Zwölf Hamburger Straßen nun auch Frauen gewidmet

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Verkehrsflächen in vier Bezirken werden mit neuen Erläuterungen versehen. Der Senat hat beschlossen, mit der neuen Erläuterung von zwölf Verkehrsflächen in den Bezirken Hamburg-Mitte, Hamburg-Nord, Wandsbek und Harburg zukünftig auch Frauen zu ehren und dies durch neue Informationsschilder sichtbar zu machen.

Die Straßen behalten dabei ihre Namen. Zu den geehrten Ehefrauen, Töchtern und Müttern der bisher alleinigen Namensgeber gehören unter anderem eine Verfolgte des Nationalsozialismus, bedeutende Mäzeninnen, eine Autorin und ein Mitglied der Nationalversammlung.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: "Viel zu lange wurden bei der Benennung von Straßen überwiegend Männer in den Blick genommen. Oft wurde dabei die große Leistung übersehen, die auch und gerade Frauen im Umfeld der geehrten Männer geleistet haben. Die neuen Erläuterungsschilder machen die historischen Frauenfiguren pragmatisch aber deutlich im Stadtbild sichtbar."

Die neu gefassten Erläuterungen im Detail:

Bezirk Hamburg-Mitte:

Petersenkai (Stadtteil HafenCity) nach Antonie (Toni) Petersen (1840-1909), Wohltäterin und Kunstmäzenin, und ihrem Vater Dr. Carl Petersen (1809-1892), Erster Bürgermeister und Senator der Freien und Hansestadt Hamburg.

Schmilinskystraße (Stadtteil St. Georg) nach Amalie Cäcilie Schmilinsky (1833-1916), Mitbegründerin des an dieser Stelle gelegenen Schmilinskystiftes, und deren Ehemann Carl-Heinrich Schmilinsky (1818-1891), Kaufmann und Gründer des Schmilinskystiftes.

Leipeltstraße (Stadtteil Wilhelmsburg) nach Katharina Leipelt (1893-1943), Opfer des Nationalsozialismus, und ihrem Sohn Hans Leipelt (1921-1945), in Wilhelmsburg aufgewachsen, als Student Mitglied des Hamburger Zweiges der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Döhnerstraße (Stadtteil Hamm) nach Sophie Döhner, geborene Hube (1817-1892), Gründerin des "Sophie-Döhner-Hube-Stifts" und ihrem Ehemann August Friedrich Gustav Adolph Döhner (1814-1888), der auf dem Gelände der Straße ansässig war.

Blostwiete und Blosweg (Stadtteil Horn) nach Anna Blos (1866-1933), Mitglied der Nationalversammlung und erste Ortsschulrätin in Deutschland, und ihrem Ehemann Wilhelm Blos (1849-1927), Journalist in Hamburg, Schriftsteller und Politiker, Mitglied des Reichstags (SPD).

Bezirk Hamburg-Nord:

Büringstwiete (Stadtteil Ohlsdorf ) nach Anna Büring (geboren etwa 1455, gestorben 1537), Gründerin einer Aussteuerstiftung für "arme, ehrliche Jungfrauen" und ihrem Ehemann Henning Büring (geboren um 1435, gestorben 1499), Bürgermeister von 1486-1499 und Stifter.

Herderstraße (Stadtteile Uhlenhorst und Barmbek-Süd)
nach Maria Karoline Herder (1750-1809), eine der überragenden Frauengestalten des Weimarer Kreises im 18. Jahrhundert, Lektorin und Autorin, und ihrem Ehemann Johann Gottfried Herder (1744-1803), Dichter, Theologe, Philosoph.

Bezirk Wandsbek:

Maetzelweg (Stadtteil Volksdorf) nach Monika Maetzel (1917-2010), Keramikmeisterin, langjährige Obermeisterin der Hamburger Töpferinnung und ihren Eltern Dorothea Maetzel (1866-1930), Malerin, und Emil Maetzel (1877-1955), Baudirektor und Maler.

Benzstraße (Stadtteil Bramfeld) nach Bertha Benz (1849-1944), Pionierin und Unterstützerin des Automobils, und ihrem Ehemann Carl Friedrich Benz (1844-1929), Erfinder des Automobils, Ingenieur und Autokonstrukteur.

Tiecksweg (Stadtteil Eilbek) nach Dorothea Tieck (1799-1841), bedeutende Übersetzerin, und ihrem Vater Ludwig Tieck (1773-1853), Dichter und Dramaturg.

Bezirk Harburg:

Breitscheidweg (Stadtteil Heimfeld) nach Tony Breitscheid (1878-1968), Frauenrechtlerin, Verfolgte des Nationalsozialismus, und ihrem Ehemann Rudolph Breitscheid (1874-1944), Mitglied des Reichstags (SPD), Opfer des Nationalsozialismus.

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