Ein Liebesdrama, das mit allen Konventionen bricht

Lesungen, Vorträge & Slams

© Stephanie Pinkowsky

© Stephanie Pinkowsky

"Seelensplitter – Zwischen Schuld und Begehren" von der Hamburger Jungautorin Stephanie Pinkowsky. 

Die Geschichte erschüttert, bewegt und klingt lange in den Gedanken des Lesers nach. Etwas, das man zu Beginn des Buches nicht unbedingt erwarten würde – denn "Seelensplitter" erweckt zunächst den Eindruck eines klassischen Liebesromans:  

Kurzfassung

Die junge Helene Ferber verliebt sich in den älteren und verheirateten Geschäftspartner ihres Onkels, doch die leidenschaftliche Affäre ist nicht von Dauer. Er beendet die heimliche Beziehung zugunsten seiner Ehefrau, nicht ahnend, dass die junge Geliebte von ihm schwanger ist. Die gemeinsame Tochter Katja wächst in den ersten Jahren bei Verwandten der Mutter auf; Helene absolviert ihr Studium in Hamburg und startet anschließend eine atemberaubende Film- und Fernsehkarriere. 

Nach fünf Jahren im Rampenlicht sehnt sie sich nach ihrer Tochter und beschließt, das Kind zu sich zu holen. Doch das kleine Mädchen benimmt sich sonderbar. Es gelingt den beiden nicht, eine normale Mutter-Kind-Bindung aufzubauen. Je älter Katja wird, umso mehr schizoide Züge kommen zum Vorschein. Aber auch in der erfolgreichen Schauspielerin Helene, die an ihrer öffentlich auferlegten Rolle des makellosen "Goldenen Engels" zu zerbrechen droht, erwachen beängstigende Gedanken und Sehnsüchte. Beide Frauen geraten in einen Strudel aus Schuld, Liebe und emotionaler Abhängigkeit voneinander. 

Autorin Stephanie Pinkowsky

Die 25jährige taucht tief in die Abgründe der menschlichen Seele ein, sie thematisiert einen Mutter-Tochter-Konflikt, der sich in schuldhaftes Begehren wandelt. Ein infames Geheimnis, das die in der Öffentlichkeit stehenden Protagonistinnen in eine Katastrophe treibt.

Dabei gelingt es ihr, den seelischen Konflikt ebenso dramatisch wie eindringlich darzustellen, ohne dabei reißerisch zu werden. Ein Balanceakt bei dieser Thematik, welcher ein hohes Maß an Sensibilität erfordert.  Eine Herausforderung, welche die Autorin meisterhaft umgesetzt hat. 

Aber wie entwickelt man solch eine ungewöhnliche Idee überhaupt?    

Anfangs sei tatsächlich ein klassischer Liebesroman geplant gewesen, inspiriert von einer wahren Begebenheit. Dies wurde Stephanie Pinkowsky jedoch zu banal, der Mehrwert und ein Alleinstellungsmerkmal fehlten ihr: "Es gibt bereits unzählige tolle Liebesromane auf dem Buchmarkt. Warum also noch einen? Ich wollte etwas schreiben, das es so noch nicht gibt. Eine Geschichte, die noch nicht erzählt worden ist und ihre Leser dazu bewegt, über den viel zitierten Tellerrand hinauszublicken. In Literatur und Film habe ich noch kein Beispiel gefunden, das sich mit einer Mutter-Tochter-Liebe auseinandersetzt. Aber warum eigentlich nicht?" 

Arbeitet Seelensplitter mit gezielter Provokation?

Natürlich nehme sie sich einem sehr tabubehafteten Thema an, sagt Pinkowsky. Eine verbotene Liebe, die in der Gedankenwelt der meisten Menschen wohl nicht existiert. Es sei ihr dabei jedoch wichtig, nicht einfach nur blind zu provozieren, sondern mit der Geschichte von Helene und Katja kleine Denkanstöße zu geben. Ist jemand schuldig gewesen? Oder entsteht das größte Leid dadurch, dass sich zwei Liebende niemals zueinander bekennen können? Zerbrechen die beiden Frauen an ihrem Gewissen? An ihrem Geheimnis? Wären die Schicksale weniger tragisch verlaufen, wenn sie die verheerenden gesellschaftlichen Konsequenzen nicht hätten fürchten müssen? 

Der Roman ist keine Empfehlung für empfindliche Gemüter, doch wer bereit ist, sich auf dieses besondere Seelendrama einzulassen, hat eine lohnende Lektüre gefunden.

Was wünscht die junge Autorin sich für die Zukunft?

"Der erste große Schritt ist bereits bewältigt; durch Seelensplitter bin ich zur Verlagsautorin geworden. Ich wünsche mir, mich mit meinen Werken dauerhaft auf dem Buchmarkt zu etablieren und meine Zukunft als freie Autorin gestalten zu können. Der Weg dahin ist lang und voller Unebenheiten, aber ich gehe ihn aus voller Überzeugung. In Seelensplitter sehe ich das Potenzial, mir meinen Start zu ebnen. Aber wird der Roman mich "beliebt" machen? So unbequem, wie er ist? Liegt dort überhaupt meine Priorität? Viel wichtiger ist es mir, dass die Geschichte ihre – auch kritischen – Leser findet. Um zu ergreifen, zu fesseln und anhand meiner Romanfiguren aufzuzeigen, dass wir uns von mancher schönen Fassade nicht zu leicht blenden lassen sollten."

Weitere Informationen zur Autorin unter: http://www.stephanie-pinkowsky.de/.

Das Buch kann hier direkt bestellt werden.

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