Hamburg macht Kinder gesund – seit 15 Jahren

Gesundheit ist unser kostbarstes Gut, das hat uns das Jahr 2020 nochmal gelehrt. Man kann sie leider nicht kaufen, aber der Verein "Hamburg macht Kinder gesund" sorgt seit 15 Jahren dafür, das Bestmögliche für die Gesundheit der kleinen Hamburger Patienten zu tun.

Zöliakie Schulung im Altonaer Kinderkrankenhaus, © Hamburg macht Kinder gesund e.V.
Zöliakie Schulung im Altonaer Kinderkrankenhaus, © Hamburg macht Kinder gesund e.V.

Auch im 15. Jubiläumsjahr hat der Verein – trotz pandemischer Herausforderungen – sein Engagement weitergeführt. Denn ebenso wie Covid-19 kennen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter keine Grenzen. Seit 2005 hat sich der Verein "Hamburg macht Kinder gesund" auf die Fahne geschrieben, die Hamburger Kinderkliniken durch Spenden für Projekte zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Behandlung der kindlichen und jugendlichen Patienten zu unterstützen.

Die Kinderkliniken sind in ihrer Struktur nicht vergleichbar mit Erwachsenenkliniken. Die Behandlung der jungen Patienten erfordert einen viel höheren Personalbedarf – um die zehn Prozent mehr als im Erwachsenenbereich. Das führt zu deutlich höheren Personalkosten, die die stets knappen Klinikbudgets belasten. Es kommt zu Engpässen oder nicht selten auch zur Streichung von Mitteln für Innovationen, zusätzliche Versorgungsangebote und Forschungsprojekte zur Verbesserung der Behandlung der kleinen Patienten.

In vielen dieser Fälle greift die engagierte und unbürokratische Unterstützung von "Hamburg macht Kinder gesund". Gefördert werden innovative und nachhaltige medizinische Projekte, die von den Kassen nicht finanziert werden. Die unterstützten Projekte sind überwiegend an den drei großen Kinderkliniken – im UKE, Altonaer Kinderkrankenhaus und Wilhelmstift – angesiedelt.

In 2020 wurden zum Beispiel die Zöliakie-Schulung im Altonaer Kinderkrankenhaus und das Forschungsprojekt "Der Stoffwechsel von Immunzellen als therapeutischer Ansatz zur Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen" an der Kinderklinik UKE gefördert.

Das Projekt von Dr. Kevin Paul am UKE beschäftigt sich mit der Erforschung grundlegender Mechanismen, die zum Ausbrechen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen beitragen. Die jährliche Neuerkrankungsrate für diese Form der Autoimmunerkrankungen verzeichnet in den letzten Jahrzehnten einen stetigen Anstieg, wobei sich der Krankheitsbeginn zunehmend in das Kindesalter verschiebt. Der zum Teil schwere und unter Umständen lebensbedrohliche Verlauf führt zu einer erheblich reduzierten Lebensqualität und lebenslangen Therapie.

Mit dem Forschungsprojekt sollen bestimmte Ursachen identifiziert werden, die dazu beitragen, Stoffwechselwege zu blockieren und somit Entzündungsprozesse auslösen. Bestätigt sich die vermutete Ursache, wäre das ein vielversprechender Ansatz für die Entwicklung einer innovativen antientzündlichen Therapie, die diese Blockaden in den Stoffwechselwegen von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen reduzieren.

Die Gruppenschulungen für Kinder und Jugendliche mit Zöliakie finden seit 2019 regelmäßig im Altonaer Kinderkrankenhaus statt. Zöliakie, eine chronisch entzündliche Erkrankung der Darmschleimhaut, erfordert eine lebenslange glutenfreie Ernährung. Unter Federführung der ernährungswissenschaftlichen Assistentinnen verbringen jeweils zehn Kinder und Jugendliche, individuell nach Alter zusammengestellt, einen Tag miteinander mit Einkaufstraining und gemeinsamen Kochen und Backen.

Anhand von Verpackungen und Lebensmittelattrappen werden die Zutatenliste und die Allergenkennzeichnung genau unter die Lupe genommen. So kann im Alltag besser erkannt werden, welche Lebensmittel "versteckt" Gluten enthalten können und welche problemlos verzehrt werden dürfen. Zwischendurch gibt es Informationen von den Gastroenterologen und die Möglichkeit zum persönlichen Austausch von Lieblingsrezepten bis zu Erfahrungen im Alltag in der Gruppe. 

In den letzten 15 Jahren wurden weit über 100 Projekte in der Kindermedizin von HHmKg größtenteils mit einer Anschubfinanzierung unterstützt – sowohl in der Forschung als auch in der therapeutischen Betreuung kranker Kinder und
Jugendlicher. Dabei erwiesen sich viele der bisher geförderten Projekte in der Vergangenheit als nachhaltig so erfolgreich, dass sie in eine Regelfinanzierung überführt werden konnten.

Einmal jährlich reichen die drei Kinderkliniken ihre breit gefächerten Projektanträge bei "Hamburg macht Kinder gesund" ein. Der medizinisch hoch kompetent besetzte Beirat, bestehend aus leitenden Ärzten aller drei Hamburger Kinderkliniken, bewertet die Anträge hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Kindermedizin und eines angemessenen Kosten-/ Nutzenverhältnisses. Auf Basis der Vorschläge seitens des Beirats entscheidet der Vorstand, welche Projekte konkret gefördert werden.

Bis zu zehn Projekte pro Jahr fördert der Verein. Seit der Gründung stärkt und unterstützt der Verein mit mittlerweile inzwischen über 3 Millionen Euro erfolgreich und nachhaltig die Kindermedizin in Hamburg. "Wir von 'Hamburg macht Kinder gesund' sind sehr froh, dass wir mit unserem Verein einen Beitrag leisten können, damit die Kinder und Jugendlichen in unserer Hansestadt mehr als nur ausreichend versorgt werden können.

Die medizinische Kompetenz unseres Beirats gibt uns die Sicherheit und das Vertrauen, immer dort zu unterstützen, wo wir einen nachhaltigen Beitrag zum Wohle der Kinder und Jugendlichen sowie zur bestmöglichen Begleitung deren Familien leisten können!", so Susanne Gernandt, Vorstandsvorsitzende des Vereins.

Weitere Informationen zu "Hamburg macht Kinder gesund" sind unter www.hhmkg.de zu finden.

Quelle: Hamburg macht Kinder gesund e.V.

Weitere Empfehlungen