Schulen: Fürs Leben lernen

Zahlen, Daten & Fakten

Fürs Leben lernen, Foto: © Günter Kupich, Hamburg

© Günter Kupich, Hamburg

Die Hamburger Schulen sind "Lern- und Lebensort" und zeichnen sich durch Individualität und Vielfältigkeit aus. Um die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ihr (Berufs-)Leben vorzubereiten, müssen ebenso die Eltern Unterstützung leisten, z. B. durch die Teilnahme an Elternabenden oder -rat. Wichtige Fakten, die Eltern über das Schulwesen in Hamburg wissen sollten, finden Sie hier.

Schulstart

In Hamburg herrscht freie Schulwahl, d. h., es ist Ihre Wahl, welche Grundschule Ihr Kind zukünftig besuchen wird. Lediglich die Kinder, deren Geschwister bereits auf die gewünschte Schule gehen, werden bevorzugt. Ausschlaggebender Faktor ist vor allem der Wohnort. Außerdem wird an allen Grundschulen nach denselben Bildungsplänen unterrichtet (hier bestehen lediglich minimale Abweichungen). Für die meisten Eltern ist die Schulstruktur das entscheidende Kriterium. Unterschieden werden zwei Typen von Grundschulsystemen: die freiwillige Teilnahme an der Ganztagsschule (GBS) und die verpflichtende Ganztagsschule (GTS).

Wie treffen Sie die richtige Wahl?

Werden Schwächere gefördert und Stärkere gefordert? Ein Tipp, um dies herauszufinden: Wird das Schulprogramm auf der Internetseite nicht deutlich aufgeführt, erkundigen Sie sich bei der Schulleitung nach der Anzahl der Empfehlungen für Gymnasien. Außerdem sollten natürlich die Eltern das Selbstbewusstsein ihrer Kinder stärken, z. B. durch den gemeinsamen Ranzen-Kauf, Üben des Schulwegs und Einrichten des Schreibtisches.

Hamburgs Schulen

Gemäß der Schulpflicht werden in Hamburg alle Mädchen und Jungen an staatlichen Schulen gemeinsam unterrichtet – ohne Unterschied der Weltanschauungen oder Religionen. Sonderschüler dürfen die allgemeinen Schulen besuchen, wo sie gemeinsam mit den anderen Kindern und Jugendlichen unterrichtet werden. Neben den staatlichen Schulen gibt es auch zahlreiche Privatschulen sowie kirchliche Schulen.

Die Grundschule

In der Grundschule lernen die Kinder der Klassen 1 bis 4 die wichtigsten Grundlagen, nämlich Lesen, Schreiben und Rechnen. Außerdem gibt es Unterricht in den Fächern: Sachkunde, Sport, Musik, Theater, Kunst und Religion. Die Jungen und Mädchen haben normalerweise von montags bis freitags je fünf Schulstunden.

Grundschulen sind meist eigenständig, sie können aber auch einer Stadtteilschule angegliedert sein. Wenn es sich um Ganztagsschulen handelt, sind die Kinder insgesamt von 8.00 bis 16.00 Uhr zuverlässig betreut. Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf werden in Grundschulen gemeinsam unterrichtet. In den letzten Jahren erweiterte der Hamburger Senat die Zahl der Ganztagsschulen um 200 Standorte.

Die Stadtteilschule

Die Stadtteilschulen gibt es seit dem Schuljahr 2010/11. An den Stadtteilschulen werden Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 13 unterrichtet. Auch hier lernen alle Kinder und Jugendlichen gemeinsam. Die Schulform ist daher besonders auf individuelles und praxisnahes Lernen ausgerichtet: Jeder Schüler wird je nach Fähigkeiten, Interessen und Lerntempo gefördert und gefordert. Es können alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur erworben werden. Schüler werden von Klasse 8 an auf die Berufswahl bzw. die weitere schulische Laufbahn vorbereitet.

Das Gymnasium

An Gymnasien wird Schülerinnen und Schülern eine umfassende Allgemeinbildung als Grundlage für ein Studium oder einen qualifizierten Berufsweg vermittelt. Während der 5. bis 12. Klasse fördern die Lehrer individuelles Lernen durch besondere Konzepte. Bereits in der Beobachtungsstufe (Klassen 5 und 6) und in der Mittelstufe (Klassen 7 bis 9) können individuelle Fähigkeiten, z. B. in Sprachen, Musik oder Naturwissenschaften gestärkt werden. Der Unterricht in der Studienstufe (Klasse 11 und 12) ist fächerübergreifend nach thematischen Schwerpunkten organisiert. Die Fächer Mathematik, Deutsch und eine Fremdsprache sind zum Abschlussjahr, das mit dem Abitur endet, verpflichtend.

Die Abendschule

An einer Abendschule können erwachsene Berufstätige in speziellen Lehrgängen Schulabschlüsse nachholen

Das Abendgymnasium

Berufstätige (Mindestalter: 19 Jahre), die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben oder mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen, können an einem Abendgymnasium ihr Abitur machen und damit die allgemeine Hochschulreife erlangen.

Das Hansa-Kolleg

Wer das Hansa-Kolleg besuchen möchte, muss eine Berufsausbildung besitzen oder mindestens eine zweijährige Berufserfahrung. Weitere Voraussetzung ist das Bestehen der Aufnahmeprüfung. Der Unterricht findet tagsüber statt und erstreckt sich über zwei Jahre. Der Abschluss ist das Abitur, mit dem auch die allgemeine Hochschulreife erworben wird.

Die Sonderschule

Kinder und Jugendliche, bei denen ein Gutachter einen sonderpädagogischen Förderbedarf festgestellt hat, werden auf Wunsch der Eltern an Sonderschulen unterrichtet. Die Schüler werden hier besonders in ihren emotionalen, sensorischen und motorischen Fähigkeiten geschult. Auch die soziale Entwicklung wird gezielt gefördert.

Berufsschulen
Privatschulen

Musik für Kinder & Jungendliche

Früh übt sich, wer ein Meister werden will ... Musikkurse gibt es bereits für die ganz Kleinen als musikalische Früherziehung. Die Jungen und Mädchen lernen singen und tanzen. Sie trainieren dabei Sprache und Gehör. Die Steppkes sammeln z. B. erste Erfahrungen mit Trommeln, Klanghölzern oder Triangeln. Später können sie an die Staatliche Musikschule Hamburg, die Musikschule des Hamburger Konservatoriums oder private Musikschulen wechseln.

Für ganz Schlaue ...

Die Beratungsstelle Besondere Begabungen (bbb) am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung berät Eltern, Lehrer, Schulen sowie Schüler. Es geht darum, Hochbegabte sowie Kinder und Jugendliche mit einer ganz speziellen Begabung besser zu fördern. Wichtig ist auch, die besonderen Fähigkeiten rechtzeitig zu erkennen.

Beratungsstelle Besondere Begabungen (bbb)
Postadresse: 20357, Felix-Dahn-Straße 3
Besucheradresse: 20357, Moorkamp 3,
Telefon 0 40/4 28 42-2 06, Fax 4 28 42-2 18
Sprechzeiten: Mo-Fr 9.30 bis 12.00 und 13.00 bis 14.30 Uhr
E-Mail: bbb@li-hamburg.de
www.li.hamburg.de/bbb

MINT-Fächer

Das Initialwort MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ohne diese Wissenschaftsbereiche würden z. B. Krankheiten nicht geheilt oder Autos und Computer nicht existieren. Die sogenannten MINT-Fächer sind zu Unterrichts- und Studienfächern bzw. Berufen zusammengefasst und bilden die Basis für unsere Welt und die technische Weiterentwicklung. Für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wurden erstmals 2012 Schulen mit der Auszeichnung "MINT-freundliche Schule" ausgezeichnet.

Im Ausland lernen

Erfahrungen prägen bekanntlich das Leben! Und wo kann man besser Eindrücke und Wissen sammeln als im Ausland. Es ist eine einmalige Chance, als Schüler in einem anderen Land zu leben und dort zu lernen. Während eines mehrmonatigen Aufenthalts bei einer Gastfamilie teilt der Schüler den Alltag und besucht eine weiterführende Schule. Man lernt die Menschen und die Kultur des Gastlandes kennen, wird eigenständiger und selbstbewusster. Noch ein Pluspunkt: Mit einem Auslandsaufenthalt bessert man seinen Lebenslauf auf. Laut dem unabhängigen Bildungsdienst "wegweiser" haben im Schuljahr 2012/13 18.853 Schüler zwischen 15 und 17 Jahren mindestens drei Monate im Ausland eine Schule besucht. 8,37 % kamen aus Hamburg – die höchste Rate deutschlandweit. Weiter Informationen finden Sie hier.

Engagement ist gefragt

Die Hamburger Schulen verstehen sich als "Lern- und Lebensort". Die Mitwirkung der Eltern ist unbedingt erwünscht. Sie wird sogar als unverzichtbar angesehen. Mütter und Väter können sich über die Elternabende hinaus in den schulischen Gremien engagieren – z. B. in der Klassenelternvertretung, im Elternrat oder in der Schulkonferenz. Es geht darum, die Qualität der Schulen im Interesse der Kinder und Jugendlichen weiter zu verbessern.

Weitere Tipps für Eltern & Schüler

Der Elternratgeber "Wir reden mit" ist über diesen Link zu finden. In der Broschüre der Schulbehörde ist alles Wissenswerte für Eltern zusammengefasst. Die Elternkammer vertritt die Interessen der Eltern aller Hamburger Schüler auf der Grundlage des Hamburgischen Schulgesetzes. Hier die offizielle Internetseite: www.elternkammer-hamburg.de

Wer etwas über Schulen und Bildung in Hamburg wissen möchte, wird auf dem Hamburger Bildungsserver garantiert fündig.

Im Hamburger Schulmuseum wird Geschichte lebendig. Das Museum auf St. Pauli bietet Einblicke in mehr als 100 Jahre Schulgeschichte.

Checkliste: Der erste Schultag

Der erste Schultag steht an und die Aufregung ist groß – bei dem Abc-Schützen, aber auch bei den Eltern, Verwandten und Freunden. Was sollte zur Einschulung bedacht sein? Mütter und Väter erhalten mit der Checkliste "Der erste Schultag" die wichtigsten Informationen an die Hand.

Beantwortet werden Fragen wie: Wie sollte der Ranzen beschaffen sein? Was gehört in die Schultüte? Was macht die Familie am besten zur Feier des Tages?

Hamburger Schulmuseum  Mehr Adress-Informationen

Seilerstr. 42
20359 Hamburg

Schulinformationszentrum SIZ  Mehr Adress-Informationen

Hamburger Str. 125 a
22083 Hamburg

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