Wohncontainer für Obdachlose

Rund um die Stadt

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 27.10.2017)

Jedes Jahr am 1. November werden von der TAS (Diakoniezentrum in der Bundesstrasse 101) die Wohncontainer-Plätze in den Kirchengemeinden vergeben. Das sind meistens 100 Plätze – und viele der Bewerber gehen am Ende leer aus, weil es mehr Nachfrage als Angebot gibt.
 
Die private Bürgerinitiative möchte dazu beitragen das Angebot zu erweitern und kooperiert zu diesem Zweck mit zwei Hamburger Kirchen zwecks Aufstellung von Wohncontainern im Rahmen eines privaten, selbst finanzierten Winternotprogramms. 

Während im letzten Jahr nicht eine einzige Kirche mitmachen wollte, machen in diesem Jahr gleich zwei Hamburger Kirchen mit und stellen Wohncontainer in Kooperation mit der Bürgerinitiative auf. In dem Fall die Ansgar-Gemeinde in Hamburg Langenhorn sowie eine weitere evangelische Kirchengemeinde im Norden Hamburgs (Bauantrag läuft noch und wird in jedem Fall bewilligt werden).

Das Angebot richtet sich vorrangig an Langzeit-Obdachlose, die das städtische Winternotprogramm aus den verschiedensten Gründen nicht nutzen können. Sei es weil sie zu alt sind und das ständige rein und raus nicht verkraften oder weil sie mit den Zuständen in den Massenunterkünften nicht klar kommen.
 
Es ist kein Geheimnis, dass die städtischen Wohncontainer nicht für Jedermann geeignet sind. Leute mit Ängsten, Phobien, Transgender, ältere und – kranke Menschen, halten es dort kaum aus. Probleme durch Gewalt, Drogen, Alkohol, Diebstahl und Anfeindungen aller Art sind in den Massenunterkünften an der Tagesordnung und wohl kaum einer schläft dort gerne.
 
Deshalb ist es wichtig, jemanden aufzunehmen, der besonders schlimm betroffen ist. Diese Auswahl wird am Mittwoch, 1. November 2017, für Standort Nummer 1 in der Langenhorner Chaussee getroffen.
 
In Hamburg leben mehr als 2000 Menschen auf der Straße. Darunter viele Langzeit-Obdachlose, die aus den verschiedensten Gründen keinerlei staatliche Unterstützung (mehr) erfahren. Sei es, weil sie keinen Anspruch darauf haben oder aber sich – aus welchen Gründen auch immer – dem System gegenüber verschließen. Aufgabe ist es, auch diesen Menschen zu helfen – und zwar bedingungslos. Das bedeutet, niedrigschwellige Angebote zu schaffen – Helfen ohne zu reglementieren – ein echtes "bedingungsloses Winternotprogramm" anzubieten ist das Ziel.
 
Beispiel Klaus (62): Die Unterbringung im städtischen Winternotprogramm ist für Klaus schwierig, da er nicht mehr so gut gehen kann und Begleitung im Alltag benötigt. Das städtische Winternotprogramm bietet eine Begleitung nicht an und schließt zudem tagsüber.
 
Die nur wenigen Einzelcontainer in den Kirchengemeinden der Diakonie (mit Ganztagsunterbringung) sind schnell belegt und jemand wie Klaus geht dann meist leer aus und hat keine Chance auf Dauer den Winter irgendwo unterzukommen.
 
Hier soll eine Lücke eschlossen werden und speziell älteren, betreuungsintensiven Langzeit-Obdachlosen das sichere Überwintern im beheizten Wohncontainer ermöglichen.
 
Darüberhinaus wird an Perspektiven für die Betroffenen gearbeitet. Viele der gerade älteren Langzeit-Obdachlosen glauben nicht mehr daran, dass eine Rückkehr in ein normales Leben für sie überhaupt noch gelingen kann. Deshalb ist ein schrittweises, niedrigschwelliges Heranführen an neue Wohnmodelle notwendig. Die Bürgerinitiative will die Obdachlosen nicht nur unterbringen, sondern auch begleiten – in ihrem Alltag und bei der Bewältigung ihrer Ziele.
 
Nicht selten muss das Wohnen erst ganz neu erlernt werden und so eine Zeit im Container kann ein erster Schritt sein – ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es sich anfühlt in einem richtigen Bett zu schlafen. Eine Art Zwischenstation also, ein Brückenschlag auf dem Weg zurück in ein Leben fern der Straße.

Für die weitere Realisierung des Projekts werden Spenden benötigt.

Hier geht es zum Spendenkonto: https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_s-xclick&hosted_button_id=PLH9A6EDA4YRN

Ziel: Mindestens 3 Wohncontainer an 3 Standorten für drei Hamburger Obdachlose zum Herbst / Winter 2017.

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