Premiere: Claudio Monteverdi "Il Ritorno d'Ulisse in Patria" an der Staatsoper

Theater, Oper & Ballett

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 18.10.2017)

Anlässlich des 450-jährigen Geburtstags von Claudio Monteverdi bringt die Staatsoper Hamburg am Sonntag, 29. Oktober 2017, als nächste Opernpremiere seine dritte Oper "Il Ritorno d'Ulisse in Patria" zur Aufführung.

Das erstmals in Hamburg aufgeführte Werk handelt von der antiken Sage um die Heimkehr des Odysseus nach 10-jährigem Krieg und wurde 1640 in Venedig uraufgeführt. Regie führt der in Hamburg durch Salome und Pique Dame bekannte Willy Decker. Der junge Dirigent Vaclav Luks ist ein Spezialist für Alte Musik und hat die musikalische Leitung in dieser Produktion. Es spielt sein Prager Barockorchester Collegium 1704. In der Titelpartei ist Kurt Streit als Ulisse, Sara Mingardo als Penelope zu erleben.

Václav Luks konnte als Spezialist für Alte Musik bei den Salzburger Festspielen 2015 und 2016 große Erfolge feiern. Seine musikalische Ausbildung am Pilsener Konservatorium und an der Akademie der musischen Künste in Prag. Er führte seine Studien an der Schweizer Schola Cantorum Basiliensis mit Spezialisierung auf die Erforschung Alter Musik in den Fächern historische Tasteninstrumente und historische Aufführungspraxis fort. Bereits während seines Studiums in Basel sowie in den darauffolgenden Jahren konzertierte er als Hornsolist bei der Akademie für Alte Musik Berlin in ganz Europa und in Übersee (USA, Mexiko, Japan). Nach seiner Rückkehr nach Prag im Jahr 2005 entwickelte er das Barockorchester Collegium 1704.

Collegium 1704, das bereits seit 1991 während seiner Zeit als Student an der Musikhochschule als Kammerorchester bestand, zu einem Barockorchester weiter und gründete ebenfalls das Collegium Vocale 1704. Den entscheidenden Impuls dafür gab das von Václav Luks initiierte Projekt BACH – PRAG – 2005, in dessen Rahmen er Hauptwerke von J. S. Bach in Prag aufführte und das den Beginn der regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikfestival Prager Frühling markiert. Unter der Leitung von Václav Luks etablierte sich Collegium 1704 rasch zu einem der weltweit führenden auf die Interpretation der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisierten Ensembles. Václav Luks und seinen Ensembles treten nebeni den Salzburger Festspielen in der Berliner Philharmonie, am Theater an der Wien, im Konzerthaus Wien, im Concertgebouw Amsterdam, in der Wigmore Hall, in Versailles, beim Lucerne Festival, beim Chopin Festival sowie bei den renommierten Festivals Alte Musik Utrecht und Bachfest Leipzig regelmässig auf.

Als einer der weltweit besten Mozart-Interpreten war Kurt Streit an 23 verschiedenen Inszenierungen von "Die Zauberflöte" auf der ganzen Welt (über 150 Vorstellungen) und acht verschiedenen Inszenierungen von „Idomeneo“ beteiligt – unter anderem in Opernhäusern in Neapel, Wien, Madrid, London und San Francisco. Weitere Engagements waren Mozarts "Don Giovanni", "Cosi fan tutte" und "Die Entführung aus dem Serail" unter anderem an der Metropolitan Opera in New York, der Staatsoper Wien, dem Royal Opera House, Covent Garden in London, La Scala in Milan, der Bastille und der Grand Opera in Paris, am Teatro Real und dem Zarzuela in Madrid sowie in San Francisco, Tokio, Aix-en-Provence, Chicago, München, Berlin, Rom und Salzburg. Er trat mit weltweit bekannten Dirigenten, wie Harnoncourt, Pappano, Muti, Rattle, Christie, Bolton, Ozawa, Mehta, Maazel und mit den Symphonie-Orchestern von Boston, Chicago, Los Angeles, St. Petersburg, Berlin, Wien, Paris, Florenz, Stockholm und allen vier Orchestern in London auf.

Die Altistin Sara Mingardo ist Preisträgerin des Premio Abbiati 2009 und arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Ivor Bolton, Riccardo Chailly, Myung-Whun Chung, Ottavio Dantone, Colin Davis, John Eliot Gardiner, Riccardo Muti, Trevor Pinnock, Christophe Rousset, Jordi Savall, Jeffrey Tate und Rinaldo Alessandrini. Ihr Repertoire beinhaltet Werke von Gluck, Monteverdi, Händel, Vivaldi, Rossini, Verdi, Cavalli, Mozart, Donizetti, Schumann und Berlioz.

Als aktive Konzertsängerin reicht Mingardos breit gefächertes Konzertrepertoire zudem von Pergolesi bis Respighi über Bach, Beethoven, Brahms, Dvorak und Mahler. Zu ihren vergangenen Engagements zählen Händels "Messiah" unter Natalie Stutzmann in Detroit und in Washington mit dem Detroit Symphony Orchestra, "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" am Teatro alla Scala unter Diego Fasolis, Pergolesis "Stabat Mater" in Rom (Accademia Filarmonica) mit Rinaldo Alessandrini und in Bilbao, Brahms' "Alto Rhapsody" an der Accademia di Santa Cecilia in Rom unter Daniele Gatti sowie Vivaldis "Stabat Mater" beim Musica Sacra-Festival in Münster. Sie sang außerdem Bachs "Johannes-Passion" mit dem Ensemble Musica Saeculorum in Essen und in Aix-en-Provence, Mendelssohns "Elias" mit dem Maggio Musicale Fiorentino unter Daniele Gatti sowie in Kopenhagen, einen Soloabend am Grand Théâtre in Genf, "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" in Aix-en-Provence unter Haïm, Mahlers "8. Symphonie" beim Lucerne Festival unter Riccardo Chailly, in der Wiederaufnahme von "L'incoronazione di Poppea" am Teatro alla Scala mit Rinaldo Alessandrini, Pergolesis "Stabat Mater" mit der Accademia Bizantina und Ottavio Dantone in Madrid sowie "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" an der Staatsoper in Berlin und auf Tour in Caen und Lille.

Zukünftige Engagements sind "L'Incoronazione di Poppea" in New York mit Alessandrini und dem Ensemble "Concerto Italiano", Vivaldis "L'Incoronazione di Dario" am Teatro Regio in Turin unter Dantone, Mozarts "Requiem" mit dem London Philarmonic Orchestra unter dem Dirigat von Natalie Stutzmann, Brahms' "Alto Rhapsody" an der Oper in Florence und "Il ritorno d'Ulisse in patria" (Penelope) an der Staatsoper Hamburg.

In weiteren Partien sind Christophe Dumaux, Denis Velev, KS Gabriele Rossmanith, Katja Pieweck, Marion Tassou, Alexander Kravets, Luigi De Donato, Dorottya Láng, Rainer Trost, Oleksiy Palchykov, Dovlet Nurgeldiyev, Viktor Rud sowie Peter Galliard zu erleben.

Zum Inhalt der Oper: 10 Jahre Krieg. 10 Jahre Irrfahrt. Dunkelheit. In der Gestalt eines verwahrlosten Greises kehrt Ulisse zu seiner Penelope zurück. Unter all den Freiern, die sie umgarnen, ist er es, der den gewaltigen Bogen des verschollenen Gatten spannen kann und ihre Hand gewinnt. Doch seine Frau erkennt ihn nicht. Erst das Geheimnis ihres Ehebettes führt die beiden wieder zusammen und besiegelt das Todesurteil der Freier. Treue und Liebe siegen im Homer'schen Epos und adeln das schicksalsgebeutelte Paar, das tragisch wie komisch nichts weiter als ein Ball im ewigen Spiel der Götter auf Erden ist.

Der Ball wird getreten, getragen, fliegt, fällt zu Boden – und versteht nicht warum. Als Opernvisionär des 16. Jahrhunderts nahm sich Monteverdi voller Empathie für seine Figuren der "Odyssee" an. 2017 jährt sich sein Geburtstag zum 450. Mal.

Musikalische Leitung: Vaclav Luks
Inszenierung: Willy Decker
Bühnenbild: Wolfgang Gussmann
Kostüme: Wolfgang Gussmann, Susana Mendoza
Licht: Franck Evin
Mitarbeit Regie: Jan Eßinger
Dramaturgie: Kathrin Brunner

Mit: L'umana fragilità / Pisandro Christophe Dumaux, Tempo / Antinoo Denis Velev, Fortuna / Giunone Gabriele Rossmanith, Ulisse Kurt Streit, Penelope Sara Mingardo, Ericlea Katja Pieweck, Melanto Marion Tassou, Giove Alexander Kravets, Nettuno Luigi De Donato, Minerva Dorottya Láng, Eumete Rainer Trost, Eurimaco Oleksiy Palchykov, Telemaco Dovlet Nurgeldiyev, Anfinomo Viktor Rud, Iro Peter Galliard, Collegium 1704

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertexten.

Wann?Premiere: 29. Oktober 2017, 18.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 1., 4., 7., 9. und 11. November 2017, jeweils  19.00 Uhr
Wo?Staatsoper Hamburg
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Ortsinformationen

Hamburgische Staatsoper GmbH
Große Theaterstr. 25
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 35680
Im Zuschauerraum (Parkett) gibt es bei jeder Opernaufführung 4, bei jeder Ballettaufführung 2 Rollstuhlfahrerplätze, der Preis für diese Plätze beträgt 10,- Euro. Das Opernhaus ist mit einem Fahrstuhl ausgestattet, der bis in den 4. Rang fährt. Vor dem Opernhaus stehen in unmittelbarer Nähe zum Eingang in der Großen Theaterstraße 3 Behindertenparkplätze zur Verfügung. Zwei weitere Behindertenparkplätze befinden sich vor der Theaterkasse. Den Inhabern eines Schwerbehindertenausweises ab 80 % bietet die Hamburgische Staatsoper eine Ermäßigung von 50 % auf alle Kartenpreise an. Bei Inhabern eines solchen Ausweises, die einen Anspruch auf eine Begleitperson haben, gewährt die Oper diesen Preisnachlass auch der Begleitung.
Tageskasse: Mo-Fr 10.00 bis 18.30 Uhr, Sa 10.00 bis 14.00 Uhr, sonn- und feiertags kein Verkauf. Abendkasse: 90 Min. vor Vorstellungsbeginn Schriftliche Bestellung ist für die gesamte Spielzeit möglich.

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