Bergedorf mit den Vier- und Marschlanden

Ausflüge

ARCHIV-Inhalt (veröffentlicht: 09.09.2015)

Bergedorf liegt im Südosten Hamburgs und ist mit 154 km² der Bezirk mit der zweitgrößten Fläche der Hansestadt. Hier wohnen jedoch nur 113.000 Menschen, so wenig wie in keinem anderen Hamburger Bezirk. Der Grund: Neben den wenigen ehemaligen Kleinstädten besteht Bergedorf vor allem aus kaum bebauten Landflächen.

Die ehemalig selbstständige Stadt Bergedorf hat noch heute einen Sonderstatus in Hamburg. Gerne bezeichnen sich die Einwohner hier als Bergedorfer. Als Zentrum der Vier- und Marschlande hat es seine Eigenständigkeit voll erhalten. Mit eigenem Rathaus, eigener City und eigenen Zeitungen bietet Bergedorf den Charme einer kleinen Vorstadt am Rande der Millionenmetropole Hamburgs. Highlight ist hier das Bergedorfer Schloss mit dem schönen Stadtpark. Die Vierlande im Osten Bergedorfs erstrecken sich am Rande der Elbdeiche und laden nicht nur zu idyllischem Wohnen sondern auch zu gemütlichen Spaziergängen ein. Nicht umsonst wird Bergedorf von vielen Hamburgern als Bauerndorf bezeichnet.

Vier- und Marschlande

Vierlande nennt man ein etwa 77 km2 großes Gebiet im Hamburger Bezirk Bergedorf, das aus vier Stadtteilen besteht. Der Name geht auf das Jahr 1556 zurück und bezeichnet die vier Kirchspiele Curslack, Kirchwerder, Neuengamme und Altengamme, die mit den heutigen Stadtteilen identisch sind. Die Vierlande bestehen aus ehemaligen Flussinseln im Urstromtal der Elbe. Die Bewohner der Vierlande waren freie Bauern. Die Vierländer Bauern haben ihre Produkte schon immer auf den Hamburger Märkten verkauft.

Das Rieckhaus ist ein Freilichtmuseum für die Vier- und Marschlande in Curslack. Es ist eine Außenstelle des Altonaer Museums. Es wurde 1533 erbaut und ist mit seiner Scheune, dem Sechsruten-Heuberg, dem Backhaus und einer Feldentwässerungsmühle das älteste noch erhaltene niederdeutsche Fachhallenhaus in den Vierlanden. Der Besucher erhält Einblicke in die bäuerliche Sachkultur und das Zusammenleben von Menschen und Tieren unter einem Dach. Die Inneneinrichtung der Stuben für die bäuerliche Familie und den Altenteiler bietet typische Erscheinungsformen wie Alkoven, Intarsienmöbel, Truhen und Wände mit niederländischen Wandfliesen. Im üppigen Bauerngarten wachsen Zier- und Heilpflanzen. Alljährlich findet im Juni das Erdbeerfest statt.

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