Das Glück des Einkaufens

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Alsterarkaden, © hamburg-magazin.de

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Miniaturwelt, Michel, Musicals: Natürlich gibt es in Hamburg so viel zu sehen, dass dafür ein ganzes Leben nicht genügen würde. Das gilt auch fürs Einkaufen. Statt großer Ketten lebt in der Hansestadt die Lust auf Boutiquen und Shopping-Erlebnisse nach Maß fort – und das bereits seit vielen hundert Jahren.

Hamburg ist ein großer Kaufmannsladen – und der offizielle Startschuss für den Handel liegt weit zurück: Im Jahr 1189 soll Kaiser Friedrich Barbarossa einen Freibrief ausgestellt haben, der Hamburg weitreichende Handelsprivilegien garantierte, zum Beispiel das Recht zu fischen, Bäume zu fällen und Vieh zu halten sowie die Befreiung von Grundsteuer und Wehrdienst. Der Kaiserbrief gibt den Hamburgern bis heute einen willkommenen Anlass, ihren Hafengeburtstag zu feiern. Allerdings an einem völlig falschen Tag, denn viel später wurde ermittelt, dass es sich bei der historischen Urkunde um eine Fälschung handelte. Aber Schwamm drüber, denn eines ist auch ohne gültigen Freibrief klar: Der freie Handel hat Hamburg groß gemacht und zählt nach wie vor zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt.

Entdeckerlust und Freizeitvergnügen

Es gibt übrigens einen Unterschied zwischen einkaufen und shoppen gehen. Ersteres bezeichnet vor allem alltägliche Besorgungen wie den Gang zum Supermarkt. Beim Shopping braucht man eigentlich nichts, sondern schwelgt und stöbert ohne konkreten Anlass auf Märkten, in Geschäften und Boutiquen. Es ist ein wenig wie beim Surfen im Internet: Eigentlich ist man auf der Suche nach einem ganz bestimmten Kleidungsstück für eine Veranstaltung – und plötzlich ist die Tasche voller ganz anderer Dinge. Und nicht selten fehlt genau das Teil, für das man ursprünglich das Haus verlassen hat.

Hamburg ist ein wahres Shopping-Paradies – womit nicht nur gemeint ist, dass es in der Hansestadt auch alle großen Franchise-Läden gibt. Von kleinen Boutiquen und Fachgeschäften bis zu großen Einkaufstempeln in bester Lage, vom Flohmarkt bis zum Luxusdesigner: Jeder Stadtteil bietet Besonderheiten mit einem ganz eigenen Flair.

Übers weite Meer an den Hafen

Vor allem der Hamburger Hafen bildet dafür die Grundlage. Was heute die gigantischen Containerschiffe sind, waren früher Segler, Frachter, Barkassen & Co. Noch immer kommen die Waren aus aller Welt hauptsächlich auf dem Wasserweg in die Stadt, vom Hafen in die Geschäfte und von dort in die Haushalte. Die denkmalgeschützte Speicherstadt, inzwischen sogar Unesco-Weltkulturerbe, ist ein Zeugnis der Blütezeit. Hier wurden neben vielen anderen Waren zum Beispiel Kaffeebohnen und Pfefferkörner zwischengelagert. Ein Grund übrigens, weshalb die dadurch reich gewordenen Kaufleute den Spitznamen "Pfeffersäcke" erhalten haben.

Auch in Zeiten von E-Commerce und Online-Shops gilt Hamburg als gute Einkaufsadresse. Große Einkaufszentren in besten Lagen und unzählige Märkte erfüllen jeden Shopping-Wunsch. Viele Straßen in Hamburg sind dafür bekannt, dass sich dort Geschäfte wie Perlen an einer Kette aneinanderreihen. Rund um die Alster ist zum Beispiel nicht nur die beliebteste Laufstrecke der Stadt, auch fürs Shopping ist hier ein perfekter Startpunkt. In der HafenCity wiederum entsteht derzeit das neue Zentrum der Stadt, mit Schulen, Parks, vielen Restaurants – und eben auch Shopping-Vergnügen pur.

Schnäppchen und Überraschungen

Wer es noch abwechslungsreicher mag – auch fürs Portemonnaie, bummelt durchs Karoviertel, wo sich Secondhand-Läden und exklusive Boutiquen abwechseln. Die Osterstraße zeigt darüber hinaus, dass sich auch günstig und chic gut vertragen. Und vom Hauptbahnhof sind es nur ein paar Schritte zur Langen Reihe. Hier ist das Shopping-Herz von St. Georg, mit allem, was das Leben schöner macht.

Manchmal muss dann wieder Platz für neue Lieblingsstücke geschaffen werden. Bei hochwertigen Kleidungsstücken lohnt der Gang zu einem Secondhand-Laden wie Picknweight oder Secondella. Bei einem häufig privat organisiertem KleiderTausch wiederum bekommen abgelegte Teile ein neues Zuhause – wofür man im Gegenzug nicht mehr Benötigtes von anderen mitnimmt. Das Geld kann in diesem Fall in der Geldbörse bleiben. Flohmärkte gibt es darüber hinaus in jedem Stadtteil, und das teilweise sogar zu jeder Jahreszeit. In Altona lädt zum Beispiel die Fabrik einmal in der Woche zum An- und Verkauf ein.

Kostbarkeiten, Aale und Souvenirs

Und manchmal soll es dann doch etwas ganz Besonderes sein, ein individuelles Kleinod oder Unikat. Ein Ring bei einem Juwelier zum Beispiel oder ein handgefertigter Spiegel, ein paar unverwechselbare Keramiktassen oder doch die Lampe, die künftig im Flur hängen soll. Handwerk und Handel gehört zusammen wie Labskaus und Rote Bete.

Apropos Essen: Auch hier zeigt sich, warum Hamburg den Ruf hat, das Tor zur Welt zu sein. Kulinarische Spezialitäten aus allen Teilen der Welt werden auf Wochenmärkten und in Delikatessengeschäften angeboten. Aber vor allem die Köstlichkeiten aus dem Meer haben hier einen hohen Stellenwert – schließlich sind die Hamburger auch als "Fischköppe" bekannt. Den Beweis liefert jeden frühen Sonntag der Fischmarkt in Altona. Tütenweise schleppen die Besucher frischen Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse nach Hause. Wer die Marktschreier noch nicht gehört hat, war nie wirklich in Hamburg.

Und wer noch ein typisches Hamburg-Mitbringsel braucht, kauft Troyer, Südwester oder Matrosenhemd direkt bei Feddersen in der Deichstraße. Der Gründer war übrigens der Vater von Hamburgs Ikone Helga Feddersen. Seine Nachfolger setzten die Tradition fort – und sagen zum Abschied tschüs, kiek mol wedder in.

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