Jessica Halm – Das Jadegrüne Buch

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Das Jadegrüne Buch, © Jessica Halm

Das Jadegrüne Buch, © Jessica Halm

Vom 7. bis 27. April 2019 zeigt die Hamburger Künstlerin Jessica Halm in ihrer vierten Soloausstellung bei Feinkunst Krüger ihre neuesten Arbeiten. Halms Werk steckt immer wieder voller neuer Ideen und befindet sich in stetiger Weiterentwicklung. Ihre neuen Arbeiten sind zum Großteil gestickt, abgeleitet von ihrer abstrakten Malerei, und entschleunigt. In dieser Ausstellung wird sie die Räume von Feinkunst Krüger mittels großer Objekte und installativer Eingriffe verändern und in etwas völlig Neues verwandeln.

In der Ausstellung "Das Jadegrüne Buch" zeigt Jessica Halm neue Arbeiten, die eng in Beziehung zueinander entstanden und zu betrachten sind. Herzstück der Ausstellung ist ein überdimensionales, gepolstertes, handbesticktes und bemaltes grünes Buch. Das Buch hat im geschlossenen Zustand in etwa das Format einer Doppelbettmatratze. Die Sehnsucht, es aufzuschlagen, sich hineinzulegen und sich mit einer der Buchseiten zuzudecken, war ein stetiger Motor im Schaffensprozess der Künstlerin. 

Das Liegen ist eine körperliche Position und hat verschiedene Aspekte, auf die sich Jessica Halm in dieser Ausstellung und ihren neuen Arbeiten immer wieder bezieht. Kunsthistorisch betrachtet, ist es eine sehr prominente Position. Zahlreiche "Reclining Nudes" lassen sich als Motiv wiederfinden. Eine Serie von Halms Monotypien trägt den Titel: "Le Lit de Cuivre ( Das Kupferbett )" und bezieht sich auf Walter Sickerts dunkelrote schattige Interieurszenen am Ende des 19. Jahrhunderts.

Liegen ist nicht nur Ausdruck vollkommener Passivität, sondern auch ein aktiver Versuch der Schwerkraft auf diesem Planeten Erde zu entkommen. Das Schlafen und Tagträumen ist in dieser körperlichen Haltung gut möglich. Den Blick in den Himmel oder zur Decke gerichtet verschwindet ein anvisiertes Ziel am Horizont und auch der eigene Schatten zeichnet sich kaum mehr sichtbar am Boden ab.

Wir können uns treiben lassen und den Bezug zu Zeit und Raum verlieren.

Im Sog dieser künstlerischen Auseinandersetzung sticht die Sticknadel Jessica Halms wie eine tickende Uhr als stetig begleitender Rhythmus durch das Gewebe des Nessels und reagiert absolut entschleunigt auf die im Gegensatz dazu stehende beschleunigte Malerei. Die unterbewusst "dahingeschlierten" hieroglyphenartigen Schriftzeichen, die sich immer wiederkehrend im Jadegrünen Buch und auf einigen Malereien und Monotypien wiederfinden, wurden akribisch Tag für Tag und Abend für Abend von Halm nachgestickt, als wäre sie Wendy höchstpersönlich bei dem Versuch, Peter Pans flüchtigen Schatten anzunähen. Gleichzeitig wohnt das Motiv einer selbstgenähten Sphinx als stiller und ewiger Zeuge der gesamten Ausstellung in Form einer großformatigen blaudunstigen Malerei bei.

Inhaltlich verweist Jessica Halm damit auch auf das nachfolgende Gedicht "Die Sphinx" von Oscar Wilde.

Quelle: Feinkunst Krüger

Wann?7. bis 27. April 2019, Do und Fr 12.00 bis 19.00 Uhr, Sa 12.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung
Wo?Feinkunst Krüger

Ortsinformationen

Feinkunst Krüger
Kohlhöfen 8
20355 Hamburg

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