Hamburg bekommt einen neuen Fotopreis: Der Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie

Rund um die Stadt

Georg Koppmann, Auf dem Sande, 1872 © SHMH/Museum für Hamburgische Geschichte

Georg Koppmann, Auf dem Sande, 1872 © SHMH/Museum für Hamburgische Geschichte

Die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) und die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) vergeben 2019 erstmals einen Fotopreis in Form eines Arbeitsstipendiums in Höhe von 8.000 Euro an national und international tätige Fotografen. Bewerbungen können ab sofort unter www.shmh.de/fotopreis eingereicht werden.

Hamburg bekommt einen neuen Fotopreis! Um den dynamischen Wandel der Freien und Hansestadt Hamburg mit zeitgenössischen Mitteln und aus einer künstlerischen Perspektive zu ermöglichen, vergeben die SHMH und die BSW 2019 erstmals den "Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie". Der Fotograf Georg Koppmann (1842 – 1909) hat die Entwicklung Hamburgs zur Großstadt am Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Stadt erstmals systematisch dokumentiert. Dabei ist ihm eine eigenständige ästhetische Gesamtdarstellung der städtischen Veränderungen gelungen. Zu Ehren dieses Wirkens ist der neue Preis nach diesem Hamburger Fotokünstler benannt.

Der Preis soll jährlich in Form eines Arbeitsstipendiums in Höhe von 8.000 Euro an national und international tätige Fotografen vergeben werden, mit dem Ziel, eine künstlerisch-dokumentarische Bilderserie zum Stadtbild Hamburgs und seiner aktuellen Veränderungen anzufertigen. Das Ergebnis soll eine eigenständige fotografische Perspektive auf die Elbmetropole als urbanen Lebensraum mit einer vielfältigen Stadtgesellschaft präsentieren und sich mit Prozessen ihrer architektonischen, kulturellen und sozialen Veränderungen auseinandersetzen.

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt über eine Jury, die sich aus Vertretern der Stiftung Historische Museen Hamburg, der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie Experten für Fotografie zusammensetzt. Informationen zum Bewerbungsverfahren sind ab sofort über die Website www.shmh.de/fotopreis zu erhalten.

Die ersten Ergebnisse der fotografischen Auseinandersetzung mit dem Wandel der Stadt werden im September 2019 von der Stiftung Historische Museen Hamburg präsentiert.

Der historische Hintergrund zum "Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie"

Die rasante Entwicklung Hamburgs zur Großstadt seit dem Großen Brand 1842 ist von dem damals neuen Medium der Fotografie intensiv begleitet worden. Mit der Beauftragung des bekannten Hamburger Fotografen Georg Koppmann zur kontinuierlichen Dokumentation der Veränderungen des Stadtbilds durch die Baudeputation 1874 wurde diese Form der Archivierung zu einer öffentlichen Aufgabe, von der Museen, Historiker und stadtgeschichtlich Interessierte bis heute profitieren.

Bis zu seinem Tod 1909 hielt Koppmann so einschneidende Vorgänge wie den Abriss der Kehrwieder-Wandrahm-Viertel und den Bau der Speicherstadt in mehreren tausend Aufnahmen fest. Seitdem sammelte die Baudeputation auch von anderen Fotografen Ansichten der Stadt. 1928 wurde die fotografische Dokumentation des Stadtbildes mit der Einrichtung der Landesbildstelle amtlich institutionalisiert und bis 2015 kontinuierlich fortgesetzt. Diese Tradition, die mit Namen wie Georg Koppmann, Willi Beutler oder Fritz Kempe verbunden ist, bildet einen Hintergrund für den Preis für Hamburger Stadtfotografie.

Neben der institutionalisierten Dokumentation des städtischen Wandels gab es in den letzten Jahrzehnten natürlich zahlreiche Fotografen, die sich der Stadt Hamburg und ihren Veränderungen auf künstlerische Weise mit jeweils eigenen Blicken genähert haben. Unter den bekanntesten von ihnen finden sich Namen wie Germin (Gerd Mingram), Thomas Henning und Milan Horacek. Dieser Anspruch auf einen ästhetisch konzeptionellen Blick auf die Stadt soll ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Vergabe des "Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie" spielen.

Stadtfotografie auf dem Webportal Historischen Museen Hamburg

Die SHMH bildet mit den drei großen stadthistorisch orientierten Museen und den fünf größeren und kleineren Außenstellen den größten stadt- und regionalgeschichtlichen Verbund Europas. In ihren umfangreichen und sehr qualitätsvollen Sammlungen befinden sich mehrere fotografische Bestände, in denen die Geschichte Hamburgs mit seinen regionalen, nationalen und internationalen Bezügen dokumentiert ist. Unter dem Titel "Hamburg in der Fotografie" konnten einige dieser Bestände im Rahmen der Triennale der Photographie 2015 in Form von drei parallel gezeigten Sonderausstellungen erstmal umfassend aufgearbeitet, präsentiert und in Katalogen zu den Ausstellungen kommentiert werden.

Mit dem "Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie" möchten die SHMH und die BSW, von der das Arbeitsstipendium finanziert wird, diese Auseinandersetzung mit dem fotografischen Blick auf die Entwicklung der Stadt fortsetzen. Die Arbeiten der Stipendiaten bilden dabei eine Säule der auf dem neuen Webportal der Historischen Museen Hamburg (www.shmh.de) zugänglichen fotografischen Zeugnisse der Stadtgeschichte. Neben den Ergebnissen des Fotopreises werden auf dem zukünftigen Webportal die im Projekt "eFoto" zusammengefassten historischen Fotobestände der Stadt Hamburg und unter dem Titel "Foto Hamburg" zahlreiche zeitgenössische Bildstrecken präsentiert.

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