Hundertwasser: "Wege ins Paradies" im Ernst Barlach Museum

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ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 12.07.2016)

Vom 17. Juli 2016 bis zum 28. Februar 2017 zeigt das Ernst Barlach Museum in Wedel die Ausstellung "Wege ins Paradies" von Friedensreich Hundertwasser. Ca. 150 Werke präsentieren das Genie dieses Ausnahmekünstlers und die ungeheure Vielfalt seines Schaffens.

Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) war eine der bedeutendsten und phantasiereichsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Unter dem Einfluss von Paul Klee und Gustav Klimt entwickelte der österreichische Maler eine Farbenwelt von labyrinthischen Geheimnissen. Niemals zuvor ist Farbe mit größerem Glanz kühner und einfühlsamer verwendet worden als in den Bildern Hundertwassers.

Hundertwassers Botschaft eines Lebens in Einklang mit den Gesetzen der Natur und sein Streben nach einer individuellen künstlerischen Gestaltung aller Lebensbereiche bildeten die Kernpunkte seines Schaffens. Sein Anliegen war es, die Schöpfung der Natur mit der Schöpfung des Menschen wieder zu vereinen und der verborgenen Sehnsucht der Menschen nach Vielfalt und nach Schönheit in Harmonie mit der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen.

Seine Kunst richtet sich gegen die, aus seiner Sicht, dem puren Rationalismus unterworfenen und verwalteten Lebenswirklichkeit. Gegen die als "geometrisiert" gescholtene Welt der geraden Linien und rechten Winkel setzte er natürliche Formen. Dem allgegenwärtigen Grau begegnete er durch kraftvolle und leuchtende Farben bis hin zum glänzenden Gold.

Seine Kunst war dabei nie bloße Galerie- oder Museumskunst. Schon sehr früh forderte er, dass Kunst, wenn sie die Welt verändern will, in den Alltag der Menschen eindringen muss. Wenn er sich daher später intensiv der "angewandten" Kunst zuwandte und Alltagsgegenstände wie Bucheinbände, Gläser, Tassen, ja Briefmarken und am Ende gar ganze Häuser entwarf, entsprach dies nicht einer Neuausrichtung seiner Bemühungen, sondern setzte den schon zu Beginn seiner Karriere gewählten Weg lediglich konsequent fort: "Ich will den Menschen Dinge geben, die schön und brauchbar sind, die für sie etwas bedeuten und sie bereichern."

Hundertwasser begriff seine Kunst schon früh als gesellschaftspolitische Intervention. Vor allem seine Plakate zu politischen, sozialen und ökologischen Fragestellungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren verblüffen durch ihre Aktualität: "Heute , wo unsere Existenzgrundlagen verloren gehen, wo wir die Vegetation so sehr vergewaltigt haben (…), wo wir in die größte Krise kommen, die die Menschheit je gehabt hat, wo wir vorfabrizierte Dinge annehmen, sterile Architektur und giftiges Essen, ohne zu revoltieren, weil Geist und Körper sich scheinbar an diese Gifte gewöhnt haben, ist es von eminenter Bedeutung für uns alle, dass es Menschen gibt, die anders denken und anders handeln und anders leben." (Hundertwasser, 1981).

Wann?17. Juli 2016 bis 28. Februar 2017, Di bis So 11.00 bis 18.00 Uhr
Wo?Ernst Barlach Museum Wedel
Eintritt:8,- Euro, ermäßigt 6,- Euro.

Ortsinformationen

Ernst Barlach Museum Wedel
Mühlenstraße 1
22880 Wedel
Telefon: 04103/918291
Telefax: Fax 04103/97135

Öffnungszeiten

Mo:
geschlossen Uhr
Di:
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