Weltstars erleben, Hamburg hinterm Horizont entdecken

Musicals, Comedy & Show

© iStock.com/SergeyNivens

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Hamburg gilt zu Recht als die Musical-Hauptstadt Deutschlands. Von Welthits bis zu Aufführungen mit Lokalkolorit wird bereits seit Jahrzenten auf unzähligen Bühnen gespielt und gesungen.

Katzen können doch ziemlich gut singen – das wurde spätestens 1986 klar, als in Hamburg zum ersten Mal "Cats" im Operettenaus am Spielbudenplatz aufgeführt wurde. Das Musical von Andrew Lloyd Webber, das fünf Jahre zuvor in London seine Premiere gefeiert hatte, war der Startschuss für einen regelrechten Musicalboom in der Hansestadt, der Song "Memorys" wurde auch in Deutschland zum großen Hit. 

Mit dem Musical-Erfolg "Das Phantom der Oper", ab 1990 für elf Jahre im eigens dafür erbauten Theater Neue Flora aufgeführt, wurde Hamburg endgültig zur Musical-Hauptstadt Deutschlands. An der Elbe wurde ein paar Jahre später für den Broadway-Hit "Buddy" das Theater im Hafen Hamburg gebaut (Übrigens: Ein paar der Musiker der Originalbesetzung treten einmal im Monat im Imperial Theater auf und spielen dort die größten Hits des Musicals). Nach sechs Jahren zog der Rock 'n' Roll aus und "Der König der Löwen" ein – und lockt immer noch jährlich Tausende Besucher an.

Musical-Boom mit Tradition

In Hamburg feierten aber nicht nur internationale Musicals große Erfolge. Mit "Das Wunder von Bern" über die gewonnene Fußball-WM 1954, "Ich war noch niemals in New York" mit den Hits von Udo Jürgens oder das Udo-Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" konnten auch heimische Produktionen für Furore sorgen.

In Musicals wird mehr gesungen als gesprochen, in ihrer heutigen Form gibt es sie bereits seit den 1920er Jahren. In Deutschland gab es zu der Zeit ebenfalls Singspiele und Operetten auf unzähligen Bühnen. Und schon damals galt Hamburg als wichtigster Spielort. So war die heute über die Stadtgrenzen hinaus berühmt-berüchtigte Rote Flora früher das Eingangsportal einer Theaterbühne, auf der Hans Albers, Johannes Heesters oder Zarah Leander standen und wo bis 1949 Singspiele aufgeführt wurden – zuletzt "Die lustige Witwe" von Franz Lehár. Ein paar Schritte weiter ist die inzwischen geschlossene Schilleroper, wo vor dem Zweiten Weltkrieg Operetten aufgeführt wurden, ein stummes Zeugnis dieser Zeit.

Oldies, Operette und Amateure

Doch in Hamburg muss man gar nicht zurückblicken, um Musicals und deren Vettern zu entdecken: In vielen der mehr als 40 Theater wird immer noch gesungen, was das Zeug hält. Vor allem auf dem Kiez: Wer sich musikalisch unterhalten lassen will, findet auf dem Spielbudenplatz ein paar Meter neben dem Operettenhaus eine ganze Palette an Möglichkeiten. 1988 eröffnete Corny Littmann hier das Schmidt Theater, drei Jahre später gleich nebenan das Schmidts Tivoli, wo seit mehr als 15 Jahren mit "Heiße Ecke" das wohl erfolgreichste deutsche Musical läuft.

In der Eimsbütteler Chaussee befindet sich wiederum der Delphi Showpalast mit Musicals für Oldie-Fans. Weitere kleine Theater, in denen immer wieder Singspiele aufgeführt werden, sind beispielsweise das Lichthof Theater, das Allee Theater oder ganz neu das Opernloft im alten Fährterminal Altona. Und es müssen nicht immer Profis sein, die auf der Bühne stehen: Auf der Webseite des Verbands Hamburger Amateurtheater gibt es eine Liste aller Bühnen der Hansestadt, auf der Laien zeigen, was sie können. 

Auch wer dabei Lust bekommt, selbst bei einem Musical auf der Bühne zu stehen, kann sich in Hamburg das nötige Rüstzeug besorgen. Die Stage Art Musical School, die Stage School Hamburg, die Norddeutsche Musical Akademie oder die Hamburg Musical Company bieten Workshops und Seminare an, bei denen Interessierte ihre Stimme schulen und Schauspiel lernen können.

Also ganz egal, ob passiv oder aktiv, ob internationaler Musical-Hit oder klassisches Singspiel: In Hamburg findet garantiert jeder Geschmack die passende Bühne.

Diese Bühnen und Musicals in Hamburg sollten Sie kennenlernen:

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