Niedrige Inzidenzzahlen schaffen Spielräume für weitere Schulöffnungen

Ab der kommenden Woche sollen alle Schüler aller Jahrgänge und Schulformen bis zu den Sommerferien wieder zum vollen Präsenzunterricht nach Stundenplan in die Schulen kommen.

Schüler im Klassenzimmer, © Alexandra Koch / pixabay.com
Schüler im Klassenzimmer, © Alexandra Koch / pixabay.com

Schulsenator Ties Rabe: "Ich freue mich, dass die niedrigen Infektionszahlen jetzt weitere Spielräume für Hamburgs Schülerinnen und Schüler eröffnen. Nach einem halben Jahr ohne oder nur mit stark eingeschränktem Schulunterricht sollen Hamburgs Schülerinnen und Schüler wenigstens in den letzten drei Wochen vor den Sommerferien noch einmal vollständigen Unterricht in der Schule bekommen. Doch wir wollen vorsichtig bleiben: Alle Hygienemaßnahmen bleiben in Kraft. Das gilt besonders für die umfangreiche Testpflicht, die Maskenpflicht, die Pflicht zum regelmäßigen Lüften der Klassenräume und die zahlreichen weiteren Sicherheitsvorkehrungen. Die Pandemie ist noch nicht vorüber, deshalb appelliere ich an alle Beteiligten, trotz der Freude über ein Stück mehr Normalität vorsichtig zu bleiben."

Am 26. Mai 2021 ist die 7-Tage-Inzidenz auch nach strenger Hamburger Rechnung auf 31,4 gesunken (RKI 29,0). Auch die Zahl der schweren Erkrankungen hat deutlich abgenommen. Diese erfreuliche Entwicklung schafft neue Spielräume. Der Hamburger Senat hat darauf bereits vor einigen Wochen reagiert und einen Stufenplan verabschiedet, der Lockerungen in mehreren Schritten vorsieht. Die Lockerungen sollen nicht alle auf einmal umgesetzt werden, um den Erfolg der Hamburger Corona-Politik nicht zu gefährden.

In einem ersten Schritt duften alle Kinder und Jugendlichen ab dem 17. Mai 2021 wieder im Wechselunterricht in die Schule gehen, so dass sie rund die Hälfte aller Unterrichtsstunden in der Schule lernen konnten. Weitere Lockerungen des ersten Schrittes betrafen die Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen und die Öffnung der Kindertagesstätten.

In einem zweiten Schritt wurden Erleichterungen für den Einzelhandel und die Gastronomie in Kraft gesetzt. Die anhaltend niedrigen Infektionszahlen ermöglichen jetzt den dritten Öffnungsschritt: die Überführung des Wechselunterrichts in den vollständigen Präsenzunterricht. Eine vergleichbar niedrige Inzidenz hatte Hamburg zuletzt vor den Herbstferien 2020.

Voller Präsenzunterricht bis zu den Sommerferien

Ab dem 31. Mai 2021 sollen alle Schüler aller Jahrgänge und Schulformen deshalb bis zu den Sommerferien wieder zum vollen Präsenzunterricht nach Stundenplan in die Schulen kommen. Der Unterricht soll wieder in allen Fächern stattfinden, das betrifft auch die Schulfächer Sport, Musik und das Schulschwimmen in der Grundschule, für die allerdings weiterhin besondere Hygieneregeln und Einschränkungen gelten.

Die Schulen müssen jetzt zahlreiche organisatorische Fragen klären und vor allem die Kollegien, die Schüler, die Eltern, die Caterer, die Kooperationspartner für die Ganztagsangebote und die vielen anderen am Schulleben Beteiligten sorgfältig informieren und einbinden.

Deshalb können Schulen im begründeten Einzelfall den Schulbetrieb in den ersten beiden Tagen der kommenden Woche noch abweichend organisieren. Aufgrund des monatelangen Unterrichtsausfalls ist es jedoch das Ziel, dass spätestens ab Mittwoch, 2. Juni 2021, der Unterricht nach Stundentafel in allen Klassenstufen wieder stattfindet.

Die Schulbehörde hat die Schulleitungen der Hamburger Schulen in einem entsprechenden Schreiben genauer informiert und sie gebeten, die Kollegien, die Schüler sowie die Eltern zügig zu informieren und in die weitere Planung einzubinden.

Der Senat setzt damit nicht nur ein klares Zeichen für die Schüler, er handelt damit auch im Gleichklang mit anderen Bundesländern. So werden u.a. unsere norddeutschen Nachbarn in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen angesichts der sinkenden Infektionszahlen ebenfalls die Schulen wieder in den vollen Präsenzunterricht übergehen oder sie sind bereits in den vollen Präsenzunterricht übergegangen.

Infektionsschutz

Gleichzeitig soll der Infektionsschutz in den Schulen weiterhin mit großer Aufmerksamkeit und Sorgfalt aufrechterhalten werden, um das Schulleben für alle Beteiligten so sicher wie möglich zu gestalten. Es gilt deshalb weiterhin die Testpflicht für Schüler sowie Lehrkräfte, sofern sie nicht zu den Geimpften oder Genesenen zählen. Auch die Maskenpflicht in der Schule bleibt bestehen, ebenso wie die Vorgaben zum regelmäßigen Lüften alle 20 Minuten und die vielen anderen Regelungen des Musterhygieneplans.

Um besondere Risiken einzelner Familien zu vermeiden, bleibt die Präsenzpflicht weiterhin ausgesetzt. Das bedeutet, dass weiterhin die Eltern darüber entscheiden können, ob ihr Kind in die Schule geht oder im Homeschooling zu Hause lernt. Klassenreisen bleiben bis zu den Sommerferien verboten. Die Schulen können jedoch unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen und Hygieneregeln einzelne Tagesausflüge in die nähere Umgebung organisieren.

Quelle: Behörde für Schule und Berufsbildung

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