Vom Hedonismus zur Selbstoptimierung: Aus THC wird CBD

CBD und THC sind ein ungleiches Paar. Beide entstammen der Hanfpflanze, aber nur THC berauscht, während CBD allein an gesundheitlichen Prozessen beteiligt ist.

CBD-Öl mit Cannabis Pflanze, © unsplash.com/Kimzy Nanney
CBD-Öl mit Cannabis Pflanze, © unsplash.com/Kimzy Nanney

In der Spaßgesellschaft rund um die Jahrtausendwende war das Kiffen vor allem bei jüngeren Menschen weitverbreitet. Hanseaten in den mittleren Jahren wissen ein Lied davon zu singen.

Seitdem sinkt die Anzahl derjenigen Konsumenten, die auf ein gemeinsames oder alleiniges Rauscherlebnis aus sind, auf ein Minimum. Der Hedonismus scheint als sinnstiftendes Ideal weitgehend ausgedient zu haben. An seine Stelle ist der Trend zur Selbstoptimierung gerückt. 

Forscher entdeckten eine Reihe von Verfahren, mit denen sich das CBD (Cannabidiol) von der Restpflanze extrahieren lässt. Das berauschende THC wird somit fast vollständig vom neuen Produkt ferngehalten.

Statt Halluzinationen und Traumreisen in den Himmel oder auch in die Hölle offenbaren sich dem Konsumenten eine Reihe von gesundheitlichen Vorzügen, die erstaunlich ganzheitlich anmuten.

CBD-Unternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden

Es verwundert kaum, dass Unternehmer auf diesen Trend aufspringen. Kontinuierlich werden neue Anwendungsmöglichkeiten zutage gefördert und Wirkweisen des Cannabidiols in Studien belegt. Zudem lässt sich mit White Labels und Bulkware der komplizierte Herstellungsprozess umgehen.

Viele sogenannte Cannapreneure haben auf diese Weise mit Candropharm CBD-Unternehmen gründen können – schnell und effizient entstanden die bekannten CBD-Marken. In der Folge steigen die Möglichkeiten für den Kunden. Die Produktpalette dürfte zukünftig noch breiter werden.

Wie der Schlüssel zum Schloss – CBD und ECS

Es ist das größte Bionetzwerk des Menschen, dessen Rezeptoren wie der Schlüssel zum Schloss auf die Cannabinoide der Hanfpflanze wie CBD zu passen scheinen. Das Endocannabinoid-System, um das es hier geht, ist sogar nach ihnen benannt worden.

Offenbar schien das anspruchslose Gewächs vor seiner Dämonisierung evolutionär eine wichtige Rolle gespielt zu haben, und zwar im Ernährungsplan des Menschen, aber auch von Tieren.

Alle entwickelten Säugetiere besitzen nämlich mit dem menschlichen ECS vergleichbare Schaltkreise zur Steuerung physiologischer, kognitiver und mentaler Prozesse.

Dass die Hanfpflanze in den unterschiedlichsten Kulturen unabhängig voneinander als überaus vielseitige Medizin entdeckt wurde, ist demnach kein Zufall, sondern die Folge ihres beachtlichen Heilprofils. So vielseitig wie ihre Heilwirkung ist, so vielseitig ist auch das ECS, was seine Aufgaben für den Organismus angeht.

Die Aufgaben des ECS

CBD ist nun das Cannabinoid der Hanfpflanze mit dem breitesten Heilpotenzial, das im Rahmen der Interaktion mit dem ECS als eine Art Widerpart von THC nicht aktivierend, sondern dämpfend eingreift.

Zuständig ist das ECS für die Modulation des Schlafverhaltens, Regulation der Körpertemperatur, Stärkung des Immunsystems, Verdrängung belastender Erinnerungen, Herstellung einer gesunden Grundstimmung, Zellkommunikation, Motorik, den Appetit, Stoffwechsel, einen gesunden Herzschlag sowie für das Management von Angst, Stress und Schmerzempfinden.

Zwar ist der menschliche Körper zur Eigensynthese der Cannabinoide fähig. Da diese vom Körper selbst gebildet werden, sprechen Mediziner von Endocannabinoiden und damit von körpereigenen Cannabinoiden.

Trotzdem reicht diese Eigensynthese vor allem in belastenden Situationen nicht immer aus. In diesem Fall kann der Körper auf die Zuführung von außen in Form von Phytocannabinoiden (pflanzlichen Cannabinoiden) angewiesen sein.

Wie kann CBD helfen?

So vielfältig wie die Aufgaben des ECS, sind die vermuteten Heilwirkungen von CBD, die in zahlreichen medizinischen Studien belegt werden konnten. Im Zuge der allmählichen Rehabilitation der hochpotenten Heilpflanze ist der Studienaufwand für das Gewächs zurzeit beträchtlich, sodass das Wissen für seine Heilwirkung steil ansteigt.

Am stärksten kann CBD bei chronischen Schmerzen wie Fibromyalgie, Entzündungen wie Migräne und Arthritis, Krämpfen, Epilepsie, Übelkeit und diversen Nervenerkrankungen wie Parkinson, RLS (Restless Legs Syndrom), MS (Multiple Sklerose), Fazialsparese und Polyneuropathie helfen.

Auch in psychischer Hinsicht ist das Heilpotenzial beträchtlich. CBD kann eine bessere Stimmung herbeiführen und bei Ängsten, Zwängen, Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen entlastend wirken.

Studien belegten signifikante Effekte des CBD als Heilmittel gegen das Posttraumatische Belastungssyndrom. Außerdem kann CBD zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und zur Verbesserung der Aufmerksamkeit sowie des Lernvermögens eingesetzt werden, denn auch mit Blick auf das Gehirn sind die Verflechtungen mit dem ECS, das sich über das ganze Zentrale Nervensystem erstreckt, grundlegend.

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