Stadtteil Sternschanze

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ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 04.09.2012)

Das Schanzenviertel, seit 1. März 2008 ein eigener Hamburger Stadtteil mit dem offiziellen Namen "Sternschanze", ist bereits seit Jahren eine der Amüsiermeilen in Hamburg. Generell wird das Gebiet um Schulterblatt, zwischen Schlachthof Hamburg, Schanzenpark, Altonaer Straße, Max-Brauer-Allee, Stresemannstraße und Heiligengeistfeld als das Schanzenviertel bezeichnet.

Der Name des Viertels stammt von der 1682 erbauten, sternförmigen Verteidigungsanlage, die mit dem Wallring durch einen Laufgraben verbunden war. Heute befindet sich an dieser Stelle der Sternschanzenpark. Der Umbau des dortigen Wasserturms zu einem Hotel hat in der Vergangenheit zu heftigen Protestaktionen der Schanzenbewohner geführt.

Der Bau des Bahnhofs Sternschanze an der Verbindungsbahn zwischen Hamburg und Altona im Jahr 1866 und die Errichtung des Schlachthofes brachte eine proletarisch-kleinbürgerliche Entwicklung des Gebiets mit sich. Der "Rote Hof" in der Bartelsstraße 55 war ein Zentrum der Hamburger Arbeiterbewegung und des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus.

Vom heruntergekommenen und verarmten Altbauviertel hat sich das Quartier zu einem angesagten Szene- und Ausgehviertel etabliert, das auch als beliebte Wohngegend der Hamburger Jugend gilt. Kaum ein anderes Viertel bietet derartig viele Szene-Bars, Restaurants, ausgefallene Boutiquen und Friseure. Viele Modedesigner, Filmproduktionsfirmen und Fotostudios haben sich hier niedergelassen. Auch ein Beerdigungsinstitut der besonderen Art ist hier zu finden: das Trostwerk in der Weidenallee ist für eine etwas "andere Bestattungen" Spezialist.

Den lebendigen Mittelpunkt der Schanze bilden Schanzenstraße und Schulterblatt, dessen Name von einem Gasthaus kommen soll, das als Symbol das Schulterblatt eines Wales führte. Ein Lokal reiht sich hier an das nächste, dementsprechend ist auch die Stimmung und der Andrang an den Wochenenden.

Mit der buntbemalten "Roten Flora", einem ehemaligen Varieté-Theater, hat hier eines der letzten Hausbesetzungsprojekte der Stadt überdauert. Ende der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts sollte daraus eine Musical-Halle werden, was mit stürmischen Protesten verhindert wurde.

Gegenüber, im portugiesischen "Transmontana" am Schulterblatt 86, ist jederzeit Frühstückszeit – südländisches Flair inklusive. Kaffeehauskultur vom Feinsten und ausschließlich hausgemachten Kuchen kann man im "Café unter den Linden" in der Juliusstraße 16 genießen. Nette Bedienung, leckeres, aber günstiges Essen und im Sommer draußen gemütliche Bierbänke: das ist "Omas Apotheke" in der Schanzenstraße 85. Das "Le Fonque" in der Juliusstraße 33 lädt mit weichen Sofas, schmeichelndem Licht und feinster DJ-Musik zum Verweilen ein.

Eine kultige Party-Location direkt unter der S-Bahn-Trasse an der Max-Brauer-Allee 279 ist die "Astra Stube", wo vor allem Rock- und Punkfans ganz auf ihre Kosten kommen. Wie in einem Wohnzimmer voll gemütlicher Sofas fühlt man sich im "Grünen Jäger" am Neuen Pferdemarkt 36. Trotzdem bleibt hier ausreichend Platz zum Tanzen. Sonntags wird es zum Treff für Tatort-Fans, die sich die Serie auf einer Leinwand ansehen können.

Das Schanzenviertel ist definitiv ein spannendes Viertel, in dem es ebenso viel zu entdecken wie zu erleben gibt!

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