Neuer Modellstudiengang für Zahnmedizin startet am UKE

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ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 14.10.2019)

67 Erstsemester, die ihr Studium der Zahnmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) aufnehmen, werden erstmals nach einem neuen Curriculum unterrichtet: Eine enge Vernetzung von Theorie und Praxis, fachübergreifendes Lernen und früher Patientenkontakt zeichnen den Modellstudiengang iMED DENT aus. Vorbild ist der zum Wintersemester 2012/2013 eingeführte, erfolgreiche Medizin-Modellstudiengang iMED Hamburg. Die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung unterstützt die Entwicklung und Implementierung von iMED DENT mit 660.000 Euro.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: "Nach der Einführung des erfolgreichen und beliebten Modellstudiengangs für Medizin profitieren jetzt auch angehende Zahnärztinnen und Zahnärzte am UKE von einer Ausbildung auf dem bundesweit neuesten Stand. Dazu zählt, dass neben den zahnmedizinischen Grundlagen und Fertigkeiten auch der Erwerb kommunikativer Kompetenzen auf dem Lehrplan steht. Die medizinische Fakultät beweist damit einmal mehr, dass sie nicht nur exzellente Forschung betreibt, sondern auch exzellente Lehre – zum Wohl der künftigen Patientinnen und Patienten."

Prof. Dr. Dr. Andreas Guse, Lehrdekan der Medizinischen Fakultät: "Die enge Vernetzung von Theorie und Praxis zieht sich vom ersten Semester an durch den gesamten Studienverlauf. Das neue Modell wird den Studierenden der Zahnmedizin besser als bisher deutlich machen, dass die Theorie nicht nur lästiges Beiwerk der Ausbildung ist, sondern für die künftige praktische Tätigkeit große Bedeutung hat."

Prof. Dr. Bärbel Kahl-Nieke, Ärztliche Leiterin des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: "Ein wesentliches Reformziel besteht darin, die Interdisziplinarität von Medizin und Zahnmedizin von Beginn an zu schulen. Im zahnmedizinischen Alltag ist häufig ein interdisziplinäres Arbeiten zwischen Zahnerhaltung, Prothetik, Kieferorthopädie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie erforderlich. Darüber hinaus gibt es viele Schnittstellen zur Medizin. Aufgabe während des Modellstudiengangs ist es, so berufsorientiert wie möglich zu lehren."

Mehrere Jahre lang haben Lehrende und Studierende der Zahnmedizin und anderer medizinischer Disziplinen gemeinsam den Lehrplan grundlegend erneuert. Ziel war es, die praktisch-klinischen und die theoretischen Ausbildungsinhalte von Anfang an eng zu vernetzen und zugleich die Anbindung an die medizinische Forschung zu stärken. So sollen die Studierenden früh an die wissenschaftlich fundierte Behandlungspraxis herangeführt werden. Bei den Studieninhalten wird großer Wert auf Interdisziplinarität gelegt: Die angehenden Zahnärzte lernen zum Beispiel die Zusammenhänge zwischen Erkrankungen des Zahnfleischs und Diabetes oder Herzerkrankungen zu erkennen.

Außerdem sieht der Lehrplan Kommunikationstrainings und einen frühen Patientenkontakt vor: Schon ab dem zweiten Semester werden psychosoziale und kommunikative Kompetenzen gelehrt, die ab dem fünften Semester bereits im direkten Umgang mit Patienten eingeübt werden können. Die Regelstudienzeit von iMED DENT beträgt fünf Jahre plus ein Examenssemester. Nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen sind die Studierenden approbierte Zahnärzte.

Quelle: Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Foto: © Tim Reckmann / www.pixelio.de 

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