Verbraucherschutz-Pegel: Was Hamburgs Verbraucher am meisten nervt

Zum siebten Mal konnten die Hamburger:innen online am Verbraucherschutz-Pegel teilnehmen und ihre Probleme im Alltag angeben. Die Umfrage soll Sorgen und Unsicherheiten der Verbraucher:innen, aber auch Missstände und Tricksereien aufdecken. 1.691 Menschen nahmen teil. Die meisten Hamburger:innen schilderten ihren Ärger wie im Vorjahr im Bereich Lebensmittel.

Familie im Einkaufszentrum, © iStock.com/monkeybusinessimages
Familie im Einkaufszentrum, © iStock.com/monkeybusinessimages

Abgefragt wurden sechs Themenbereiche: Lebensmittel, Telefon und Internet, Finanzen und Versicherungen, Energie, Urlaub und Reisen und sonstige Probleme. Die Teilnehmer:innen gaben insgesamt 16.102 Mal Probleme und durchschnittlich 9,5 Einzelbeschwerden an. Auf Platz 1 mit den meisten Angaben landete der Bereich "Lebensmittel", gefolgt von "Telefon und Internet". Auf den beiden letzten Plätzen mit den wenigsten Beschwerden liegen die Bereiche "Urlaub und Reisen" und "sonstige Probleme".

Abgefragte Themenbereiche für den Hamburger Verbraucher-Pegel

Abgefragte Themenbereiche für den Hamburger Verbraucherschutz-Pegel, © Verbraucherzentrale Hamburg

In den Top 10 des Gesamtbeschwerderankings sind insgesamt acht Lebensmittelthemen enthalten. Spitzenreiter der Negativliste sind "Zu viel Zucker in Lebensmitteln" (Platz 1) und "Versteckte Preiserhöhungen durch veränderte Füllmengen" (sogenannte Mogelpackungen, "weniger drin, Preis gleich") (Platz 2). Bereits im Vorjahr waren beide Themen auf den ersten beiden Plätzen zu finden, nur in anderer Reihenfolge. Auf Platz 3 landete erneut wie im Vorjahr das Wegwerfen von noch verzehrfähigen Lebensmitteln im Supermarkt.

Abgefragte Themenbereiche für den Hamburger Verbraucher-Pegel

Die Top 5 des Hamburger Verbraucherschutz-Pegels, © Verbraucherzentrale Hamburg

Nur zwei Themen in den Top 10 sind nicht dem Lebensmittelbereich zuzuordnen: Ärger über zu hohe Strompreise (Platz 10) und unerwünschte Telefonanrufe (Platz 6). Letzteres fällt in diesem Jahr das erste Mal unter die Top 10. Das zweite neue Thema in den Top 10 ist die Kritik, dass ein verlässliches und transparentes Klimaschutzlabel für Lebensmittel nicht vorhanden ist (Platz 9).

Weitere Ärgernisse sind irreführende Inhaltsangaben auf Lebensmitteln (z. B. Etikettenschwindel mit Fruchtabbildungen), unklare oder fehlende Herkunftsangaben auf Lebensmitteln, unzureichende Fleischkennzeichnung (z. B. kein staatliches Label zur Tierhaltung und zum Tierwohl sowie keine verpflichtende farbliche Kennzeichnung auf Lebensmitteln (z. B. Nutri Score).

Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina: "Mit der Umfrage erfahren wir aus erster Hand und ungefiltert, wo im Alltag der Hamburger Verbraucher:innen die Probleme liegen. Die Ergebnisse sind für uns ein wichtiger Kompass, Politik eng an den alltäglichen Sorgen und Problemen auszurichten und Dinge zu verbessern. Das Thema, das den Hamburger:innen am meisten unter den Nägeln brennt, ist nach wie vor der Bereich Lebensmittel. Aber auch Ärgernisse wie die mangelnde Preistransparenz bei Reisebuchungen oder ungewollte Vertragsverlängerungen sind Themen, die die Politik genau im Blick behalten muss."

Michael Knobloch, Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg: "In unruhigen Zeiten suchen die Menschen verlässlichen und unabhängigen Rat. Wir informieren und beraten zu allen Themen, die den Hamburgerinnen und Hamburgern im Verbraucheralltag gegen den Strich gehen: steigende Energiepreise, zu viel Zucker in Lebensmitteln, Verpackungsmüll, verbotene Werbeanrufe oder Abzocke im Internet. Der Verbraucherschutzpegel liefert uns wichtige Anhaltspunkte, um unser Beratungsangebot optimal an den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher auszurichten."

Die Online-Umfrage zum Verbraucherschutz-Pegel führte die Verbraucherzentrale Hamburg im Auftrag der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz durch. Sie lief vom 1. November 2021 bis 31. Januar 2022. Die Teilnahme war anonym. Die Ergebnisse sind online bei der Verbraucherzentrale Hamburg abrufbar.

Auch wenn die Ergebnisse nicht repräsentativ sein können, geben sie wertvolle Einblicke in den Alltag der Verbraucher:innen. Es wird konkret aufgezeigt, wo die Probleme liegen, was die Menschen in der Stadt ärgert und wo sie sich Verbesserungen wünschen. Die vielen Rückmeldungen bieten eine gute Orientierung und sind Anstoß für die Umsetzung politischer Ideen auch auf Bundesebene.

Quelle: Pressestelle des Senats

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