Mehr Aufklärung und Wertschätzung von Lebensmitteln erforderlich

Rund ums Essen & Trinken

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 09.07.2019)

82 Kilo genießbare Lebensmittel sind es, die wir in Deutschland jährlich pro Kopf wegwerfen. Gründe dafür sind u. a. Unwissenheit über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), falsche Lagerung, zu große Portionen oder eine falsche Einkaufsplanung. Um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren, fordern die Tafel Deutschland, die Wiener Tafel und die Verbraucherzentrale Hamburg mehr Aufklärung und Wertschätzung im Umgang mit Lebensmitteln. Mit einem kurzen Video zeigen sie, wie Verbraucher als Lebensmittelretter im eigenen Haushalt aktiv werden können.

"Mit dem Video möchten wir die Menschen ermutigen, ihre Sinne einzusetzen und selbst zu prüfen, ob ein Lebensmittel noch gut ist oder nicht. Oft werden Lebensmittel nach Überschreiten des MHDs ungeöffnet entsorgt. Auch einfache Schritte, wie eine wöchentliche Essens- und Einkaufsplanung oder die richtige Lagerung von Lebensmitteln helfen, Lebensmittelverschwendung im Haushalt zu vermeiden. Wir möchten mit unserer Kampagne zu einem aktiven Umdenken anregen und den richtigen Umgang mit Lebensmitteln fördern. Denn jede und jeder kann ganz einfach dazu beitragen, Lebensmittel vor der Tonne zu retten", sagt Jochen Brühl, Vorsitzender von Tafel Deutschland e. V.

"Selbstermächtigung zum lustvollen Genießen und die Fähigkeit zum eigenständigen Beurteilen 'welches Lebensmittel will und kann ich mir einverleiben und welches nicht' entwickeln – das sind Ziele unserer bewusstseinsbildenden Kampagnen", schildert Dr. Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Wiener Tafel und Obfrau des Verbandes der Österreichischen Tafeln in Personalunion und ergänzt: "Wer verinnerlichen konnte, dass 'Mittel zum Leben' etwas richtig wertvolles sind, wird achtsam damit umgehen – ein erster wichtiger Schritt gegen Lebensmittelverschwendung". Alexandra Gruber betont weiter: "Wir freuen uns über die gemeinsame, 'grenzüberschreitende' Kampagne, weil wir der Überzeugung sind, dass wir die globalen Probleme 'Foodwaste' und 'Ungleichheit' in unseren Gesellschaften nur mit gemeinsamen Anstrengungen aus der Welt schaffen können!"

"Noch essbare Lebensmittel gehören nicht in die Tonne! Die derzeitige Lebensmittelmittelverschwendung ist unverantwortlich und belastet die Umwelt und das Klima. Wir benötigen endlich verbindliche Reduktionsziele, Bildungsinitiativen und einen Wegwerfstopp bei genießbaren Produkte", so Silke Schwartau, Leiterin der Abteilung Ernährung und Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Aufklärungskampagne zum MHD wird durch die GlücksSpirale gefördert. Gestaltet wurde der Film von der Agentur "nutcracker".

Quelle: Tafel Deutschland e. V.

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