Chancengleichheit – Behinderte Menschen in Hamburg

Leben & Arbeiten

Chancengleichheit – Behinderte Menschen in Hamburg, Foto: © Günter Kupich, Hamburg

© Günter Kupich, Hamburg

Jeder behinderte Mensch unterliegt individuellen Merkmalen, die ihn beeinträchtigen. Behinderungen können körperlich sein, die Sprache oder Sinne betreffen, wie Blindheit, Taubheit, Gehör- und Geruchslosigkeit, aber ebenso psychisch oder geistiger Natur sein. Um in der Gesellschaft problemlos zu leben und ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen, ist es wichtig, dass Menschen mit Handicap z. B. ohne Hürden Zugang zu allen Lebensbereichen haben. Sie müssen überall barrierefrei und integrativ leben können.

2006 beschlossen die Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Durch den Beschluss werden die Betroffenen besser geschützt und in ihren Rechten gestärkt. Die bestehenden Gesetze wurden daraufhin angepasst. Behinderte Menschen haben nun: gleiche Rechte in der Bildung, der Arbeitswelt und dem kulturellen Leben sowie das Recht an eigenem und ererbtem Besitz. In der Ehe ist es verboten sie zu diskriminieren, und es besteht das Recht auf Kinder. Festgehalten wurde zudem das Verbot einer Sterilisation und von Experimenten.

Des Weiteren legte die UN-Konvention fest, dass es eine umfassende Barrierefreiheit geben muss. Den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt dabei eine ganz besondere Stellung zu. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ermöglicht Rollstuhlfahrern oder gehbehinderten Menschen barrierefreies Fahren mit Bussen, Bahnen und Fähren. Neben Einstiegsrampen und sicheren behindertengerechten Fahrplätzen in Bussen sind z. B. einige U-Bahn-Türen sowie der Fußboden vor der U-Bahn durch Schachbrettmuster und eine besondere Bodenstruktur gekennzeichnet. Die Broschüre "Barrierefrei unterwegs" des HVV dient der Orientierung im öffentlichen Verkehrsnetz.

Hamburg eröffnet behinderten Menschen auch beruflich Chancen. Wer z. B. studieren möchte, kann sich an das Büro für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung wenden und Unterstützung in vielen Bereichen in Anspruch nehmen. Behinderte, die in den Arbeitsmarkt integriert werden möchten und regelmäßig Gehalt beziehen wollen, haben dazu in speziellen Werkstätten wie den Elbe-Werkstätten oder der Alsterarbeit die Möglichkeit. Bei zu hohem Behinderungsgrad gibt es sogenannte Tagesförderstätten, in denen kunsthandwerkliche Produkte wie z. B. handgegossene Kerzen hergestellt und verkauft werden.

Mit einer Behinderung am öffentlichen Leben teilzunehmen bedeutet auch, sich in vielen Bereichen anpassen zu müssen. Im Alltag, in der Freizeit, aber auch in der Bildung und dem Beruf sind Behinderte häufig auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen. In Hamburg wird in diesen Bereichen viel für Menschen mit Handicap getan, so dass ihnen die Integration in die Öffentlichkeit leichter fällt.

55 Tipps für barrierefreies Reisen sind zu finden unter:
www.hamburg-magazin.de/hamburg-fuer/menschen-mit-behinderung.html

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