Europäische Filmtage 2019 "Frauen führen Regie"

Kino

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 25.03.2019)

In diesem Jahr trägt der Zusammenschluss der europäischen Kulturinstitute, EUNIC Hamburg (European Union National Institutes for Culture), zum zweiten Mal die Europäischen Filmtage aus. Diese finden unter dem Titel "Frauen führen Regie" statt.

Trotz 100-jährigen Frauenwahlrechts in Deutschland und Einführung eines internationalen Weltfrauentages: "Noch immer müssen Frauen in ganz Europa für eine Gleichstellung in unserer Gesellschaft kämpfen", sagt Isabel Navarro Ramil, Mitveranstalterin der Filmtage und Kultur-Koordinatorin des spanischen Instituto Cervantes in Hamburg. Dieses Phänomen gäbe es auch in der Filmindustrie. "Grund genug für uns, die europäischen Kulturinstitute in Hamburg, das Augenmerk der diesjährigen 'Europäischen Filmtage' auf die Rolle der Frau im europäischen Kino zu richten", erklärt Navarro weiter. Die europäischen Kulturinstitute in Hamburg setzen sich aus Instituto Cervantes, Istituto Italiano di Cultura, Institut français und dem Goethe-Institut zusammen.

Auftakt der Europäischen Filmtage ist eine Podiumsdiskussion am 1. April 2019 im Instituto Cervantes Hamburg, die unter der Überschrift "Frauen im Filmgeschäft" geführt wird. Vertreterinnen aus Wissenschaft, Film – vor und hinter der Kamera – und vom Filmfest Hamburg diskutieren über aktuelle Fragen wie Frauenquote im Film, Finanzierung, Netzwerke, Genres, Filmrollen, etc. Auf dem Panel sitzen Kathrin Kohlstedde vom Filmfest Hamburg, die Professorin für Medien und Kommunikation Dr. Kristin Joan Bleicher, Verena Gräfe-Höft, Geschäftsführerin von Juna Film und die Filmemacherin Inga Bremer, deren Film am 4. April 2019 gezeigt wird. Moderiert wird die Diskussion von der Journalistin Amelia Wischnewski, die u. a. für den NDR arbeitet.

Filmvorführungen

Am Dienstag, 2. April 2019, zeigt das Kino 3001 "Carmen y Lola". Das Roma-Mädchen Carmen lebt in einem Vorort von Madrid. Wie alle Frauen, die sie in der Gemeinschaft getroffen hat, ist sie dazu bestimmt, ein Muster zu reproduzieren, das sich von Generation zu Generation wiederholt: Heiraten und möglichst viele Kinder großziehen, bis zu dem Tag, an dem sie Lola trifft. Letztere, auch ein Roma-Mädchen, träumt davon, zur Universität zu gehen, macht Graffiti von Vögeln und mag Mädchen. Carmen entwickelt schnell eine Komplizenschaft mit Lola und sie entdecken eine Welt, die sie zwangsläufig dazu bringt, von ihren Familien abgelehnt zu werden.

Das Spielfilmdebüt von Arantxa Echevarría über die Liebe zwischen zwei Roma-Mädchen wurde in der "Quinzaine des Réalisateurs" in Cannes uraufgeführt und ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielt die Fil-memacherin den Goya-Filmpreis für die beste Regie.

Emanzipation und Coming-out auf allen Ebenen: Carmen und Lola drehte sie mit Laien aus der lokalen Roma-Community.

Am Mittwoch, 3. April 2019, wird "M" gezeigt. Der Erstlingsfilm der Schauspielerin Sara Forestier M beginnt als Drama über die Macht der Worte, entwickelt sich langsam zu einer Liebesgeschichte und erreicht ihren Höhepunkt als befreiende Ode der Unvollkommenheit.

Lila und Mo treffen sich an einer Bushaltestelle. Doch die beiden sind völlig unterschiedlich. Während Lila betont langsam spricht, sprudelt es aus Mo nur so heraus. Lila bereitet sich auf ihr Examen vor, Mo verdient seinen Lebensunterhalt mit illegalen Autorennen. Da sich Gegensätze bekanntlich anziehen, verlieben sich die beiden ineinander und werden ein Paar. Doch Mo trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum.

Am Donnerstag, 4. April 2019, kommt "Francos Erbe – Spaniens geraubte Kinder" auf die Leinwand. Inga Bremers Dokumentarfilm führt uns nach Spanien. Während der 36-jährigen Gewaltherrschaft Francos in Spanien wurden die Kinder der politischen Gegner zwangsadoptiert. Bis in die 1990er-Jahre hinein, zwanzig Jahre nach dem Tod des Diktators, wurden Säuglinge direkt nach der Geburt ihren Eltern weggenommen, um sie zu verkaufen. Ein Kinderhandelring, durch den die Verantwortlichen viel Geld verdienten, war in den vergangenen 60 Jahren gewachsen.

In den Menschenraub verwickelt waren Ärzte, Hebammen, Nonnen, Priester, Sozialämter, Notare und Krankenschwestern. Doch trotz der sich langsam häufenden, bewiesenen Fälle tut sich die spanische Regierung schwer eine juristische Aufarbeitung auf den Weg zu bringen. Doch es gibt Personen, die sich den Mächtigen Spaniens entgegenstellen.

Und am Freitag, 5. April 2019, steht "Euforia" auf dem Spielplan. Sie sind zwei Brüder, die außer ihre gemeinsamen Wurzeln nicht viel verbindet: hier der in Rom lebende Unternehmer Matteo (Riccardo Scamarcio) – weltgewandt, charmant und ein wenig egozentrisch – und dort der schüchterne, zurückhaltende Lehrer Ettore (Valerio Mastandrea), der in dem kleinen Provinznest, wo die beiden geboren wurden, hängen geblieben ist. Die Erkrankung des einen zwingt die beiden so unterschiedlichen Brüder dazu, einander näherzukommen und sich zu entdecken, in einem Strudel von Verletzlichkeit und Euphorie.

Europäischen Filmtage und EUNIC Hamburg

Die Europäischen Filmtage werden in diesem Jahr zum zweiten Mal von den europäischen Kulturinstituten in Hamburg (EUNIC Hamburg) ausgetragen.

EUNIC Hamburg (European Union National Institutes for Culture) ist der Zusammenschluss der in Hamburg ansässigen europäischen Kulturinstitute aus Instituto Cervantes, Istituto Italiano di Cultura, Institut français und dem Goethe-Institut. Diese Institute sollen den länderübergreifenden Kultur- und Sprachaustausch in der Europäischen Union und der ganzen Welt fördern.

Quelle: Menyesch Public Relations

Wann?Podiumsdiskussion: 1. April 2019,
Filmvorführungen: 2. bis 5. April 2019, jeweils 19.00 Uhr
Wo?Podiumsdiskussion: Instituto Cervantes Hamburg
Filmvorführung: 3001 Kino
Eintritt:Podiumsdiskussion: Eintritt frei
Filmvorführung: 8,- Euro, ermäßigt 5,- Euro
Programm:Hier direkt das Programm anschauen.

3001 Kino Betriebs- GmbH  Mehr Adress-Informationen

Schanzenstr. 75
20357 Hamburg

Instituto Cervantes Hamburg  Mehr Adress-Informationen

Fischertwiete 1
20095 Hamburg

Anzeige