Hamburgs Zukunft an Elbe und Bille – HafenCity, Billebogen und Grasbrook

Rund um die Stadt

Präventionszentrum, © BG BGW Auer Weber Architekten

Präventionszentrum, © BG BGW Auer Weber Architekten

Hamburgs innere Stadt wächst an Elbe und Bille und entwickelt zukunftsweisende neue Stadtqualitäten. Die HafenCity zeigt sich in 2019 mit Großbaustellen im Zentrum und wächst mit einer Vielzahl von Gebäuden, einer intensiven Nutzungsmischung, neuen Innovationen und vielen kleinen integrierten Projekten ihrer Vollendung im Osten entgegen. Nach der HafenCity, die ihren Abschluss an den Elbbrücken findet, rücken zwei weitere Stadträume in den Blick: der Billebogen, wo auf 700 Metern ein neuer Stadteingang für Hamburgs innere Stadt und Raum für unternehmerische Ideen entsteht. Und über die Elbe hinweg in Richtung Süden, wo südlich der Norderelbe der neue Innovations-Stadtteil Grasbrook entwickelt wird. Gemeinsam repräsentieren die drei Stadtentwicklungsgebiete einen über 300 Hektar großen innerstädtischen Transformationsraum mit einem Potenzial für Wohnraum für circa 23.000 Menschen und für circa 71.000 Arbeitsplätze. Im Laufe des Jahres 2019 werden im Rahmen von zwei bedeutenden städtebaulichen Verfahren die Ideen für diese neuen Zukunftsräume Hamburgs konkretisiert. 

Wer heute einen Blick auf den ersten Masterplan der HafenCity aus dem Jahr 2000 wirft, reibt sich vermutlich verwundert die Augen. Die östlichen Quartiere rund um den Baakenhafen hatten den Charakter einer vorstädtischen Randlage, die beiden Ufer des Baakenhafens waren noch unverbunden, eine Straßenbahnlinie sollte entlang des Magdeburger Hafens bis zu den Elbbrücken führen. Heute zeigen sich die beiden Quartiere Baakenhafen und Elbbrücken – in Teilen realisiert, im Bau und überwiegend projektiert – als urbane, verdichtete Stadtquartiere mit über 3.500 Wohnungen und bis zu 15.000 Arbeitsplätzen, mit einer hohen sozialen und kulturellen Durchmischung und ambitionierten Nachhaltigkeitsstandards. Mit dem Baakenhöft als Verlängerung des Lohseparks und dem Baakenpark als verbindende Halbinsel im Hafenbecken haben die öffentlichen Stadträume der östlichen HafenCity eine vollkommen neue grüne Qualität bekommen. 

Die HafenCity ist mit mittlerweile drei U4-Haltestellen durch ein modernes effizientes ÖPNV-System erschlossen und mit dem gesamten Hamburger Stadtgebiet vernetzt. Mehr noch, mit der Eröffnung der neuen U4-Haltestelle "Elbbrücken" (ab Ende 2019 verbunden mit der neuen S-Bahn-Station S3/S31) ist ein neuer Stadtentwicklungsknoten entstanden, der künftig auch in die neuen Stadträume Billebogen und Grasbrook ausstrahlen wird.   

"Die Vorstellungen von zukunftsfähiger Stadtentwicklung haben sich in diesen knapp 20 Jahren radikal gewandelt. Nicht nur Städtebau und Architektur, sondern auch umweltbezogene Gebäudestandards, Nachhaltigkeits- und Mobilitätsstrategien sowie vielfältige Konzepte sozialer Durchmischung und Integration sind in großen Schritten weiterentwickelt worden – und die HafenCity ist im Sinne dieser integrierten Stadtentwicklung zu einem anspruchsvollen, internationale Maßstäbe setzenden Innovationstreiber geworden. Stadtentwicklung zeigt sich hier als Quantensprung", sagt Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH.

HafenCity: Etablierte Innenstadt im Westen, Großbaustelle im Zentrum und Zukunftslabor für Innovation im Osten

In 2019 ist die HafenCity in ihrem Zentrum und im Osten eine faszinierende Großbaustelle. 1.860 Wohnungen sind derzeit im Bau. Der westliche Strandkai schließt mit zwei neuen Türmen und insgesamt über 500 Wohnungen die Lücke im Westen. Für das südliche Überseequartier, realisiert durch Unibail-Rodamco-Westfield, mit 265.000 Quadratmetern (Gesamtfläche), 200 Geschäften und circa 50 Gastro-Einheiten, mit Hotels und 10 Kinosälen, einem vertikal organisierten Kreuzfahrtterminal, mit 4.200 Arbeitsplätzen und rund 650 Wohnungen liegen überwiegend die Baugenehmigungen vor. In diesem Jahr wird in der Tiefe der Baugrube feierlich der Grundstein gelegt. 

Im Osten der HafenCity entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft der neu eröffneten U4-Haltestelle eines der dichtesten und urbansten Quartiere der HafenCity: Das Quartier Elbbrücken mit 560.000 qm Bruttogesamtfläche, für rund 11.000 Arbeitsplätze und 1.400 Wohnungen. Mehrere große experimentelle Projekte werden in 2019 in Bau gehen, darunter ein Hightech-Smart-Building ("The Pier") mit circa 24.700 qm BGF, realisiert von EDGE Technologies, das höchste Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstandards bieten wird. Außerdem starten die Bauarbeiten für das circa 29.000 qm BGF große Präventionszentrum der Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW) sowie der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) und für das Solargebäude der Enerparc AG mit circa 7.000 qm BGF. 

Weitere Auslobungen, Bauherren- und Architekturentscheidungen sind in Vorbereitung. Auch der große öffentliche Platz im Osten der HafenCity, der circa 10.000 qm große Amerigo-Vespucci-Platz, ist bereits im Bau und wird 2020 eröffnet. 

Elbtower: Anspruchsvoller Abschluss und Auftakt

Erstmalig in der Geschichte Hamburgs ist direkt an den Elbbrücken als neues, südliches Entree der inneren Stadt ein imposantes Hochhaus mit gut 240 Metern Höhe und über 100.000 qm BGF geplant. Mit Respekt vor Hamburgs Baukultur bettet sich der kraftvolle ikonographische Entwurf in die neue hanseatische Stadtsilhouette am Elbufer ein. 2021 kann Baubeginn sein, die Eröffnung dann 2025/26 folgen. Der Elbtower, privat errichtet und finanziert durch die SIGNA Prime Selection AG, wird einst wie selbstverständlich zum Stadtbild Hamburgs gehören und ein skulpturales städtebauliches Pendant zur Elbphilharmonie bilden. Neben Büros, Hotel- und Ausstellungsflächen bietet das Gebäude auch Unterhaltungsangebote und eine Aussichtsebene. Der Elbtower ist architektonisch und in seiner Nutzungsmischung hoch anspruchsvoll, wenn auch aufgrund der hohen Lärmexposition Wohnen nicht möglich ist. Zugleich wird es eines der umweltbezogen nachhaltigsten Hochhäuser der Welt werden und bündelt dort circa 5.000 Arbeitsplätze, wo sie hervorragend zu erreichen sind.

Transformationsraum Innere Stadt: Start für zwei große städtebauliche Verfahren 

Der Elbtower bildet nicht nur den Abschluss der HafenCity-Entwicklung, er ist zugleich Auftakt für zwei große neue Stadträume, die die Stadtentwicklungsperspektiven der wachsenden Metropole Hamburg weit über die HafenCity hinaus in Richtung Bille und auf das südliche Ufer der Norderelbe erweitern. 2019 werden im Rahmen von zwei städtebaulichen Verfahren sowohl für den neu zu gestaltenden Stadteingang Elbbrücken als auch für den neuen Stadtteil Grasbrook erste städtebauliche Perspektiven entwickelt. 

"Stadteingang Elbbrücken"

Am 23. Januar 2019 startet das städtebaulich relativ offene Testplanungsverfahren, das der Bezirk Hamburg-Mitte, die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und die Billebogen Entwicklungsgesellschaft (BBEG), eine Tochter der HafenCity Hamburg GmbH, durchführen, um übergreifende städtebauliche Perspektiven für das gesamte Gebiet von der nördlichen Veddel bis zum Billebecken zu entwickeln. Das Autobahn-Kleeblatt wird zukünftig nicht mehr nur als Verkehrsfläche genutzt und bietet damit neue urbane Entwicklungspotenziale. Der Billhafen, im westlichen Rothenburgsort und im Norden des Quartiers Elbbrücken gelegen, wird mit der Idee einer Sporthalle zusammen mit zwei geplanten Fußgängerbrücken von der Ostspitze der HafenCity über den Oberhafenkanal bzw. zum Park Entenwerder in die Überlegungen mit einbezogen. 

"Neuer Stadtteil Grasbrook" 

Auch das Nachdenken über den neuen Stadtteil Grasbrook wird in 2019 konkretere Formen annehmen. Der Grasbrook liegt gegenüber der HafenCity, südlich der Norderelbe. Geplant sind circa 3.000 Wohnungen, in Miete und Eigentum, für Genossenschaften und Baugemeinschaften, ein Drittel der Wohnungen ist gefördert. Vor allem aber entstehen circa 16.000 zum Teil hochwertige Arbeitsplätze, u. a. für Forschung und Entwicklung, aber auch für Start-ups, kleinere und mittelgroße Produktionsstätten und Manufakturen. Im Rahmen eines Wettbewerblichen Dialogs, durchgeführt von der HafenCity Hamburg GmbH in Kooperation mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, werden in 2019 sowohl für den Städtebau als auch für den Freiraum gestalterische Konzepte entwickelt. 

Vorlaufend zum Wettbewerblichen Dialog sind im Rahmen von "Grasbrook-Werkstätten" (Dezember 2018 bis Februar 2019), einer Online-Beteiligung und weiteren Veranstaltungen die Nachbarn aus den angrenzenden Stadtteilen und alle Hamburger Bürger dazu eingeladen, sich aktiv am Ideenprozess zu beteiligen. Die Termine sind unter  www.grasbrook.hamburg zu finden. Die Ergebnisse fließen neben einer intensiven Bestandsaufnahme in die Auslobung des Wettbewerblichen Dialogs ein. 

"Hamburg kann sich glücklich schätzen, in einer so zentralen Lage einen Stadtraum von mehr als 300 Hektar neu zu erfinden, für heute, morgen und übermorgen. Hier haben wir die Möglichkeit, dringend benötigte neue zukunftsfähige Arbeitsplätze und Wohnungen zu schaffen. Soziale und umweltbezogene Nachhaltigkeit sowie intelligente wirtschaftliche Entwicklung gehen dabei eine überzeugende Verbindung ein," sagt Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH.

Anzeige