowie der Genuss von Alkohol oder Koffein sein. Bei manchen Frauen tragen darüber hinaus schwer verdauliche oder stark gewürzte Speisen zu Wallungen bei", erklärt der Frauenarzt Dr. Christian Albring. Auch in Stress- und Belastungssituationen reagieren Frauen empfindlich, weil vermehrt Stresshormone ausgeschieden werden, die den Blutdruck erhöhen, Herzklopfen verursachen und zu Hitzewallungen führen können.

Blutgefäße trainieren

Um mit Hitzezuständen besser umgehen zu lernen, können Betroffene ihren Organismus ein Stück weit darauf trainieren. "Mit Hilfe von Wechselduschen oder -bädern sowie regelmäßiger körperlicher Aktivität können die Blutgefäße trainiert und seelische Anspannungen abgebaut werden. Günstig ist ebenfalls, Hitzewallungen und Schweißausbrüchen mit Gelassenheit zu begegnen, um die Symptome nicht zu verstärken", rät Dr. Albring. "Neben Ausdauersportarten haben sich das Erlernen von Entspannungsmethoden wie z. B. autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung nach Jacobson bei der Linderung von Wechseljahresbeschwerden bewährt." Ist durch diese einfachen Maßnahmen keine ausreichende Besserung der Beschwerden zu erzielen oder schränken andere Symptome wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Juckreiz im Scheidenbereich die Lebensqualität ein, so sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer sogenannten vaginalen Atrophie (Rückbildungserscheinung), die durch den Östrogenmangel bedingt ist. Der Arzt wird dann meist eine lokal wirksame Hormontherapie verschreiben.

Natürliche Wirkstoffe

Und was hilft sonst noch gegen die Beschwerden? Auch Präparate mit pflanzlichen Wirkstoffen können akute Beschwerden lindern helfen. Besonders wirksam sind dabei Phytoöstrogene (Isoflavone), Pflanzenhormone aus Rotklee oder Extrakte aus den Wurzeln der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), dem Wilden Yams oder aus grünem Tee. Soja-Isoflavone reduzieren Hitzewallungen und wirken positiv auf Herz-Kreislauf-Funktionen und den Knochenstoffwechsel. Bei depressiven Verstimmungen, Angst und nervöser Unruhe helfen Johanniskrautpräparate.

Knoblauch und Vitamin E dienen zur Vorbeugung von Arteriosklerose und gegen erhöhte Blutfettwerte. Weißdorn-Extrakt, Magnesium und Coenzym Q10 unterstützen den Herz- und Gefäßstoffwechsel. Zusätzlich können weitere Mikronährstoffe, individuell und optimal abgestimmt auf die Bedürfnisse der einzelnen Frau, auf natürliche Weise unterstützen. Besonders B-Vitamine sind dabei wichtig. Vitamin E wirkt aggressiven Stoffwechselprozessen entgegen,
die gerade auch durch den Hormonabfall verursacht werden. Zur Osteoporose-Vorbeugung sind Calcium und Vitamin D entscheidend. Silizium stimuliert die Kollagen-Bildung und ist zusammen mit den B-Vitaminen ebenfalls an einem gesunden Knochenstoffwechsel beteiligt.

Quelle: Apothekenjournal für die Frau / www.pharma-medien.de

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