Sankt Pauli Kino auf der Cap San Diego

Kino

Große Freiheit Nr. 7, Plakat

Große Freiheit Nr. 7, Plakat

Euer mobiles Kino lädt euch zusammen mit der Crew der Cap San Diego und dem Sankt Pauli Museum, am 19., 20. und 21. März 2019, auf eine Reise in die Vergangenheit unserer Hafenstadt zum Film "Große Freiheit Nr. 7" ein. In der Luke 4 begleitet das Sankt Pauli Museum an allen drei Tagen die Veranstaltung mit einer Sonderausstellung.

Bildmaterialien und Exponate aus der weltweit größten Sammlung zur Geschichte des Stadtteils erzählen von der Erfolgsgeschichte der Hippodrome in der Großen Freiheit und zeigen St. Pauli als Teil eines Reiches, das sich für "groß" und Freiheit für "gefährlich" hielt. Darüber hinaus wird deutlich, welchen Einschnitt die Bombennacht im Sommer 1943 für den Stadtteil, die Stadt und ihre Menschen bedeutete. 

Dazu verwöhnt euch Viermaster Catering mit Leckereien und passenden Drinks damit ihr keinen Skorbut erleidet. 

Zum Film: "Große Freiheit Nr. 7" Helmut Käutner – 109 Min.

Die Geschichte selbst ist – trotz ihrer Dramatik – schlicht, ja fast simpel, allerdings in keiner Weise klischeebeladen, und Käutner verstand es, über eine detailgetreue Milieuschilderung des von Vergnügungen aller Art beherrschten Lebens in St. Pauli ein visuelles wie erzählerisches Meisterstück zu inszenieren – einen Film, der abseits jeglicher NS-Ideologie, aber notgedrungen auch abseits jeglichen Kriegsgeschehens und der tatsächlichen Verhältnisse 1943 einen Einblick in das von Prostituierten, Musikern, Seeleuten, Hafenarbeitern usw. bevölkerte St. Pauli verschafft.

Die von Werner Eisbrenner komponierten Lieder – inzwischen weltbekannt – untermauerten diese Art der Inszenierung nahtlos. Im "Hippodrom" fließt der Alkohol, werden Verbindungen geknüpft und wieder gelöst.

Die Unbekümmertheit, mit der dieses "ruchlose" Milieu gezeigt wird, konnte den NS-Oberen nicht gefallen. Die meisten Frauen sind Prostituierte, und selbst die "anständigen" Damen wie Gisa oder Willems Zimmerwirtin Frau Kaasbohm (Erna Sellmer) sind weit davon entfernt, dem NS-propagierten Frauenbild zu entsprechen.

Das gleiche gilt für die Männer. Hans Albers ist in diesem Film natürlich in seinem Element. Seine hellblauen Augen, die aus der knallig bunten, in satten Farben gefilmten Umgebung immer wieder "herausstechen", wirken, als ob er uns mit ihnen die Reeperbahn, die Große Freiheit Nr. 7, das Hippodrom usw. zeigen wollte. Dort reitet Gustav Knuth auf einem Esel durch die Manege, den Kopf dem Hinterteil des Tieres zugewandt. Die Sprache ist die der "normalen" Leute und des Milieus, nicht die des NS-Durchhalte- oder -Ablenkungsfilms.

Albers Hamburger Schnauze, Hilde Hildebrands "Beim ersten Mal da tut's noch weh" (das Albers später im Film nochmals singt), Hans Söhnkers Darbietung eines Mannes, der weiß, was und wen er will, Ilse Werners selbstbewusste junge Frau Gisa – das ist vor allem pralles Leben, aber es ist eben auch ein Stück, ein großes Stück Freiheit. Trotz aller Dramatik der Geschichte, trotz aller enttäuschten Hoffnungen und trotz aller von der Liebe verlassenen Matrosen, trotz aller leichten Mädchen und schweren Jungs ist dieses Käutner'sche St. Pauli Ausdruck eines freien, lebensbejahenden, Vitalität versprühenden und letztlich immer wieder auf die Zukunft hoffenden Milieus und seiner Menschen. Man könnte fast sagen: Der Film kündet vom Ende des Schreckens, von einer Zeit nach dem grausamen Krieg und der Vernichtung. Er knüpft an das an, was vor 1933 einmal war und was wieder sein wird. 

Helmut Käutner (1908-1980) gehörte v. a. in den 50er Jahren zu den führenden Regisseuren in Deutschland. Zu den Höhepunkten seiner Arbeit gehörten v. a. "Der Hauptmann von Köpenick" (1956) und "Des Teufels General" (1955), aber auch der Nachkriegsfilm "Unter den Brücken" (1946) und "Die letzte Brücke" (1954). Während des Dritten Reiches drehte er mit Rühmann und dessen späterer Frau Hertha Feiler "Kleider machen Leute" (1940), der den Nazis ebenfalls nicht gefiel und darum erst ab 18 freigegeben wurde.

Wie immer gibt es passende Speisen und Getränke zum Film – diesmal von der Viermaster Catering Crew.

Sankt Pauli Museum

Das Sankt Pauli Museum lädt zu einem Streifzug durch 400 Jahre Stadtteilgeschichte. Die ständige Ausstellung führt durch schillernde Amüsierwelten, das verruchte Rotlichtviertel und ins heimelige Wohnzimmer einer protesterprobten Nachbarschaft. Zahlreiche Geschichten gibt es außerdem zu entdecken: von der mittelalterlichen Heiligenlegende über Hans Albers' Schuhe bis zu Domenicas Vorliebe für Kitsch.

Erleben Sie den berühmtesten Stadtteil Hamburgs in einem Rundgang durch seine wechselvollen Zeiten. In der ständigen Ausstellung präsentiert das kleine, aber feine Sankt Pauli Museum einzigartige Exponate und Bilder, die die abwechslungsreiche Entwicklung St. Paulis vom Mittelalter bis zur Gegenwart lebendig illustrieren.

Erfahren Sie, warum ausgerechnet ein Kloster Ausgangspunkt der Geschichte des "sündigen" Stadtteils ist, die Herbertstraße Sichtblenden hat und warum "Nutella" auf Sankt Pauli nur wenig mit dem süßen Brotaufstrich gemein hat. Zu aktuellen Entwicklungen finden immer wechselnde Sonderausstellungen statt.

Einmalig in der Museumslandschaft ist die integrierte Sankt Pauli Museum-Bar. Gönnen Sie sich vor Antritt Ihres Rundgangs ein Kaltgetränk, dass Sie gerne mit durch die Ausstellung nehmen dürfen und genießen Sie eine kurzweilige Zeit mit historischen Ausstellungsstücken, Videobeiträgen, originalen Kostümen berühmter Travestiekünstler und vielem mehr. Vergessen Sie nicht, ein Erinnerungsfoto mit der Fassade des berühmten Star-Clubs zu machen, in dem die Beatles zu Weltruhm gelangten. Und werfen Sie gerne einen Blick in unsere nostalgische Jukebox, die dazu einlädt, bei Oldies und Schlagern der damaligen Zeit in Erinnerungen zu schwelgen.

Cap San Diego 

Direkt an der Überseebrücke liegt die Cap San Diego. Der "weiße Schwan" ist der größte fahrtüchtige Museumsfrachter der Welt und kann täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr von Maschine bis Brücke, von Bug bis Heck besichtigt werden. Als maritimes Denkmal repräsentiert die 1961 gebaute Cap San Diego einen wesentlichen Abschnitt Seefahrtsgeschichte. Ein audio-guide, als Hörspiel angelegt, lässt das Schiff und seine Geschichte lebendig werden.

Die Cap San Diego kann jedoch nicht nur besichtigt werden: Jährlich unternimmt das Schiff mehrere Gästefahrten auf der Elbe. Wenn das Schiff in Hamburg liegt, kann man in den ehemaligen Passagierkabinen heute stilvoll "auf statt an der Elbe" übernachten. Verschiedenste Räumlichkeiten (Salons, Pool-Deck, Event-Luken) mit Kapazitäten von 5 bis 500 Gästen können für eigene Veranstaltungen gebucht werden.

Quelle: Flexibles Flimmern

Wann?19., 20., und 21. März 2019, Einlass jeweils 19.00 Uhr, Beginn 20.00 Uhr
Wo?Cap San Diego
Eintritt:12,- Euro
Tickets:Reservierungen bitte per Email an reservierungen@flexiblesflimmern.de  

Ortsinformationen

Cap San Diego
Überseebrücke Liegeplatz
20459 Hamburg
Telefon: 040 - 364209

Öffnungszeiten

Mo-So 10:00-18:00

Preise

Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 6,00 Euro .; Kinder unter 14 Jahren zahlen 2,50 Euro .

Anfahrt


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