Seniorenleben im Eigenheim: Was kostet ein Treppenlift zur Miete?

Der Einbau eines Treppenlifts sichert Menschen mit Gehproblemen ein unabhängiges Leben im eigenen Zuhause. Für Betroffene, die nur eine begrenzte Zeit auf einen Treppenlift zurückgreifen müssen, ist das Mieten bzw. Leasen eine Option. Doch wie teuer wird es, einen Treppenlift zu mieten? In welchen Konstellationen lohnt sich das Mietmodell überhaupt? Wir geben Antworten.

Senioren, © Shutterstock
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Mieten – die optimale Kurzzeitlösung

Treppen können zur unüberwindbaren Barriere werden. Keineswegs nur im höheren Alter! Ob nach Sportunfällen, folgenreichen Stürzen, einer überstandenen Operation am Knie oder dem Verkehrsunfall: Bei vorübergehenden Einschränkungen der Beweglichkeit ist guter Rat teuer.

Dann wird das Treppensteigen zur Qual oder ist gar nicht möglich. Dennoch will man auch während des Heilungsprozesses ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen. Die zeitlich befristete Nutzung eines Treppenlifts ist ein Ausweg aus diesem Dilemma.

Weitere Infos zur Barrierefreiheit gibt es hier.

Zum Überbrücken kurzzeitiger Mobilitätseinschränkungen ist das Mieten eines Treppenlifts ideal. Man ist nicht dauerhaft auf das Hilfsmittel angewiesen und spart so die hohen Kosten für den Kauf. Schon für die allergünstigste Lift-Variante sollten beim Kauf mindestens 4000 Euro einkalkuliert werden.

Ein Neukauf würde bei einigen Monaten oder wenigen Jahren Nutzungsdauer ohnehin kaum Sinn ergeben. Viele Hamburger Treppenlift-Anbieter – aber längst nicht alle – haben auch Mietmodelle in ihrem Programm. Die Markengeräte sind TÜV-geprüft und stehen in Sachen Sicherheit neu gekauften Modellen in nichts nach. Auch die Garantieansprüche betragen mindestens zwei Jahre.

Wie hoch sind die monatlichen Kosten für einen Mietlift?

Zur Gretchenfrage: Was kostet ein Treppenlift zur Miete? Zunächst fällt eine einmalige Anzahlung an. Deren Höhe kann bis zu 50 Prozent der Kosten für ein Neugerät ausmachen. Das ist kein Pappenstiel, aber begründbar.

Treppenlifte sind meist maßgefertigt. Ihr Kaufpreis bestimmt sich anhand der Bedürfnisse und der baulichen Bedingungen. Vor allem die Form der Treppe ist ausschlaggebend. Je kurviger deren Verlauf, umso aufwändiger ist die Herstellung und Montage der notwendigen Führungsschienen – und damit auch ihr Preis. Insofern wird die pauschale Anzahlung bei Wendeltreppen an den 50 Prozent kratzen.

Hinzu kommt erwartungsgemäß eine monatliche Rate für die Nutzung des Mietlifts. Diese Kosten fallen vergleichsweise niedrig aus. Immerhin steht die Mobilitätshilfe rund um die Uhr zur Verfügung.

Bei den meisten Vermietern liegt die Monatsrate zwischen 50 und 150 Euro. Abhängig ist die Gebühr vom Lifttyp, der Mietlaufzeit und dem Aufwand für den Einbau des Treppenlifts.

Viele Anbieter legen hier eine Mindestlaufzeit fest. Häufig sind es 24 Monate, manchmal auch 36 Monate. Nach deren Ablauf kann der Mietvertrag Jahr für Jahr verlängert werden.

Welche Leistungen sind im Mietpreis enthalten?

Anzahlung und Monatsrate schließen in der Regel wichtige Leistungen ein – so sollte es zumindest sein. Experten empfehlen, genau darauf zu achten und versteckte Kosten ausfindig zu machen. Einige Vermieter bieten Service-Komplettpakete an. Dazu zählen die Kosten für:

  • den Einbau des Treppenlifts (= Start Mietzeitraum)
  • verschiedene Serviceleistungen (z. B. Beratung)
  • die Reparatur
  • die Wartung bzw. Instandhaltung
  • den Ausbau des Treppenlifts (= Ende Mietzeitraum)

Wann sich das Mietmodell lohnt – und wann nicht

Mieten macht Sinn, um Geld zu sparen. Das gilt auch bei Treppenliften. Die überschaubaren Monatsraten – die oft flexibel gestaltet werden können – sprechen für sich. Kurze Laufzeiten sind optimal.

Braucht es nach der Operation am Kniegelenk einige Monate Genesungszeit, sind beide Füße in Gips oder steht ein Umzug bevor: In diesen Fällen ist das Mieten eines Treppenlifts eine sinnvolle Lösung. Dies gilt einmal mehr bei klassischen Sitzliften, die auf gerader Treppe zum Einsatz kommen und nur eine Etage überwinden. Ein Rechenbeispiel:

Kosten Neukauf Sitzlift Miete Sitzlift
Gerätekosten 4000,- Euro 4000,- Euro
einmalige Anzahlung 100 % 50 %
Monatsrate 0,- Euro 80,- Euro
bei Vertrags-Abschluss 4000,- Euro 2000,- Euro
Kosten Laufzeit 6 Monate 4000,- Euro 2480,- Euro

Werden 36 Monate Laufzeit überschritten, wird das Mieten unrentabel. Ab dem vierten Nutzungsjahr übersteigen die Mietkosten den Preis für einen fabrikneuen Treppenlift.

Bei kurvigen Treppenverläufen sollte man stets exakt nachrechnen (lassen), ob die passgenaue Herstellung des Schienensystems noch das Mieten lohnt. Auch ein Mietlift ist eben kein Produkt von der Stange.

Fazit: Einen Treppenlift mieten rechnet sich bei kurzen Laufzeiten und geraden Treppenverläufen am meisten. Hier paart sich ein Plus an Lebensqualität mit einer ansehnlichen Kostenersparnis. Bei längerer oder nicht absehbarer Nutzungsdauer macht das Mieten bzw. Leasen kaum Sinn.

Eine Alternative ist der Kauf eines gebrauchten Treppenlifts. Gegenüber neuen Modellen kann eine Ersparnis bis zu 50 Prozent drin sein. Auch hier muss aber gegebenfalls das Schienensystem extra angefertigt werden. Wer das Gefährt langfristig nutzen will bzw. muss, für den ist der Neukauf eines Treppenlifts die beste Entscheidung.

Wer unterstützt mich beim Lift-Mieten finanziell?

Eine gute Nachricht zur Frage "Was kostet ein Treppenlift zur Miete?" zum Schluss: Mietgeräte sind zuschussberechtigt. Wie beim Kauf eines nagelneuen oder gebrauchten Treppenlifts ist auch bei der Miete finanzielle Förderung drin.

Wurde Pflegegrad 1 oder höher anerkannt, bezuschusst die Pflegekasse "Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes". Das kann auch das zeitweise Mieten eines Treppenlifts sein. Der Lifttyp ist egal. Pro Person sind bis zu 4000 Euro möglich.

Leben zwei Pflegebedürftige im Haushalt, werden im Idealfall bis zu 8000 Euro gewährt. Die Kostenbeteiligung muss vor der Lift-Montage bei der Krankenkasse beantragt werden.

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