Mit dem Nachwuchs in der Küche

Kinder & Familien

Kochen mit Kindern, © sergio kumer / iStock.com

Kochen mit Kindern, © sergio kumer / iStock.com

Kinder sind kleine Entdecker. Die Erkundungstour macht auch vor der Küche keinen Halt – vor allem wenn Mama oder Papa gerade das Essen zubereiten. Eltern sollten die Wissbegierde unbedingt nutzen. Denn selbst die Kleinsten können schon einfache Aufgaben übernehmen. Aber Vorsicht: Jahr für Jahr verunglücken wesentlich mehr Kinder in der heimischen Küche als im Straßenverkehr. Verbrennungen, Verbrühungen und Schnittwunden führen dort die Unfallstatistik an. Stefanie Thon, Unfallexpertin bei der IDEAL Versicherung, weiß, welche altersgerechten Tätigkeiten sich für Kinder eignen und wo Eltern noch vorsichtig sein sollten.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Kinder in der Küche aktiv sein können: Ob Teig rühren, Zutaten abwiegen, Gemüse waschen oder vorsichtig klein schneiden – der Nachwuchs kann hierbei viel lernen. "Bereits einfache Tätigkeiten fördern die Motorik", weiß Stefanie Thon. Außerdem steigern gemeinsame Arbeiten den Familienzusammenhalt und Kinder erleben die Mithilfe im Haushalt von Anfang an als eine Selbstverständlichkeit. Weiterer positiver Nebeneffekt: Wird der Nachwuchs von klein auf spielerisch an die Essensvorbereitungen und den Umgang mit frischen Lebensmitteln herangeführt, lernt er gleichzeitig viel über eine gesunde Ernährung. Wer auf seine Pizza mit Tomaten und Champignons ein lustiges Gesicht legt, hat auch Lust, das frische Gemüse anschließend zu essen.

Wo die Gefahren lauern

Wichtig für Eltern beim gemeinsamen Kochen oder Backen mit dem Nachwuchs: Sich ausreichend Zeit nehmen. Denn das oberste Gebot in der Küche lautet: Die Kleinen nie unbeaufsichtigt lassen. Das Familien-Kochen beginnt bereits mit der gemeinsamen Planung: Was soll gekocht oder gebacken werden, welche Lebensmittel, welche Küchengeräte brauchen wir? So lernen Kinder, sich selber zu überlegen, was schmeckt mir und was brauche ich dafür? Allerdings bietet die Küche auch allerlei Gefahren: Scharfe Messer und spitze Gegenstände können schnell zu Verletzungen führen. Besondere Vorsicht ist bei heißen Herdplatten, Töpfen, Pfannen und dem Backofen geboten. "Kuchen aus dem Ofen holen oder Nudeln ins kochende Wasser werfen, sollte tabu sein", rät Thon. Dabei kann es auch helfen, auf den hinteren Herdplatten zu kochen und beispielweise Pfannenstiele oder Henkel aus Reichweite der Kleinen zu drehen. Der Mixer kann ebenfalls eine Gefahr für kleine Kinderhände oder lange Haare sein.

Besondere Vorsicht ist auch beim Wasserkocher geboten. Laut einer Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder e. V." kommen Unfälle mit Wasserkochern besonders häufig vor und verursachen vor allem sehr schwere Verletzungen. Daher gilt: Wasserkocher weit nach hinten stellen und nur Geräte benutzen, die den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen. Wasserkocher mit losen Deckeln sind tabu, da aus ihnen das gesamte heiße Wasser schwallweise herausfließen kann. Außerdem helfen klare Regeln beim Kochen mit Kindern: Das macht der Nachwuchs, das die Eltern! Übrigens: Auch das anschließende Aufräumen gehört zum Kochen dazu – gemeinsames Abspülen oder Spülmaschine einräumen gewöhnt den Nachwuchs von Beginn an daran. "Natürlich ist im Alltag nicht immer Zeit für ein gemeinsames Kochen oder Backen. Manchmal muss es einfach schnell gehen", so die Ideal Expertin. Ihr Tipp: Regelmäßig einen gemeinsamen Koch- oder Back-Tag einführen.

Kindgerechte Messer für künftige Meisterköche

Besondere Vorsicht ist bei sämtlichen Schneidearbeiten geboten. Hier empfiehlt Stefanie Thon spezielle Kindermesser mit abgerundeter Klinge und separatem Fingerschutz: "So lässt sich das Schneidegut fingersicher im Krallengriff festhalten, wie es auch die Küchenprofis machen."

Altersgerechte Aufgaben

Wenn es um das gemeinsame "Werkeln" in der Küche geht, sollten Eltern den Entwicklungsstand ihres Kindes berücksichtigen. Ein zweijähriger Knirps braucht beispielsweise andere Aufgaben als seine sechsjährige Schwester. Zudem können gerade die ganz Kleinen Gefahren noch nicht einschätzen. Die IDEAL Expertin gibt eine Übersicht, in welchem Alter was machbar ist: 

  • Ab zwei bis drei Jahren: Lebensmittel sortieren, Kochlöffel reichen, Obst und Kräuter aus dem Garten ernten und waschen, Teig kneten, Plätzchen ausstechen.
  • Ab vier Jahren: Mit einem Plastik- oder Buttermesser weiche Lebensmittel wie Bananen schneiden – später mit ein wenig Übung auch Paprika oder Avocado.
  • Ab fünf Jahren: Karotten schälen, Zutaten abwiegen, Waffeln backen, Mixer halten – mit beiden Händen und unter Aufsicht!
  • Zwischen sechs und acht Jahren: Äpfel schneiden, Einkaufsliste aufschreiben, Salate zubereiten und gegebenenfalls sogar selbst kleine Gerichte kochen oder backen. 

Wichtig: Kinder sollten Spaß dabei haben. Wenn Eltern merken, dass der Nachwuchs mit der Situation überfordert ist, dann die Tätigkeit lieber selbst übernehmen. "Dabei kann es auch helfen, die einzelnen Vorgänge und Zusammenhänge zu erklären, so versteht das Kind den Ablauf besser und lernt gleichzeitig viel dazu", rät Stefanie Thon.

Quelle: IDEAL Versicherung

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