Jakob Hein liest "Kaltes Wasser" im Nochtspeicher

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ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 17.05.2016)

Am Dienstag, 24. Mai 2016, stellt Jakob Hein seinen neuen Roman "Kaltes Wasser" im Nochtspeicher vor.

Liest man die Rezensionen, merkt man: Dieses Buch ist ganz Vieles! Eine "herrlich aberwitzige Schelmengeschichte aus den frühen Neunzigerjahren" (Berliner Zeitung), ein "temposcharfer, detailgesättigter Schelmenroman mit Querbezügen zu Tom Sawyer, Till Eulenspiegel und Thomas Brussig" (Sächsische Zeitung) und vor allem "ganz wunderbar und geeignet, Muskelkater vom vielen Lachen zu erzeugen" (NDR Kultur).

Der Protagonist Friedrich Bender wirkt ein bisschen so, als hätten Woody Allens Zelig und Thomas Manns Felix Krull einen gemeinsamen Sohn – nur dass Friedrich in Berlin-Weißensee aufgewachsen ist und zur Zeit des Mauerfalls mitten im Abitur steckt. Seit seiner Kindheit erweist er sich als außergewöhnlich begabt darin, vermittels phantastischer Geschichten und Erfindungen die Verhältnisse für sich so umzudichten, dass er sich perfekt in sie hineinpassen kann.

Schon zu seiner DDR-Schulzeit punktet er mit einer coolen britischen Punkerfreundin und brilliert als Klassenagitator bei der Verkündung der unglaublichen Erfolge des Sozialismus. Das nichts davon wahr ist – geschenkt. Sein kreatives Verhältnis zur Realität öffnet ihm auch nach der Wende, während Eltern und Freunde noch in Schockstarre verharren, jegliche Türen; sein Startkapital beschafft er sich in den Wechselstuben beim Bahnhof Zoo, seinen Studienabschluss unter Vermeidung von hässlichen Hörsälen und lästigen Seminaren.

Ob als Betreiber einer anarchistischen Szenekneipe im Prenzlauer Berg oder als amouröse Affäre einer französischen Studentin ob als Inhaber einer erfolgreichen Heiratsvermittlung oder als Student an der Massenuniversität FU – Friedrich Bender scheint den Code zu kennen und immer oben zu schwimmen. Welche Grenzen sollten ihm da beim beruflichen Aufstieg im kapitalistischen Westen noch gesetzt sein?

Jakob Hein, geboren 1971 in Leipzig, lebt seit 1972 mit seiner Familie in Berlin. Er arbeitet als Psychiater. Seit 1998 Mitglied der "Reformbühne Heim und Welt". Er hat inzwischen 14 Bücher veröffentlicht, darunter "Mein erstes T-Shirt" (2001), "Herr Jensen steigt aus" (2006), "Wurst und Wahn" (2011) sowie zuletzt gemeinsam mit Jürgen Witte die Streitschrift "Deutsche und Humor. Geschichte einer Feindschaft" (2012).

Wann?Dienstag, 24. Mai 2016, 20.00 Uhr
Wo?Nochtspeicher
Eintritt:AK 9,- Euro

Ortsinformationen

Nochtspeicher
Bernhard Nocht Strasse 69a
20359 Hamburg

Barrierefreiheit

nicht Behindertengerecht

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