Das Leben nach dem Beruf

Gesundheit & Lebenshilfe

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 19.10.2015)

Sie blicken auf ein langes Arbeitsleben zurück und freuen sich auf Ihren Ruhestand? Ob Sie nach Ihrer Regelarbeitszeit in Rente gehen, den Vorruhestand in Erwägung ziehen oder sich bereits Gedanken über Ihre Freizeit machen, sicher ist: Ihr kommender Lebensabschnitt wird Veränderungen mit sich bringen. Hier finden Sie Wissenswertes für eine aktive Zeit ohne Arbeitsalltag.

So geht's früher in die Rente

Wer die Arbeitswelt vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Renteneintrittsalter verlassen möchte, kann den Vorruhestand bei seinem Rentenversicherungsträger, z. B. bei der DRV Nord (Deutsche Rentenversicherung), dem DRV Bund oder der DRV Knappschaft-Bahn-See beantragen. Wer in Altersteilzeit gehen möchte, sollte sich an seinen Vorgesetzten, die Personalabteilung oder den Betriebsrat wenden.

Der Vorruhestand (entsprechend vor dem 67. Lebensjahr) ist u. a. möglich für:

  • Langjährig Versicherte (mind. 35 Jahre)
  • Versicherte, die 45 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben, können weiterhin mit 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen. (Hinzugezählt werden auch Zeiten der Kindererziehung (bis zum 10. Lebensjahr). Nicht berücksichtigt werden Zeiten der Arbeitslosigkeit
  • Für schwerbehinderte Menschen steigt das Rentenalter ab Jahrgang 1952 stufenweise von 63 auf 65 Jahre. Die Rente ist ab 62 möglich (Abzüge von 0,3 % pro Monat, Anstieg bis zu 10,8 %). Vertrauensschutz gibt es für Versicherte, die vor dem 17. November 1950 geboren sind und spätestens am 16. November 2000 anerkannt schwerbehindert waren. Sie können weiterhin mit 60 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen.

Beim Vorruhestand gilt zu beachten:

  • Beitragszahlungen in die Rentenversicherung enden (Auswirkungen auf die Rentenhöhe)
  • Rentenabschläge werden fällig und die Rente wird monatlich um 0,3 % gekürzt
  • Wer mit einem Minijob seine Rente aufbessern möchte, muss die Hinzuverdienstgrenzen des zusätzlichen Verdienstes einhalten

Teilrente:

Im Fall des Vorruhestandes besteht weiterhin die Möglichkeit, Teilrente in Betracht zu ziehen. Dadurch werden dauerhaft die Rentenabschläge gesenkt. Es können ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der vorzeitigen Altersrente ausgezahlt und durch Teilzeitarbeit ausgeglichen werden. Mit diesem Modell liegt auch die Hinzuverdienstgrenze höher. Weitere Informationen, Beratung und Kalkulationen erhalten Sie von der Auskunfts- und Bearbeitungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.

Fakten zur Rente

Die Wahl des Renteneintrittsjahres und der Rentenart sollte bereits vor dem 60. Lebensjahr geplant werden. Es besteht die Option, bereits vor der Regelaltersrente eine sogenannte vorgezogene Altersrente in Anspruch zu nehmen. Der Regelaltersrentenbeginn ist je nach Jahrgang unterschiedlich. Beispielsweise könnte jeder aus dem Jahrgang 1952 mit 65,5 Jahren in die Regelaltersrente gehen. Die Jahrgänge ab 1964 hingegen können erst mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen. Wann der Regelaltersrentenbeginn ist, kann der Renteninformation entnommen werden. Diese wird durch die Deutsche Rentenversicherung jedes Jahr an alle Versicherten verschickt.

Tipps für den bevorstehenden Ruhestand

Lassen Sie sich beraten! Jeder, der in seinem Arbeitsleben Veränderungen unterlag (arbeitslos, Elternzeit usw.) sollte sich diesbezüglich von der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen. Diese prüft, ob alle Zeiten der Ausbildung und Erwerbstätigkeit belegt werden können (d.h. Kontenklärung). Ab dem 17. Lebensjahr sollten Tätigkeiten wie Studium, Ausbildung, Arbeit oder Arbeitslosigkeit belegbar sein. Die Aufbewahrungsfrist für Nachweise der genannten Tätigkeiten beträgt 10 Jahre. Der Rentenantrag muss persönlich und mindestens drei Monate vor Beginn der Rente gestellt werden.

Folgende Unterlagen sind mitzubringen:

  • Personalausweis
  • Krankenkassenkarte
  • Kontoverbindung
  • Steuerliche Identifikationsnummer
  • Letzte Rentenauskunft
  • Väter müssen auch die Geburtsurkunde ihres Kindes mitbringen

Gut zu wissen:

  • Wer im europäischen Ausland gearbeitet oder gelernt hat, kann sich diese Zeit auch in Deutschland anrechnen lassen
  • Privat Versicherte beantragen ihren Beitragszuschuss
  • Auch die letzten Monate zwischen Antrag und Rentenbeginn müssen belegt werden. Ändert sich das Monatsgehalt, durch z. B. Gratifikationen, stellt ihm der Arbeitgeber eine Vorabbescheinigung über das Gehalt aus. Verändert sich nichts, wird das Monatsgehalt automatisch hochgerechnet
  • In bestimmten Fällen kann Grundsicherung und Wohngeld bei den zuständigen Sozialbehörden beantragt werden
  • Der Bezug zusätzlicher finanzieller Einnahmen ist unbegrenzt neben der Regelaltersrente möglich
  • Wer länger arbeiten und die Regelaltersrente später beantragen möchte, kann den Rentenbeginn hinausschieben. Vorteil: die Regelaltersrente steigt für jeden Monat des Verzichts um 0,5 %

Deutsche Rentenversicherung

Auskunfts- & Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung
22159, Friedrich-Ebert-Damm 245, Telefon 0 40/5 30 00
20359, Millerntorplatz 1, Telefon 08 00/1 00 04 80 22 oder 0 40/3 48 91-2 50 60
E-Mail beratungsstelle-in-hamburg@drv-nord.de, www.deutsche-rentenversicherung.de

Senioren fühlen sich so jung wie nie zuvor

Die Generation 60+ ist heute vielfach gesünder, aktiver und fühlt sich jünger als je zuvor. Die Vorstellung, dass alte Menschen zwangsläufig passiv und gebrechlich sind, ist längst veraltet. Laut einer GfK-Studie sind die häufigsten Aktivitäten der Senioren einkaufen, an Ausflügen teilnehmen, Freunde und Verwandte besuchen, zum Arzt gehen und sich in Vereinen und Gruppen zu engagieren. Außerdem kaufen immer mehr ältere Menschen im Internet ein. Rund 40 % der 50- bis 69-Jährigen ordern im Internet Mietwagen, Computer, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. Insgesamt hat sich der Anteil der Senioren, die online einkaufen, seit 2005 fast verdoppelt. Die Konsumforscher sehen ein großes Wachstumspotential für Einkäufe im Internet bei den sogenannten "Silver Surfern".

Die Deutschen werden immer älter

Das Durchschnittsalter der Deutschen liegt derzeit bei ca. 45 Jahren und wird aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Rein statistisch gesehen wird jeder zweite Mann wenigstens 80 Jahre alt, und jede zweite Frau erlebt ihren 85. Geburtstag. Der Anteil der Bevölkerung im Senioren-Alter ist nirgends in Europa so hoch wie in Deutschland. Nach Angaben von Eurostat sind in Deutschland 20,6 % der Menschen 65 Jahre und älter. Bis 2060 soll der Anteil von 65-Jährigen und Älteren auf 33 % ansteigen. In Hamburg leben rund 421.000 Menschen, die 60 Jahre und älter sind und 24 % der Bevölkerung ausmachen (aus: "Älter werden in Hamburg", Hrsg: Freie und Hansestadt Hamburg, Stand: Mai 2012).

Freizeit aktiv gestalten

Ob Computer- oder Sprachkurs, Gesundheits- oder Rehasport – Hamburgs Vereine und Einrichtungen und auch die Volkshochschule halten ein umfangreiches Angebot aus den Bereichen Bildung, Kultur, Kreatives, Literatur, Reisen, Sport und Wissenschaft für die Freizeit- und Ruhestandgestaltung Hamburger Senioren bereit.

Senior-Trainer(in)

Wer seine Lebenserfahrungen aus Familie, Beruf, Ehrenamt und Alltagsleben zum Wohle der Gemeinschaft einbringen möchte, kann beim Seniorenbüro Hamburg e. V. Orientierungskurse buchen oder sich zum Senior-Trainer/in ausbilden lassen.

Aktiv in Hamburg/Seniorenbildung
22769, Alsenstraße 8, Telefon 040/ 91 06 36
E-Mail friedrich@seniorenbildung-hamburg.de, www.seniorenbildung-hamburg.de
Hier werden Sprachkurse und Ausflüge in verschiedenen Stadtteilen und Stätten angeboten.

Die Bildungsdatenbank 55+

Sie informiert über Veranstaltungen, die ältere Menschen interessieren oder sich an diejenigen wenden, die mit Seniorinnen und Senioren zusammenarbeiten. Hier finden Sie Hinweise auf Tagungen, Kurse, Vorträge, Sportgruppen, E-Learning-Angebote, berufliche Weiterbildungsangebote u. v. a. m.
www.wissensdurstig.de

Zeitzeugen gesucht

Die Zeitzeugen wollen Menschen zusammenbringen, die erzählen, zuhören oder schreiben. Gesucht werden daher noch weitere Senioren, die etwas erlebt haben, was Jüngere gar nicht kennen: z. B. Leben ohne Fernseher, Schule mit 50 Kindern in der Klasse. Die Zeitzeugen wollen ihre persönlichen Erfahrungen weitergeben, und sie stellen sich auch den kritischen Fragen der jüngeren Generation. Sie machen "Geschichte von unten" erlebbar.
www.seniorenbuero-hamburg.de

Landes-Seniorenbeirat Hamburg

Der Landes-Seniorenbeirat vertritt die Interessen der über 60-jährigen Hamburgerinnen und Hamburger in der Öffentlichkeit und gegenüber der Verwaltung und Politik. Bei Planungen und Fragen aus Landesebene, die Ältere betreffen, muss der Landes-Seniorenbeirat (LSB) angehört werden. Auf der Ebene der Hamburger Bezirke nimmt ein Bezirks-Seniorenbeirat diese Aufgaben wahr. Ihre Mitglieder nehmen an Sitzungen der Ausschüsse der Bezirksversammlung teil und haben Anhörungs-, Auskunfts- und Rederechte. Im Frühjahr 2013 wurden die ehrenamtlichen Seniorenvertretungen auf Bezirks- und Landesebene erstmals auf Grundlage des neuen Seniorenmitwirkungsgesetzes gebildet.

Die Seniorenbeiräte kümmern sich um die Anliegen der Älteren auf vielen Themen- und Arbeitsfeldern, vor allem:

  • Barrierefreiheit in der Stadt
  • Wohnen im Alter
  • Qualität der Pflege
  • Gesundheitsvorsorge
  • Verbraucherschutz
  • Teilhabe an Bildung und Kultur
  • Einbeziehen der älteren Migranten
  • Zusammenleben der Generationen

Nähere Informationen:
Geschäftsstelle des Landes-Seniorenbeirates
22085, Heinrich-Hertz-Straße 90, Telefon 0 40/4 28 37-19 34
E-Mail lsb@lsb-hamburg.de, www.lsb-hamburg.de

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