Mobilitätswende: Steht der Fahrschulbranche ein neues Hoch bevor?

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Steht der Farschulbranche ein eues Hoch bevor?, © Pexels.com

Steht der Farschulbranche ein eues Hoch bevor?, © Pexels.com

Im Jahre 2016 geisterten alarmierende Zahlen durch die deutsche Presse: Das "große Fahrschulsterben" wurde ausgerufen und tatsächlich kämpft die Branche mit tiefgreifenden Herausforderungen. Nachwuchskräftemangel, steigende Kraftstoffkosten, veränderte Ansprüchen der Fahrschüler sowie eine um sich greifende Digitalisierung sind nur einige der Herausforderungen, denen sich Fahrschulen heutzutage stellen müssen.

Die Zahl der Fahrschulen ist leicht gesunken. Waren es 2015 noch 11.407 steuerpflichtige Fahrschulunternehmen, ist die Anzahl laut offizieller Statistik aus dem Jahre 2017 auf 11.200 Unternehmen gefallen; Tendenz weiter sinkend. Gleichzeitig stehen wir vor der Situation, dass der Bedarf an Führerscheinausbildungen weiter steigt und aktuell bei etwa einer Million neuer Fahrschüler pro Jahr liegt. Vor dem Hintergrund der Mobilitätswende ist es nun nicht mehr von der Hand zu weisen, dass die Branche vor maßgeblichen Veränderungen steht. Darin liegt vor allem ein enormes Potenzial für die Zukunft der Fahrschulen zugrunde, das voll ausgeschöpft werden kann. Grund genug, um mit ein paar Vorurteilen rund um das "Autofahrenlernen" aufzuräumen:

  1. Jugendliche wollen kein Auto mehr? Falsch!

    Im "Autoland" Deutschland steht auch für die Generation Y das Auto für Individualität und Freiheit. Laut einer Umfrage im aktuellen Moving Branchenreport  wollen 70 % der befragten Jugendlichen ein eigenes Auto nutzen. Lediglich 25 % gaben an, neben dem eigenen Auto weiterhin die gewohnten öffentlichen Verkehrsmittel nutzen zu wollen.
  2. Autonomes Fahren kommt – wird der Führerschein noch gebraucht?

    Auf den Straßen finden sich immer neue Fortbewegungsmittel wie E-Scooter und E-Bikes. Auch Autofahrer kommen nicht umhin, immer innovativere Assistenzsysteme zu benutzen. Es ist unbestritten und bereits deutlich spürbar, dass dieser Umstand einige Änderungen für Verkehrsteilnehmer mit sich bringt und Personentransportmittel zukünftig autonomer werden. Bis allerdings Flugautos mit vollkommener Automatisierung und amtlicher Legitimierung einen Standard auf den Straßen und in der Luft setzen werden, wird noch einige Zeit vergehen.

    Trotz aller technischen Entwicklungen ist es ein Irrglauben, zu denken, die Institution der Fahrschulen werden aufgrund von selbstständig fahrenden Autos demnächst aussterben.

    Zukünftig werden Fahrschulen in diesem Zusammenhang ihre Fahrlehrer mit neuen Aufgaben herausfordern. Der Bedarf an gut ausgebildeten Verkehrsteilnehmern und damit auch an Fahrlehrern wird durch autonome Fahrzeuge nicht abnehmen.

    Davon ist auch Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände überzeugt: "Das Berufsbild des Fahrlehrers ist facettenreicher und spannender denn je! Vielleicht ist hier ein anderer Begriff statt Fahrschule passender, nämlich "Mobilitätsdienstleister". Es ist an der Zeit, weiter zu denken und zum Beispiel in den theoretischen Unterrichtsstunden auch das Thema Car-Sharing zu erklären oder die Frage zu besprechen: Was mach ich, wenn mein teilautonomes Fahrzeug nicht mehr fährt und welche Knöpfe müssen gedrückt werden. Das sind Themen, die jetzt spannend werden." Die aktuellen Entwicklungen bringen damit also viel eher neues Potenzial mit sich und bergen neue Chancen für Geschäftsmodelle, die die Branche zukunftsfähig machen.
  3. Günstig ist gut – das zählt auch für Fahrschüler

    Ganz im Gegenteil, die Erreichbarkeit und das Angebot der einzelnen Fahrschulen sind wichtiger als der Preis des Führerscheins. Außerdem hat sich heutzutage das Such- und Auswahlverhalten junger Fahranwärter verändert. Sie gehen nicht mehr zur nächstgelegenen Fahrschule in der Nachbarschaft, sondern recherchieren vorher im Internet und vergleichen Bewertungen sowie Angebote. Wer jetzt als Fahrschule keine Website hat, ist klar im Nachteil und kann erst recht nicht gefunden werden. Bereits 40 % aller Fahrschulen in Deutschland verlieren dadurch mögliche Neukunden.

    Der Ausbau der eigenen Website sowie die Vernetzung mit sozialen Medien und Bewertungsportalen im Internet müssen für Fahrschulen mehr in den Fokus rücken. Welche Bedeutung ein guter Online-Auftritt hat und wie wichtig Bewertungen für die Entscheidungsfindung sind, weiß auch Aibek Van Der Ackerveken von ClickClickDrive: "Die Vorgehensweise bei der Suche nach dem besten Restaurant oder Hotel verläuft nach dem gleichen Prinzip wie bei der richtigen Fahrschule. Die Möglichkeit mit einem Klick, sich den perfekten Überblick zu allen Fahrschulen in der Nähe zu verschaffen und dazu authentische Bewertungen zu bekommen, sind absolut relevant für die Entscheidungsfindung. Wer nicht im Internet zu finden ist, verpasst so viele potenzielle Kunden. Auf unserem digitalen Marktplatz verhelfen wir Fahrschulen ohne eigene Webseite sichtbar zu werden und auf diese Weise mehr Kunden anzusprechen. "

Fazit

Die Branche der Fahrschulen befindet sich kurz vor der Mobilitätswende – vielleicht der ersten seit Beginn der professionellen Fahrausbildung. Auch wenn die aktuellen Entwicklungen alle in die Richtung der autonomen Fahrzeuge weisen, stellt der Wandel jeden einzelnen Verkehrsteilnehmer vor neue Aufgaben, die er zu bewältigen hat. Gut beraten ist dann der, der von einem kompetenten Fahrlehrer ausgebildet wurde.

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