Aktienhandel – Welches Depot für welche Anleger?

Wer seine Finanzen aufbessern möchte, kann sparen oder clever investieren. Viele Banken werben mit ihren Sparplänen für Anlagen in Wertpapierform. Entscheidend dafür ist die Eröffnung eines Depots. Aber was ist ein Depot eigentlich genau, und wie nutzt man es, um an der Börse Gewinn zu machen?

Mann am Laptop, © www.pexels.com
Mann am Laptop, © www.pexels.com

Was genau ist ein Depot?

Bevor der Börsenhandel in großen Teilen digital abgelaufen ist, hat man Wertpapiere in tatsächlicher Papierform gekauft. Damit diese sicher aufbewahrt wurden, brauchte man ein Lager (fr. = dépôt). Das war meist ein Schließfach bei einer Bank. Wie der Börsenhandel sind auch diese Depots heute digital. Sie werden mit einem Verrechnungskonto kombiniert, auf dem separat das Budget gelagert wird, mit dem man handeln kann.

Auf dem Depot werden Transaktionen aufgelistet und der Stand aller gekauften Wertpapiere abgebildet. Wie bei dem digitalen Banking mit einem Girokonto können wir hier die Ein- und Auszahlungen für Käufe und Verkäufe an der Börse nachvollziehen. Banken sind auch heute einer ihrer Anbieter. Ein alternativer Kooperationspartner sind die sogenannten Broker.

Unterschied Broker & Depot

Das Depot ist unser digitales Wertpapierlager. Der Broker ist dafür ein Dienstleister, über den wir ein Depot eröffnen und Aktienhandel betreiben können. Er ist die Zwischenstelle zwischen Anleger und Handelsplatz, der Aufträge zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren annimmt und zur Ausführung weiterleitet.

Online-Direktbank-Depot, Broker oder die klassische Filialbank

Ein günstiges Depot eröffnen können wir heute auf drei Wegen: über einen Broker, eine Direktbank oder die klassische Filialbank. Die drei Möglichkeiten haben verschiedene Eigenschaften:

  • Filialbank: Die Kosten für die Eröffnung und Transaktionen eines Depots bei Filialbanken sind die höchsten der drei Varianten. Dafür erhält man durch Ansprechpartner Beratung, die bei Problemen helfen oder Hinweise zu guten Anlagen geben.
  • Direktbank: Wie der Banking-Service ist auch das Depot einer Direktbank rein digital. Das macht es unkompliziert und schnell möglich, ein Depot zu eröffnen. Mit Smartphone, Tablet oder PC kann man auf die Handelsplattform zugreifen. Da man keine Beratung erhält, muss man selbst Anlageentscheidungen treffen. Dafür sind die Führungsgebühren hier geringer.
  • Broker: Die meisten Broker bieten ebenfalls einen Online-Service an. Von dem Service der Direktbanken heben sie sich dadurch ab, dass sie sich komplett auf die Transaktionen mit Wertpapieren spezialisiert haben. Sie arbeiten mit Smartphone-Trading-Apps mit vielen praktischen Features. Dafür haben sie oft ein begrenzteres Produktangebot oder weniger verfügbare Handelsplätze als Banken.

Welches Depot für welche Anleger?

Wo eine wirklich starke Rendite für Anleger möglich ist, hängt ganz mit der eigenen Investmentstrategie zusammen. Je nach Vorlieben in der Auswahl von Wertpapieren und der Handelsmethoden bieten sich unterschiedliche Arten von Depotanbietern an.

Langfristige passive Anleger

ETFs (eng. = exchange traded funds) sind börsengehandelte Indexfonds. Bei ihnen handelt man nicht auf einzelne Aktien, sondern auf eine Gruppierung von Wertpapieren. Damit sind sie weniger volatil. Risiko und Gewinnspannen sind beide niedrig. Deshalb werden die ETFs weniger für aktives Handeln genutzt.

Sie sind die Börsenvariante eines Sparbuchs. Man kauft und hält die Wertpapiere für einen langen Zeitraum, über den sich Gewinne ansammeln. Deshalb ist es hier auch weniger wichtig, auf hohe Transaktionsgebühren zu verzichten.

Aktive Anleger

Die aktiven Anleger kaufen und verkaufen häufiger. Deshalb ist es für sie wichtiger, die Gebühren von Transaktionen geringer zu halten. Es bietet sich bei ihnen auch an, einen Anbieter mit vielen Handelsplätzen auszuwählen, um die bestmögliche Auswahl treffen zu können.

Trader

Die Trader steigern diesen Trend noch einmal. Sie kaufen und verkaufen Wertpapiere mitunter im Minutentakt, indem sie sich stark auf die Kursschwankungen konzentrieren und dann reagieren, wenn der beste Gewinn winkt. Bei diesen schnellen Transaktionen in einem hohen Umfang merkt man hohe Gebühren schnell. Da es um punktgenaue Reaktionen geht, sollte die Technik der Trading-Plattform zudem möglichst aktuell und stabil laufen.

Auslandsinvestitionen

Nicht jeder Anbieter von Depots bietet die Möglichkeit, auf allen verfügbaren Handelsplätzen zu investieren. Wer auf dem internationalen Markt handeln möchte, sollte sich die Dienstleister gut angucken. Manche Handelsvarianten, wie die Depositary Receipts, sind nicht ausländische Aktien selbst, sondern Platzhalter, die ein Zertifikat für den Kauf von ausländischen Wertpapieren symbolisieren. Nicht jedes Depot ermöglicht den Handel mit ihnen.

Firmendepots

Nicht nur einzelne Privatpersonen brauchen ein Depot, um an der Börse zu handeln. Da sich die Bedürfnisse von Privatanlegern und die von Firmen unterscheiden, gibt es spezifische Firmendepots, die unterschiedliche Rechtsformen (GmbHs, AGs etc.) bedienen.

Fazit

Depots sind ein Werkzeug, über das wir an der Börse handeln können. Wie auf einem Girokonto können wir hier Ein- und Auszahlungen verfolgen, unsere Gewinne sparen oder weiter anlegen. Angeboten werden sie von Filialbanken, Direkt-Banken oder Online-Brokern. Sie bieten unterschiedliche Gebühren, Betreuung und technische Plattformen. Je nach Wunsch sollte man sich als Anleger darüber informieren, welcher Dienstleister genau das Depot bietet, das man benötigt.

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