John McGurk – Aufstehen, Kilt richten, weiterkämpfen

Lesungen, Vorträge & Slams

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 15.08.2019)

Die eigene Kindheit war die Hölle auf Erden: "Ich kann mich an keinen einzigen Moment erinnern, an dem ich mich geborgen fühlte oder wirklich nachhaltig glücklich war", sagt John McGurk heute. Welch unvorstellbare Situationen er erlebte, wie er die Kraft fand sein eigenes Schicksal zu überwinden und warum er sich mit Spendenläufen für notleidende Kinder in Deutschland einsetzt, schildert er atmosphärisch dicht in seiner Biografie.

Seine Geburtsurkunde hütet John McGurk wie einen Schatz, denn sie ist die einzige neutrale Erinnerung an seine ersten Lebensjahre. "Erschütternd sind die Umstände, unter denen John im Süden von Glasgow aufwächst. Alle Grundpfeiler seines familiären Lebens brechen sehr früh nacheinander weg. Der Vater widmet sein Leben dem Alkohol, die Mutter flieht vor Gewalt und Hilflosigkeit nach Irland. John und seine sieben Geschwister werden getrennt und in verschiedenen Kinderheimen untergebracht. Dort erlebt John die schlimmste Zeit seines Lebens. Doch er gibt die Hoffnung nicht auf und kämpft für ein besseres Leben. John ist der lebende Beweis dafür, dass Liebe stärker ist als Hass und Demütigung", schreibt der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen David McAllister im Vorwort zum Buch.

Atmosphärisch dicht beschreibt John McGurk viele unvorstellbare Situationen. Eine Begebenheit im Kinderheim, bei der er vom Heimleiter misshandelt wurde, schildert er mit den Worten: "Es war die Hölle auf Erden, die sich da in meinem Zimmer auftat. Und es war niemand da, der mich beschützt hat."

John McGurk möchte für andere Kinder ein leuchtendes Beispiel sein und er erzählt seine Geschichte, weil er fest daran glaubt, dass es möglich ist, diesem Schicksal zu entfliehen. Er hat es selbst erlebt. John McGurk ist sicher: "Gott schenkt uns die Kraft, allen Kindern zu helfen. Wir müssen es nur tun."

Mitte der 80er-Jahre hoffte John McGurk auf einen Neuanfang in Deutschland. Er wollte seine Vergangenheit hinter sich lassen, doch es fiel im schwer, sich zu integrieren. Er litt an starken Depressionen, war suizidgefährdet und fühlte sich als Mensch zweiter Klasse, nicht lebenswert. Eines Abends, ganz am Boden, hatte John McGurk einen Traum, der sein Leben veränderte. Seitdem setzt er alles daran, diese Welt zu einem Ort der Liebe zu machen. Er fühlt sich zum Laufen berufen, um Spenden für notleidende Kinder zu sammeln. John McGurks Markenzeichen ist seit vielen Jahren sein Kilt, der knielange Rock, mit dem er bereits einmal um die Welt gelaufen ist. Für ihn ist der Kilt mehr als nur ein Mode-Gag. Er erinnert ihn an seine schottischen Wurzeln, an seine Heimat und somit auch an seine eigene Kindheit.

Für sein Engagement wurde John McGurk in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Deutschen Kinderpreis, 2012 die Bürgermedaille der Stadt Osnabrück und 2013 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Bislang hat er bei seinen Spendenläufen über 1 Million Euro gesammelt.

Quelle: Büscher & Andere GmbH

Anzeige