Warum unsere Kinder immer dicker werden, und wie wir Sie schützen können

Kind & Kegel

Warum unsere Kinder immer dicker werden, und wie wir Sie schützen können, Foto: © Günter Kupich, Hamburg

© Günter Kupich, Hamburg

Audiovisuelle Medien stellen heute wichtige Bestandteile im kindlichen Alltag dar. Waren es vor dreißig Jahren vor allem non-mediale Aktivitäten wie das Spielen in der freien Natur oder in Vereinen und Organisationen, verbringen heute drei von vier Kindern viel Freizeit drinnen. Studien zufolge sitzen sie im Alter zwischen sechs und dreizehn Jahren fast täglich 98 Minuten am PC oder vor dem Fernseher¹. Nicht selten werden dabei Süßwaren, Nüsse, Chips und Flips verzehrt – mit fatalen Folgen.

So zeigte die vom Robert-Koch-Institut erhobene KIGGS-Studie (2003–2009) ², dass rund 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig und rund 800.000 gar krankhaft adipös sind. Damit stieg der Anteil Übergewichtiger wie auch adipöser Kinder und Jugendlicher im Vergleich zum Referenzzeitraum 1985 bis1999 um satte 50 % an ³. Bei rund 2,7 Millionen übergewichtiger Kinder und Jugendlicher wundert es nicht, dass neben Gesundheitsfanatikern nun auch Ernährungswissenschaftler und Politiker die Alarmglocken schlagen.

Die Hauptursachen, die neben einer genetischen Disposition zu diesem erschreckenden Bild führen können, sind vielen Eltern bewusst: mangelnde Bewegung und eine falsche Ernährung. Wie Sie sich und Ihre Kinder vor einer erlernten Fehlernährung schützen ist im Prinzip sehr leicht. Zuerst sollte jedem Elternteil bewusst sein, wie viel ein Kind pro Tag an Energie in Form von kcal verbraucht. Wussten Sie, dass ein Kind zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr zur Mittagsmahlzeit pro Tag ca. 364 kcal zu sich nehmen sollte, und 100 g Nutella bereits 524 kcal enthält? Natürlich sollten Sie kein absolutes Verbot erteilen, dies würde zu "Heißhungerattacken" führen.

Laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung können 10 % der täglichen Energiezufuhr (bei 4- bis 6-jährigen Kindern 150 kcal pro Tag) als Süßwaren und süße Getränke akzeptiert werden. Obwohl die Theorie sehr einfach klingt, scheitert meist die Umsetzung. Durch nur ein paar simple Kniffe und Tricks können Sie Ihren Kindern den bewussten Umgang mit Süßigkeiten und Knabbereien vermitteln.

Schon während des Einkaufs fängt häufig das große Dilemma an – quengelnde Kinder, die sich nur schwer aus der Süßwarenabteilung locken lassen. Vermeiden Sie solche Situationen, indem Sie vorher gemeinsam festlegen, welche Kleinigkeiten es sein dürfen. Kaufen Sie aber keine Großpackungen. Ist die erste Hürde überstanden, legen Sie gemeinsam die Wochenration fest, und einigen Sie sich auf feste Zeiten, um gemeinsam an die Vorratsdose zu gehen. Bauen Sie zudem auch natürlich süße Lebensmittel als Alternative in den Tagesrhythmus ein. Vermeiden Sie das Naschen vor den Mahlzeiten sowie süße Getränke wie Limonaden. Umgehen Sie vor allem Vergleichsangebote wie "Erst das Gemüse, dann die Süßigkeit" und zu guter Letzt: Seien Sie ein gutes Vorbild für Ihre Kinder!

1 Familienformen im sozialen Wandel, von Rüdiger Peuckert S. 280
2 Quelle: KIGGS Kinder und Jugend Gesundheitssurvey; www.kiggs-studie.de)
3 www.ifb-adipositas.de/presse/adipositas-zahlen

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