Gruenspan-Wandbild von 1969 wird erweitert

Das legendäre Gruenspan-Wandbild von 1969 wird erweitert. Die Künstler Dieter Glasmacher und Werner Nöfer gestalten nach 56 Jahren erneut gemeinsam – ein kunsthistorisches Ereignis für Hamburg und St. Pauli. Das denkmalgeschützte Original bleibt dauerhaft erhalten. Bei der Sanierung wird eine neue Fassade vor die bestehende Wand gesetzt, um die Statik zu verbessern.

Ikonisches Wandbild von Dieter Glasmacher und Werner Nöfer
Gruenspan Wandbild, © Dieter Glasmacher und Werner Nöfer

Auf der Fassade entsteht eine 500 m2 große Neuinterpretation des Kunstwerks. Das historische Wandbild wird dabei fachgerecht an der Bestandswand gesichert und geschützt.

Warum wird die Fassade erweitert?

Der Musikclub erhält einen Anbau für Technik- und Logistikflächen nach Osten. Dadurch vergrößert sich die südliche Fassadenfläche um rund 180 m2. Diese Erweiterung bietet die einmalige Chance, das ikonische Kunstwerk zeitgemäß fortzuführen. So verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise.

Welche Bedeutung hat das Original-Wandbild?

Das 1969 realisierte Werk gilt als erstes Pop-Art-Wandbild Europas und zählt zu den größten Street-Art-Objekten des Kontinents. Mit rund 600 m2 Fläche prägt es seit Jahrzehnten das Stadtbild. Der originale Entwurf wird im Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle verwahrt – ein Beleg für die herausragende kunsthistorische Bedeutung.

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Kunst für alle im öffentlichen Raum

Die Künstler verfolgten 1969 die Vision "Kunst für alle". Ihre Arbeit stand im Zeichen des Aufbruchs zu mehr Freiheit und Demokratie. Heute genießt das Wandbild hohe internationale Anerkennung als Schlüsselwerk der Hamburger Kunst im öffentlichen Raum.

Wie arbeiten die Künstler zusammen?

Die erneute Kooperation nach über fünf Jahrzehnten ist kunsthistorisch außergewöhnlich. Werner Nöfers geometrisch-abstrakte, politisch reflektierende Bildsprache trifft auf Dieter Glasmachers spielerisch-poetische, figürliche Malerei. Beide haben sich unabhängig voneinander weiterentwickelt, bleiben aber eng befreundet. Ihre unterschiedlichen Handschriften verschmelzen zu einem eindrucksvollen Gesamtwerk.

Welche Motive prägen das neue Wandbild?

Intensive Farben und prägnante Symbole verleihen dem Werk starke Präsenz. Eine markante Figur mit roten Haaren kehrt zurück, Blitze symbolisieren Alarm und gesellschaftliche Dynamik. Die Komposition wirkt wie eine vertikale Collage durch das gesamte Werk. Sie spiegelt die Vitalität und den Wandel St. Paulis wider.

Was geschieht mit der Westfassade?

Auch die Vorderfront am Eingangsbereich wird erneuert. Die 14 mobilen Träger mit Malereien sowie die farbliche Gestaltung des Erdgeschosses sind nach über 56 Jahren stark beschädigt. Umwelteinflüsse, unsachgemäße Übermalungen und Reparaturversuche haben dem Kunstwerk zugesetzt. Unter Leitung der Künstler wird dieser Teil komplett neu hergestellt.

Wer trägt die Sanierung?

Die Sprinkenhof GmbH verantwortet als Eigentümerin die denkmalgerechte Instandsetzung. Kultursenator Dr. Carsten Brosda betont: "Die Fassadengestaltung erzählt von der Aufbruchsstimmung der 1960er Jahre." Die Künstler wurden bewusst einbezogen, um eine ästhetisch und inhaltlich gleichwertige Fortführung zu ermöglichen. So wird das identitätsstiftende Element für kommende Generationen erfahrbar.

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Quelle:  Sprinkenhof GmbH

Ortsinformationen

Gruenspan
Große Freiheit 58
22767 Hamburg - St. Pauli