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Endlich die Finanzen im Griff: Raus aus den Schulden

Es ist nicht nur sehr belastend fürs Konto, sondern auch für die Psyche. Wenn das Konto rote Zahlen schreibt und der Dispo fast ausgereizt ist, ist guter Rat wirklich teuer. Vor allem in einer Stadt wie Hamburg, die ohnehin zu den teuersten Städten in Deutschland zählt, kann der Kontorahmen schnell mal ausgereizt sein.

Jeder Cent zählt, vor allem dann, wenn man schon tief in den Schulden drinsteckt. © unsplash.com, Ibrahim Rifath
Jeder Cent zählt, vor allem dann, wenn man schon tief in den Schulden drinsteckt. © unsplash.com, Ibrahim Rifath

Um aus dieser Situation wieder herauszukommen, müssen es nicht unbedingt gleich drastische Mittel, wie etwa die Privatinsolvenz sein. Je nach Höhe der Schulden kann man mit anderen Methoden gegen die roten Zahlen vorgehen.

Einen Überblick verschaffen

Häufig gerät man erst dann in die Schuldenfalle, wenn man den Überblick über seine Finanzen verloren hat. Deshalb sollte man das schnellsten nachholen. Im Prinzip ist das gar nicht so schwierig. Hier kann man sich beispielsweise mit Haushaltsbüchern oder diversen Apps behelfen, die einem das Budget pro Monat oder manchmal sogar pro Tag ausrechnen. 

Mit einem Stift, einem Zettel und einem Taschenrechner kann man das aber selbst in die Hand nehmen. Zunächst sollte man aufschreiben, was alles im Monat an Geld eingenommen wird. Das wären beispielsweise das Gehalt oder andere Einnahmen, wie etwa Mieten aus Immobilien oder Ähnliches. All das, was an Geld im Monat reinkommt, bildet den finanziellen Rahmen. 

Dann folgt eine Aufstellung der monatlichen und anderen regelmäßigen Ausgaben und der Kosten, die nicht regelmäßig auftreten, sondern nur hin und wieder

  • Warmmiete mit allen Nebenkosten (Energie, Wasser, Internet)
  • Versicherungen
  • Kosten für Mobilität (Auto, Tanken, Fahrkarten)
  • Lebensmittel
  • Kleidung
  • Kosmetikartikel
  • Kleidung
  • Kosmetikartikel
  • Hobbys und Vereine
  • Kosten für Urlaubsreisen

Der Durchschnittsdeutsche verdient in der Regel rund 2500 Euro netto und davon gibt er in der Regel pro Monat etwa die Hälfte für die monatlichen Fixkosten aus. Geringverdiener, also die Menschen, die pro Monat unter 1.000 Euro netto verdienen, müssen sich sogar regelmäßig verschulden oder auf Erspartes zurückgreifen.

Ein Haushaltsbuch kann auf lange Sicht mehr Überblick verschaffen und auf diese Weise langfristig für ein schuldenfreies Leben sorgen.

Umschulden

Wenn viele verschiedene Kreditraten pro Monat vom Konto abgebucht werden, lohnt sich eine Kreditumschuldung. Das kann am Ende sogar wegen der aktuellen Niedrigzinsphasen sogar noch Geld einsparen. Im besten Fall handelt es sich dabei sogar um mehrere hundert Euro. 

Gerade dann, wenn man mehrere Kredite gleichzeitig am Laufen hat, kann eine Umschuldung mehr Übersicht schaffen. Statt vieler kleiner Einzelpositionen, wird eine größere vom Konto abgebucht. Zudem kann man dabei die monatliche Rate seiner aktuellen finanziellen Situation anpassen. Das kann unter anderem eine schnellere Schuldenfreiheit als Ergebnis haben oder eine niedrigere Monatsrate. 

Oft wird bei einem überzogenen Konto zu einer Umschuldung geraten, da die Zinsen beim Dispo-Kredit schnell mal an der 16 % Marke kratzen können und somit sehr viel höher sind, als bei einem normalen Ratenkredit. 

Ausgaben senken

Neben einer Umschuldung sollte man unbedingt seine monatlichen Ausgaben auf ein Minimum senken. Vor allem die üblichen Kleinigkeiten zwischendurch können auf Dauer ganz schnell ins Geld gehen. Der Spruch "Kleinvieh macht auch Mist" kommt nicht von ungefähr. 

Wenn man eine Aufstellung der monatlichen angefertigt, sollte man überprüfen, welche Ausgaben denn überhaupt wirklich notwendig sind. Das können Versicherungen oder auch Abonnements sein, die man möglicherweise gar nicht wirklich in Anspruch nimmt, wie etwa die berühmte Mitgliedschaft im Fitnessstudio, das man aber seit zwei Jahren nicht mehr von innen gesehen hat. 

Der Supermarkt ist ein verführerischer Ort, der einen oft dazu bringt unbewusst mehr auszugeben, als man eigentlich möchte. Bevor man sich also auf den Weg zum Wocheneinkauf macht, sollte man eine Einkaufsliste anfertigen und möglichst nur das einkaufen, was darauf steht

Es muss nicht immer die neuste Mode sein. Es dürfen ruhig gebrauchte Second-Hand-Kleidungsstücke sein. Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch noch deutlich nachhaltiger

Verbindung mit den Gläubigern aufnehmen

Wenn man bereits einen größeren Berg an Schulden und das noch bei mehreren Gläubigern angehäuft hat, würde man sich doch am liebsten totstellen. Leider machen manche Schuldner genau diesen Fehler und melden sich gar nicht mehr. Jedoch endet das meistens in einer Pfändung des Kontos. 

Viel besser ist es die entsprechenden Gläubiger zu kontaktieren, falls es sich mögliche Zahlungsverzüge oder Verzögerungen in der Zahlung der Monatsrate abzeichnet. Oft lässt sich schon im Vorfeld eine Ratenzahlung vereinbaren, damit man nicht einmal in die Schuldenfalle tappt. Allerdings kann man das Kontaktieren auch einem professionellen Schuldnerberater überlassen

Schuldnerberatung

Es lohnt sich wirklich häufiger als man denkt, entsprechende Berater aufzusuchen. Sie beschäftigen sich tagtäglich mit allen möglichen Fällen und können mit Rat und Tat zur Seite stehen. Viele von den bereits erwähnten Punkten können sie in Zusammenarbeit mit dem Schuldner abarbeiten.

Je nach Höhe der Schulden reicht vielleicht sogar auch nur ein Beratungsgespräch mit einem professionellen Schuldnerberater. Der Vorteil dabei ist, dass man in den meisten Fällen nichts zu verlieren hat, denn in der Regel sind solche Beratungsgespräche nämlich kostenlos. 

Um sich erste Informationen einzuholen, bietet die Verbraucherzentrale regelmäßig passende Infoveranstaltungen in Hamburg an. Sie in kostenlos und laufen ohne vorherige Anmeldung ab. 

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