Hamburg Motor Classics

Rund um die Stadt

Hochzeits-Kübel, © Birgit Dethlefs

Hochzeits-Kübel, © Birgit Dethlefs

Der Kübel feiert Geburtstag: In diesem Jahr wird der legendäre Volkswagen Typ 181 runde 50 Jahre alt. Grund genug, das Jubiläum auf der HAMBURG MOTOR CLASSICS vom 19. bis 21. Oktober 2018 zu feiern. Gemeinsam mit Birgit und Christian Dethlefs vom Kübel-Club Deutschland richtet die Klassiker-Messe ein Fest in Form einer Sonderschau mit einzigartigen Fahrzeugen aus – darunter ein schneeweißer Kübelwagen mit dem Kosenamen Schröder. Neben der Präsentation von klassischen Fahrzeugen widmet sich die Messe auch Themen wie Bewertung, Kauf, Versicherung und Pflege von Young- und Oldtimern. Experten der Branche stehen für Fragen zur Verfügung und liefern auch unerfahrenen Besuchern einen tieferen Einblick.

Der Kübelwagen namens Schröder steht auch für die ungewöhnliche Geschichte einer Ehe. Birgit Dethlefs lernte ihren späteren Gatten im Jahr 1998 über eine Flirthotline kennen. Und während der ersten Gespräche berichtete Christian Dethlefs von einer seltsamen Leidenschaft – er schraube an Kübeln herum. "Ich dachte, so einen Verrückten, der an Eimern schraubt, den musst Du kennenlernen", so Birgit Dethlefs. Das erste Treffen brachte dann die Aufklärung, dass es sich bei den Kübeln nicht um Eimer, sondern um Autos handelte.

Als die Hochzeit anstand, wollte Birgit ihrem Künftigen eine Freude machen und suchte via Radiosender nach jemandem, der das Paar im Kübel zur Trauung fahren würde. Schließlich wurden sie im Jahr 2002 in einem weißen Kübel zur Hochzeit kutschiert. Bald darauf schaffte man sich einen ersten eigenen Kübel in Grün an, und konnte im Jahr 2007 dann auch den Hochzeitswagen erwerben. Der wurde Schröder genannt – nach dem Pastor, der das Paar Jahre zuvor getraut hatte.

Auf der Sonderschau zum Thema "50 Jahre VW 181" steht Schröder nun im Rampenlicht – mit Belinda im Schlepp, einem Eriba Pan Wohnwagen aus dem Jahr 1974. Ergänzt wird die Schau von einem orangefarbenen Kübel, dessen Lackierung ihn als ein einst im Katastrophenschutz eingesetztes Fahrzeug ausweist. Ebenfalls dabei ist ein originaler Bundeswehr-Kübelwagen.

Denn gerade die Bundeswehr war es, die das Projekt Kübelwagen überhaupt erst möglich machte. Im Jahr 1967 suchte man dort nämlich ein Nachfolgemodell für den seinerzeit bereits hoffnungslos veralteten Geländewagen vom Typ Munga aus dem Hause DKW, dessen Produktion 1968 auslaufen sollte.

Als Ersatz war zunächst eine Gemeinschaftsentwicklung von Frankreich, Italien und Deutschland geplant – der sogenannte Europa-Jeep. Dieses internationale Projekt wurde jedoch nicht über die Planungsphase hinaus weiter verfolgt. Auf der Suche nach einer Alternative kam man schließlich mit Volkswagen ins Gespräch – auch weil die Zeit für eine komplette Neukonstruktion inzwischen zu knapp war.

Volkswagen sollte nun auf Basis des millionenfach verkauften Käfer einen solchen Mehrzweckwagen konstruieren. Schließlich konnte man dort zudem auf Erfahrungen aus einem ähnlichen Projekt zurückgreifen – dem VW Typ 82 Kübelwagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Dem ähnelte der neue Kübel 181 äußerlich deutlich. Technisch gesehen übernahm man die Bodengruppe des sportlichen Käfer-Ablegers Karman Ghia, die Achsen des VW-Busses "Bulli", sowie Motor und Technik vom Käfer.

Zuerst wurde das Auto ab 1968 für die Bundeswehr in Wolfsburg produziert, dann in Emden und zuletzt in Mexico. Die Bundeswehr war zwar der größte Abnehmer, aber auch Feuerwehr und Katastrophenschutz bestellten größere Kontingente. Nur ein sehr kleiner Teil wurde zivil verkauft. Auf diesem Sektor aber konnte sich der Kübel nicht durchsetzen – für das, was er bot, war er einfach zu teuer. In den Sonnenstaaten der USA wurde der Kübel etwas häufiger zivil verkauft. Ähnliches gilt für Länder wie Indonesien oder Griechenland.

Die Serienproduktion endete 1978 – in den Jahren 1979 und 1980 wurden nur noch vereinzelte Fahrzeuge gebaut. Mitte der Achtzigerjahre ersetzte die Bundeswehr den Kübel durch den VW Iltis und verkaufte nach und nach den Restbestand des Typ 181. Mittlerweile hat dieses Auto eine feste Fan-Gemeinde. In Deutschland sind zur Zeit noch fast 3000 Exemplare regulär angemeldet. Auch in Mexico, USA und dem restlichen Europa fahren Liebhaber diese Autos immer noch. Der Kübel-Klub Deutschland e. V. veranstaltet regelmäßig Treffen, und zum 50. Geburtstag des Kübels laden die Klub-Mitglieder Birgit und Christian Dethlefs zur weltgrößten Kübelgeburtstagsparty in der Mitte Deutschlands. Infos finden sich unter www.181wird50.com – Schröder wird dabei sein.

Weitere Informationen gibt es auch unter www.hamburg-motor-classics.de und unter https://www.facebook.com/hamburgmotorclassics/.

Wann?19. bis 21. Oktober 2018
Fr 12.00 bis 20.00 Uhr
Sa und So 10.00 bis 18.00 Uhr
Wo?Hamburger Messegelände
Tickets:Tickets für die Hamburg Motor Classics direkt hier bestellen.

Ortsinformationen

Hamburg Messe und Congress GmbH
Messeplatz 1
20357 Hamburg
Telefon: 040 - 35690

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