Alternative Hafenrundfahrten der Hafengruppe Hamburg

Hafenrundfahrten

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 05.04.2016)

Die "Hafengruppe Hamburg – Dritte Welt" beschäftigt sich in ihren alternativen Hafenrundfahrten mit dem Hamburger Hafen, seinen Gütern und den Auswirkungen des Welthandels. Zu folgenden Themen gibt es bis zum 21. Oktober 2016 Hafenrundfahrten:

"Von Schatzkisten und Pfeffersäcken" – Der Hamburger Hafen im ungleichen Welthandel

Woher stammt unser Kaffee, wo verbirgt sich das weltweit größte Lager für Orientteppiche und wieso hat das bitterarme Liberia eine der größten Handelsflotten? Die Fahrt führt hinter die Kulisse aus Backsteinmauern und Containerbrücken. Es geht um Kaffee und Kakao, Sojabohnen und Bananen, Jeans und Rüstungsgüter. Die Fahrt veranschaulicht die Hintergründe des Welthandels mit Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie erklärt, warum Kaffee und Kakao so billig geworden sind, warum Schrott ein Exportschlager ist und wer an dem extrem ungleichen Handel zwischen Nord und Süd verdient. 

"Arbeit auf See und im Hafen"

Schifffahrt ist weltumspannend – und so ist auch die Arbeit. Seeleute aus aller Welt arbeiten auf Schiffen unter Billigflaggen. Hafenarbeiter in Hongkong, Vancouver und Rotterdam machen die selbe Arbeit – und haben den gleichen Arbeitgeber. Über eine Million Menschen sind auf See damit unsere Welt so ist wie wir sie kennen – aber auch die Solidarität unter diesen Menschen ist weltumspannend. Auf der Rundfahrt sehen Sie manches – die Hintergründe werden erläutert.

"Gegen den Strom!" – Eine energiepolitische Hafenrundfahrt

Der Hamburger Hafen besitzt eine national und international bedeutende energiepolitische Infrastruktur. Seien es Urantransporte, Teile der strategischen Ölreserve, Deutschlands größte Raffinerie für AgroSprit, Deutschlands größter Kohlehafen oder auch das Kohlekraftwerk Moorburg, es gibt viel zu entdecken – in Kooperation mit dem anti-atom-büro hamburg.

"Vom Kautschukballen zum Container – Kolonialwaren von der Süderelbe" – Postkoloniale Hafenrundfahrt zwischen Harburger Binnenhafen, Altenwerder und Wilhelmsburg

Rund um den Harburger Binnenhafen siedelten sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Industriebetriebe an, die sich auf die Verarbeitung kolonialer Rohstoffe wie Palmöl, Kautschuk und Elfenbein spezialisierten. Heute prägen Erdölraffinerien, Getreidesilos und Containerterminals die Landschaft zwischen Süderelbe, Köhlbrand und Reiherstieg. Die Hafengruppe Hamburg folgt den Spuren von Kolonialismus und Globalisierung und fragt nach dem Preis des Fortschritts.

"Immer der Ware nach – Umstrukturierung in Hamburgs Hafen und am Hafenrand"

Aufgrund von Industrialisierung und Globalisierung hat sich der weltweite Warenverkehr in den letzten 200 Jahren vervielfacht. Schiffe transportieren einen Großteil der Güter. Je nachdem wie sich der Umschlag von Waren entwickelt, verändern sich auch große Hafenstädte wie Hamburg. Die von der Hafengruppe Hamburg und dem Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg gestaltete Hafenrundfahrt zeigt vor Ort die Auswirkungen auf die Hafenarbeit, die Lebensqualität in den Hafenvierteln und die Umwelt. Die manchmal krummen Wege der Verwertungslogik zeigen sich dabei ebenso wie der vielfältige Widerstand gegen die profitorientierten Umstrukturierungen in Hafen und Stadt.

"Frauenarbeit im Hafen und auf See"

Auch die Frauenarbeit spielt in der Geschichte des Hafens eine wichtige Rolle: Kaffeeverleserinnen in der Speicherstadt und Arbeiterinnen aus Polen in der Reiherstieger Wollkämmerei streiken für ihre Rechte. Und zum selben Zeitpunkt erlebt der Mädchenhandel am Amerikahöft in den Auswandererbaracken einen schwunghaften Anstieg: so geschehen in Hamburg an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Diese Arbeitsplätze gibt es heute nicht mehr. Im Verband Frauen zur See sind viele Seefrauen organisiert: ehemalige Fischwerkerinnen der DDR-Flotte, Kapitäninnen, Ingenieurinnen, Frauen, die im Service arbeiten. Am Beispiel der Ölmühle erfahren Sie etwas über den Zusammenhang zwischen IWF-Auflagen und Migrantinnen in der Sexarbeit sowie in anderen Dienstleistungsbereichen.

"Das Tor zum Weltreich" – Literatur und Dokumente zum deutschen Kolonialismus

Kakao aus Kamerun, Kupfer aus Namibia, Kopra aus Samoa: Hamburgs Freihafen mit der Speicherstadt war die Drehscheibe des deutschen Kolonialhandels, an dem vor allem Hamburger "Pfeffersäcke" verdienten. Widerstand gegen die Kolonialherrschaft wurde blutig bekämpft: Vom Hamburger Baakenhafen gingen seit 1904 die Truppentransporte nach Afrika, um die antikolonialen Aufstände in Namibia und Deutsch-Ostafrika niederzuschlagen.

Termine:Das Programm der Hafengruppe Hamburg finden Sie hier.
Treffpunkt:Anleger Vorsetzen/City-Sporthafen, Barkassencentrale Ehlers
Eintritt:11,-/15,-/22,- Euro, ermäßigt 9,-/13,-/18,- Euro je nach Rundfahrt
Info:Anmeldung nicht erforderlich. Da die Barkassen beheizbar sind, wird bei jedem Wetter gefahren.
Gruppen:Für Gruppen werden ganzjährig Rundfahrten angeboten, Buchungen unter Telefon 0 40/43 28 08 37 oder per E-Mail an hafengruppe@hamburg.de

Ortsinformationen

Anleger Vorsetzen
Vorsetzen 2
20459 Hamburg

Barrierefreiheit

nicht Behindertengerecht

Anfahrt


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