Internationale Trends: Warum Französisch-Unterricht wieder hoch im Kurs ist

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Rathaus, © Jakob Radlgruber / Depositphotos.com

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Hamburg ist schon seit jeher eine Weltstadt. Früher brachen die Hanseaten mit dem Schiff in die Ferne auf, um Handel zu treiben. Dabei exportierten sie neben Holz und Tüchern vor allem auch ihre Sprache, das Niederdeutsche, das sich in ganz Skandinavien aber auch in den Niederlanden als Handelssprache etablierte. Im 20. Jahrhundert brachen sie dann mit dem Flugzeug auf, um Urlaub zu machen. Dabei verständigten sie sich meistens auf Englisch oder nahmen – z. B. nach Mallorca – einfach wieder ihre eigene Sprache mit. Ansonsten war das Interesse der Hamburger an Fremdsprachen eher durchschnittlich. Kein Wunder, denn schließlich erfreut der Hamburger Dialekt das Ohr mehr als jeder andere Laut. Doch langsam setzt ein Umdenken ein. Denn in der vernetzten Welt von heute gelangen zahlreiche Trends aus der ganzen Welt in die Hansestadt. Das weckt das Interesse am Fremden, an neuen Kulturen und deren ganz eigenem Lebensgefühl. Das Tor zu diesem Lebensgefühl stellt für viele die jeweilige Sprache dar. Sie ist nicht nur Kommunikationsmittel, sondern verkörpert mit ihrem Klang den Geist ihres Herkunftslandes. Hier werden einige der Trends vorgestellt, die neuen Schwung in die Arbeit der Sprachlehrer gebracht haben.

Macarons – ein Segen für französische Nachhilfelehrer

Macarons, das ist nicht etwa die Bezeichnung für die französische Präsidentenfamilie. Ihr kann auch kaum nachgesagt werden, internationale Trends in Bewegung zu setzen – ganz im Gegensatz zu den bunten Keksen. Diese haben sich in den vergangenen Jahren wie ein Lauffeuer in den Vitrinen von Konditoren auf der ganzen Welt ausgebreitet. Manche Geschäfte, wie Feine Macarons in der Holtenklinker Straße, spezialisieren sich sogar ganz auf diese Leckerei. Zahlreiche Hamburger möchten derzeit Französisch Unterricht nehmen bei Muttersprachlern, vielleicht auch wegen des Macarons. Der Unterricht bei Muttersprachlern hatte zwar schon immer viele Vorteile. So ist zum Beispiel ausgeschlossen, dass der Lehrer selbst nur über mäßige Sprachkenntnisse verfügt. Doch das allein kann den Ansturm auf die Angebote von Online-Nachhilfediensten kaum erklären. Ein weiterer Erklärungsansatz: Die eifrigen Schüler hoffen auf Geheimtipps für ihr Macaron-Rezept. Wer seine Gäste mit dem besten Gebäck beeindrucken will, muss eben findig sein.

Wütende Jugendliche – das neue Kultphänomen aus Schweden?

Möbelhausketten gibt es in Deutschland zuhauf. Aber nur eine dieser Ketten kann wirklich Kultstatus beanspruchen: Ikea. Wer günstige Möbel im schlichten Stil sucht, die keinen Umzug überstehen, der fährt nach Altona in den riesigen blauen Gebäudeklotz. Köttbullar oder Hotdog dürfen natürlich bei keinem Besuch fehlen. Ikea ist ein fester Bestandteil der Einrichtungskultur geworden. Fest in der Jugendkultur verankert ist Greta Thunberg, das Gesicht der Fridays for Future-Bewegung. Auch in Hamburg schlagen die Proteste der Gruppierung hohe Wellen. Wenn es Thunberg gelingt, sich so nachhaltig wie Ikea im Bewusstsein der Deutschen festzusetzen, dürfte es nicht nur gut für das Weltklima aussehen. Auch das Interesse an der schwedischen Sprache könnte dann über das Menü beim Ikea-Restaurant hinaus reichen.

K-Beauty – Schönheit für starke Mägen

Modetipps holt sich die hanseatische Jugend nicht nur bei Aminata Belli. Auch Beauty-Produkte aus Südkorea erfreuen sich auf sozialen Medien wie Instagram größter Beliebtheit. Peelings und feuchtigkeitsspendende Cremes sind das Fundament der koreanischen Beauty-Produkte, während Puder eher weniger geschätzt wird. Dabei sorgen die exotischen Zutaten teilweise für Verwunderung. Schneckenschleim, Seestern-Extrakt oder Bienengift? Um das zu verstehen, muss man wohl wirklich Koreanisch lernen.

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