Kunstblut und nackte Haut – PETA Deutschland lässt in Hamburg zum 25-jährigen Jubiläum Demo-Klassiker aufleben

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ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 29.08.2019)

Unter dem Motto "Kein Lebewesen ist ein Lebensmittel!" macht das Hamburger PETA ZWEI-Streetteam gemeinsam mit weiteren PETA-Unterstützern aus dem norddeutschen Raum am Samstag, 31. August 2019,  ab 12.00 Uhr auf der Spitaler Straße/Kreuzung Barkhof auf das Leiden der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung aufmerksam.

Während der provokanten Aktion zeigen halbnackte, mit Kunstblut beschmierte und in lebensgroße Fleischschalen unter Zellophan verpackte Tierfreunde, wie im Supermarkt angebotenes Menschenfleisch aussehen könnte. Schwarz gekleidete Demonstranten fordern im Hintergrund mit Schildern zum Umstieg auf eine pflanzliche Ernährungsweise auf.

PETA Deutschland feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Seit einem Vierteljahrhundert setzt sich die Organisation für Tierrechte ein und hat das Thema auf unkonventionellem Weg gesellschaftsfähig gemacht. Als eine der ersten NGOs des Landes nutzte PETA hierfür eine neue Art von Protestaktionen – auffällig, bildstark und wirksam. Anlässlich des Jubiläums tourt PETA in diesem Jahr mit 15 originellen Demo-Klassikern durch ganz Deutschland.
 
"Während Fleischalternativen noch vor ein paar Jahren nur in einzelnen Reformhäusern angeboten wurden, gibt es inzwischen in jedem Discounter für beinahe alle Fleisch- und Wurstprodukte einen leckeren tierfreundlichen Ersatz", so Jens Vogt, Aktionskoordinator bei PETA. "PETA hat in den vergangenen 25 Jahren mit Aufklärungsarbeit und Demonstrationen maßgeblich dazu beigetragen, dass mehr und mehr Menschen das tote Tier hinter einem Stück Fleisch sehen und sich bewusst gegen die mit enormem Tierleid verbundenen Produkte der Fleischindustrie entscheiden. Das entgeht selbst Firmenriesen wie McDonald’s nicht, der in diesem Jahr einen veganen Burger auf den deutschen Markt gebracht hat."

Das Leid in der Fleischindustrie

In Deutschland werden 95 % der Rinder, 98 % der Hühner und 99 Prozent der Schweine auf engstem Raum, meist ohne Tageslicht gehalten. 100 % der Tiere sterben einen vorzeitigen und gewaltvollen Tod im Schlachthaus, wenn sie die Mastzeit überhaupt überleben. Die Kastration von Ferkeln und die Enthornung bei Kühen finden meist ohne Betäubung statt, Hühnern brechen aufgrund des angezüchteten zu schnellen Wachstums oftmals die Knochen. Die Tiere haben ein entbehrungsreiches Leben und stressvolle Transporte hinter sich, bevor sie qualvoll im Schlachthaus sterben – denn keine Betäubungsmethode ist schmerz- und stressfrei für das Tier.

Aufgrund von Fehlbetäubungen werden Rinder, Schweine und Hühner häufig bei Bewusstsein getötet. Laut Angaben der Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 % der Schweine und vier bis über neun % der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn Metzger sie an einem Bein aufhängen und ihnen kopfüber die Kehle durchtrennen. In absoluten Zahlen sind dies jährlich weit über 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Für Hühner und Puten wurde noch keine Fehlbetäubungsrate ermittelt, was unter anderem damit zusammenhängen könnte, dass diese Tiere im Schlachthof nur in Tonnen und nicht als einzelne Individuen angegeben werden.

Innovative Aktionsformen: PETAs Markenzeichen

Die Fleischschalen-Aktion mit dem Motto "Kein Lebewesen ist ein Lebensmittel!“ nutzte PETA Deutschland erstmals im Jahr 2005. Schilder hochzuhalten und Slogans zu skandieren war der Organisation von Anfang an zu wenig, um auf ihre Ziele aufmerksam zu machen. Seit jeher setzt PETA daher auf bildstarke Mittel, die in den Köpfen hängenbleiben und zum Überdenken des eigenen Verhaltens anregen. Tierfreunde, die bei Minusgraden im Bikini gegen Pelz demonstrieren oder sich als menschliches Stück Fleisch in Frischhaltefolie einwickeln lassen, um die vegane Lebensweise zu bewerben, wecken sowohl Interesse an ihren Beweggründen als auch Mitgefühl – gegenüber ihnen und den Tieren. Dank dieser gut durchdachten Bildgebung und bisweilen augenzwinkernder Demokonzepte erzielen PETAs Aktionsformen mit geringen Kosten große Erfolge, wie etwa mehr Bewusstsein über Tierleid und die Aufklärung über Alternativen.
 
In den vergangenen 25 Jahren haben professionell gedruckte Plakate selbstgemalte Banner aus Bettlaken abgelöst, auch aufwendige Bodypaintings und Morphsuits kommen inzwischen zum Einsatz. Dauerbrenner wie nackte oder mit Kunstblut übergossene Unterstützer wirken noch immer, weshalb Bewährtes beibehalten und optisch optimiert wird.

25 Jahre PETA Deutschland

PETA Deutschland wurde 1994 mit der Vision einer veganen Welt in Hamburg gegründet und hat sich in den vergangenen 25 Jahren zu Deutschlands größter Tierschutzorganisation, die sich für die Rechte aller Tiere einsetzt, entwickelt. Der Verein vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Mithilfe von über 1,5 Millionen Unterstützern klären rund 100 Angestellte die Öffentlichkeit über Missstände auf und setzen sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Zudem übt die Organisation mit medienrelevanten Mitteln Druck auf Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft aus und ist mit Firmen im Gespräch, um sie beim Umstieg auf tierfreundliche Alternativen zu unterstützen. Als erste NGO in Deutschland nutzte PETA auch Prominentenkampagnen für die Umsetzung ihrer Ziele. Darüber hinaus veranstaltet PETAs Rechtsabteilung jährlich den Tierrechtskongress und erstattet eine Vielzahl von Anzeigen, um das Rechtsverständnis zugunsten der Tiere zu ändern. Der Hauptsitz der Tierschutzorganisation ist seit 2014 in Stuttgart, eine Niederlassung befindet sich in Berlin.
 
Das PETA ZWEI-Streetteam Hamburg ist ein Verbund freiwilliger Unterstützer, die sich für die Ziele der Jugendkampagne PETA ZWEI der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen.

Quelle: PETA Deutschland e. V.

Wann?Samstag, 31. August 2019, 12.00 bis 13.00 Uhr
Ort:Spitaler Straße/Kreuzung Barkhof (bei Starbucks), 20095 Hamburg

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