Treppenlift – Zuschuss von der Krankenkasse und weitere Fördermöglichkeiten

Ein Treppenlift bedeutet für viele Menschen eine erhebliche Erleichterung im Alltag oder ermöglicht erst eine soziale und berufliche Teilhabe. Es gibt viele gute Gründe, die für dieses sichere Hilfsmittel sprechen, wenn die Treppe zum Problem wird. Finanzierungshilfen und Steuererleichterungen machen diese Lösung erschwinglich. Denn nicht ausschließlich wird ein Treppenlift von der Krankenkasse bezuschusst.

Treppenlift, © iStock.com/Daisy Daisy
Treppenlift, © iStock.com/Daisy Daisy

Welche Arten von Treppenliften gibt es?

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:

  • Sitzlifte und
  • Plattformliften

In manchen Häusern bietet sich ein Homelift (Miniaufzug) als Alternative zum Treppenlift an.

Was ist beim Treppenlift-Kauf zu beachten?

Zunächst stellt sich die Frage, welche Grundform die Treppe hat:

  • gerade Treppe
  • Treppe mit Podest
  • L-Form
  • U-Form oder
  • Wendeltreppe

Natürlich spielen auch die Abmessungen und die baulichen Voraussetzungen eine Rolle. Vor dem Kauf ist daher eine qualifizierte Beratung vor Ort dringend zu empfehlen.

Mieter müssen vorab die Genehmigung des Vermieters einholen und sich in Bezug auf den Rückbau einigen. In Mehrfamilienhäusern ist die Zustimmung aller Eigentümer erforderlich, sobald das Treppenhaus und/oder der Außenbereich betroffen sind. Zudem gelten hier besondere Vorschriften.

Ganz wichtig: Vor dem Kauf/der Bestellung die Fördermöglichkeiten prüfen und Anträge stellen! Ein Kostenvoranschlag hingegen sollte zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegen.

Fördermöglichkeiten für einen Treppenlift

Ein Zuschuss zum Treppenlift von der Krankenkasse/Pflegekasse kann ab dem Pflegegrad 1 gewährt werden. Ob die Krankenkasse zuständig ist, hängt von zahlreichen Kriterien ab. Daneben kommen hauptsächlich folgende Träger infrage:

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Die DGUV wiederum ist aufgeteilt in:

  • Berufsgenossenschaften und
  • Unfallkassen

Zuständigkeit der Berufsgenossenschaften:

  • anerkannte Berufskrankheiten
  • Arbeitsunfälle
  • Unfälle auf dem Arbeitsweg

Zuständigkeit der Unfallkassen:

Die Unfallkassen sind in der Pflicht, wenn es um Unfälle in öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten geht. Wegeunfälle sind hierbei eingeschlossen.

Haftpflichtversicherung

Bei Opfern von Verkehrsunfällen und anderen fremdverschuldeten Folgeschäden haftet die Versicherung des Verursachers/der Verursacherin – inklusive der Kosten für Rechtsbeistand oder Gutachten. So kann es sein, dass der Treppenlift von der Krankenkasse bezuschusst wird.

Die Deutsche Rentenversicherung

Wenn bereits Rentenansprüche erworben wurden (Wartezeit: 15 Jahre), ist ein Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben möglich. Zusätzlich ein Zuschuss zum Treppenlift vor der Haus- oder Wohnungstür als Wohnungshilfe.

Die Bundesagentur für Arbeit

Ohne Rentenansprüche ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig, wenn ein Treppenlift zur Erhaltung des Arbeitsplatzes oder zur Aufnahme einer neuen Tätigkeit erforderlich ist.

Das Integrationsamt

Das Amt für Versorgung und Integration ist die erste Anlaufstelle für schwerbehinderte Berufstätige und solche, die Schwerbehinderten gleichgestellt sind.

Treppenliftzuschuss von der Krankenkasse | gesetzlich und privat

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse/Pflegekasse sind in § 40, Absatz 4 des SGB XI (Sozialgesetzbuch) genau festgelegt:

  • 4.000 Euro maximal pro Antragsteller | gilt für alle Umbaumaßnahmen insgesamt
  • Ansprüche können zusammengelegt werden | Höchstbetrag pro Maßnahme: 16.000 Euro

Für die privaten Krankenkassen gelten diese Bestimmungen jedoch nicht. Hier kommt es auf die jeweiligen Versicherungsbedingungen an. Allerdings kann die Versicherung in Einzelfällen hiervon abweichen und somit ein Treppenlift durch die Krankenkasse dennoch bezuschusst werden.

Sozialamt

Die Sozialämter stellen die letztmögliche Instanz dar, wenn alle relevanten Kostenträger einen Antrag abgelehnt haben.

Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Unabhängig von Alter und Mobilität fördert die KfW Treppenlifte mit einem Investitionszuschuss von zurzeit maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit.
Dieses Angebot richtet sich an Eigentümer (auch als Vermieter), Eigentümergemeinschaften und Mieter. Die Kombination mit anderen KfW-Förderprodukten ist möglich.

Zusätzliche regionale Förderprogramme

Diese lokalen Programme unterscheiden sich je nach Bundesland/Kommune. Auskunft geben beispielsweise die Verbraucherzentralen.

Steuerersparnis durch einen Treppenlift

Ein Treppenlift gilt als medizinisches Hilfsmittel und fällt bei der Steuererklärung unter die Rubrik "außergewöhnliche Belastungen".

Fazit

Mobilität ist ein Stück Lebensqualität und erhält das Selbstwertgefühl. Genau dies kann ein Treppenlift ermöglichen – im gewohnten Umfeld und mit finanzieller Unterstützung. In einigen Fällen werden die Kosten komplett übernommen.

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