Medikamente: Apothekerkammer warnt vor bedenkenloser Einnahme

Gesundheit & Lebenshilfe

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 09.11.2016)

Winterzeit ist Erkältungszeit. Bei Erkältungen greifen Millionen Bürger wie selbstverständlich zu rezeptfreien Erkältungsmitteln. Doch diese sollten nicht leichtsinnig und ohne Rücksprache mit dem Apotheker oder dem Arzt eingenommen werden. Denn bei einigen der Erkältungsmittel können, abhängig von der Grunderkrankung und der damit verbundenen Arzneimitteltherapie des jeweiligen Patienten, Wechselwirkungen auftreten.

Vorsicht bei Medikamenten gegen Bluthochdruck

Am häufigsten treten Wechselwirkungen mit Erkältungsmitteln auf, die Ephedrin-Abkömmlinge oder andere Sympathomimetika enthalten. Diese Arzneistoffe wirken schleimhautabschwellend und gefäßverengend, wodurch die Atemwege frei werden, aber auch der Blutdruck steigt. Patienten mit Bluthochdruck sollten also Erkältungsmittel mit diesen Wirkstoffen meiden und bedenken, dass ein solches Erkältungsmittel die Wirkung eines gleichzeitig eingenommenen Blutdrucksenkers abschwächen oder gar aufheben kann.

Vorsichtig mit Erkältungsmitteln müssen auch Patienten sein, die Blutverdünner einnehmen. Die oft in Erkältungsmitteln (auch Halsschmerztabletten) enthaltenen schmerzlindernden, fiebersenkenden und antientzündlichen Wirkstoffe können die Blutgerinnung hemmen. Somit erhöht sich bei kombinierter Einnahme die Blutungsneigung der Patienten. Bei Husten oder Bronchitis werden häufig auch Schleimlöser eingesetzt, wobei zu beachten ist, dass diese die Wirksamkeit von Antibiotika beeinträchtigen können. Eine wichtige Nebenwirkung, die insbesondere Autofahrer beherzigen sollten: Erkältungsmittel, insbesondere wenn sie Alkohol und/oder bestimmte enthalten, schränken das Reaktionsvermögen und die Fahrtüchtigkeit ein!

Ausweichmöglichkeit: Homöopathie

Die Apothekerkammer Hamburg rät allen Patienten, Erkältungsmittel bei unklaren Symptomen wie Unwohlsein, Benommenheit, Unruhezuständen oder Übelkeit abzusetzen sowie Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Als Alternative bieten sich bei Patienten, die mehrere Medikamente einnehmen, homöopathische Erkältungsmittel an. Häufig verringert sich in dem Fall das Risiko der Wechselwirkungen. Doch auch bei der Einnahme von homöopathischen Arzneimitteln gilt: Patienten sollten sich immer von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen, um die Gefahr von Neben- oder Wechselwirkungen zu minimieren.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

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