Sicherheitstipps zur Silvesternacht

Beratung

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 14.12.2017)

Auch wenn zum Jahreswechsel die Stimmung ausgelassen ist, muss bei der Silvesterknallerei ein kühler Kopf bewahrt werden. Immer wieder kommt es zu Unfällen, gefährlichen Verletzungen und Bränden. Zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit der Nachbarschaft sollten beim Knallen einige Vorschriften beachtet werden.

Nur am letzten und am ersten Tag des Jahres ist die Knallerei mit Feuerwerkskörpern der Klasse II für Personen über 18 Jahren erlaubt. Aber auch an diesen beiden Tagen muss Rücksicht genommen werden. Lärmbelästigungen außerhalb der üblichen Zeiten für Feiern zum Jahreswechsel sind zu vermeiden.

In der Nähe von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sollte auch in der Silvesternacht aus Lärmschutzgründen nicht geknallt werden. Auf keinen Fall sollten die Feuerwerkskörper so abgebrannt werden, dass Menschen und Tiere erschreckt oder sogar gefährdet werden.

Um Unfälle durch Leichtsinn oder falsche Handhabung der Feuerwerkskörper zu vermeiden, darf vor dem Feuerwerk auf keinen Fall Alkohol konsumiert werden. Für den Fall der Fälle sollte man Löschwasser und Erste-Hilfe-Materialien bereithalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Verwenden Sie keinesfalls selbstgebastelte oder illegal eingeführte Knaller. Nur zugelassene und geprüfte Feuerwerkskörper mit aufgedruckter BAM-Nummer lassen sich sicher und kontrolliert entzünden. Versuchen Sie lieber nicht, Böller in der Hand anzuzünden und dann wegzuwerfen: So mancher Zündler hat schon zu spät losgelassen und schwerste Verletzungen davongetragen. Fingerabrisse und hochgradige Verbrennungen sind keine Seltenheit. Besser, Sie legen den Böller zu Boden, zünden ihn mit ausgestrecktem Arm an und entfernen sich dann rasch.

Beim Abfeuern von Raketen sollte darauf geachtet werden, dass die Flasche, die Sie als Abschussbasis benutzen, wirklich sicher steht. Sogenannte "Blindgänger" muss man liegen lassen, bis sie abgekühlt sind, und anschließend in einen Eimer mit Wasser werfen. Auf keinen Fall erneut anzünden, denn der Feuerwerkskörper kann unvorhergesehen reagieren.

Ist das Unglück aber trotz allem geschehen, heißt es zunächst einmal Ruhe bewahren. Sichern Sie die verletzte Person, leisten Sie erste Hilfe und alarmieren Sie den Rettungsdienst. Die häufigsten Verletzungen an Silvester sind punktuelle Verbrennungen durch Raketen oder abfallende glühende Schlackenteile. Hier gilt es, das Opfer, welches oftmals in Panik davonrennt, einzufangen und zu löschen. Am besten ist natürlich Wasser, im Notfall kann aber jede andere nicht brennbare Flüssigkeit verwendet werden. Man sollte nicht versuchen, Kleidungsreste aus den Wunden zu entfernen, denn dadurch werden die Verletzungen oft noch tiefer. Stattdessen lieber 15 Minuten mit fließendem Wasser kühlen und anschließend mit sterilem Verband für Verbrennungen abdecken. Der Verletzte muss unbedingt warm gehalten werden, hierzu bietet sich eine Rettungsdecke an. Bei Splitterverletzungen sollten Sie sich merken, wo der Fremdkörper eingedrungen ist, und dies den Rettungskräften mitteilen, nicht jedoch selbst aktiv werden, weil das Entfernen zu heftigen Blutungen führen kann.

Der Deutsche Feuerwehrverband gibt die folgenden Tipps für eine möglichst sichere Silvesterfeier:

  • Feuerwerkskörper und Raketen sind "Sprengstoff".
  • Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nicht damit hantieren. Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller.
  • Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.
  • Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein.
  • Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg – und zielen Sie niemals auf Menschen. Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal.
  • Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her.
  • Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist.
  • Tragen Sie Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen.
  • Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
  • Halten Sie die örtlich vorgeschriebenen Abstände zu Reetdachhäusern ein.
  • Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.

Weitere Informationen: Deutscher Feuerwehrverband e. V.

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

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