"Helmut Schmidt am Klavier" von Reiner Lehberger

Dieses Buch zeigt Helmut Schmidt von einer weniger bekannten Seite: als großen Kunst- und Musikliebhaber, der immer, wenn sich die Gelegenheit bot, begeistert in die Tasten griff.

Buchcover Reiner Lehberger "Helmut Schmidt am Klavier", © Hoffmann und Campe Verlag, Archiv Körber-Stiftung
Buchcover Reiner Lehberger "Helmut Schmidt am Klavier", © Hoffmann und Campe Verlag, Archiv Körber-Stiftung

Der Politiker ist bekannt. Der Publizist auch. Der Klavierspieler Helmut Schmidt jedoch weniger. Dabei ist er genau das die längste Zeit gewesen – fast 90 Jahre.

Thalia DE Der Schmidt-Kenner und Autor Reiner Lehberger zeichnet in seinem neuen Buch "Helmut Schmidt am Klavier" die Lebensgeschichte des früheren Bundeskanzlers am roten Faden der Musik nach und öffnet damit eine neue Sicht auf den Menschen Helmut Schmidt.

Der Band erscheint am Montag, 1. November 2021 im Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg. Das Buch nimmt die Helmut und Loki Schmidt-Stiftung zum Anlass für eine Konzertlesung, die am Samstag, 6. November 2021 aus dem Schmidt-Haus gestreamt wird.

Der Kanzler und die Musik – eine lebenslange Freundschaft

Zwei Schallplatten aus den 1980er Jahren sind das musikalische Vermächtnis Helmut Schmidts. Einmal Mozart und einmal Bach, beide eingespielt mit großen Orchestern und den bekannten Pianisten Christoph Eschenbach, Justus Frantz und Gerhard Oppitz.

Zudem gibt es Fotos vom Kanzler, der in die Tasten greift: zuhause, im Ferienhaus, auch mal umringt von Freunden. Der öffentlichen Seite des klavierspielenden Helmut Schmidt setzt Lehberger in seinem Buch "Helmut Schmidt am Klavier. Ein Leben mit Musik" eine ebenso reichhaltige wie überraschende private Seite entgegen.

Auf 332 Seiten, mit zahlreichen Bildern sowie auf Basis vieler Gespräche und Archivalien folgt Lehberger der Spur der Musik im Leben von Helmut Schmidt. Das Buch zeigt, welche Bedeutung das eigene Klavierspiel, der Genuss von Musik sowie die Kontakte zur Musikszene für ihn hatten.

Sein Musikgeschmack? – Bei Freunden gab er Gershwin, Shanties oder Volkslieder zum Besten, für sich selbst übte er am liebsten Bach oder improvisierte. Neben der Klassik mochte er Swing und traditionellen Jazz. Der Beat- oder Popmusik jedoch konnte er wenig abgewinnen.

Reiner Lehberger erzählt die Geschichten hinter Schmidts Liebe zum Klavierspiel: etwa von den Anfängen in jungen Jahren mit der von den Nazis als "Halbjüdin" eingestuften Klavierlehrerin Lilly Sington-Rosdal oder von den Aufenthalten in der Künstlerkolonie Fischerhude, wo Schmidt seine Fähigkeiten an Dorforgel und Flügel verbesserte.

"Helmut Schmidt am Klavier" ist keine musikwissenschaftliche Untersuchung, sondern eine besondere Biografie. Lehberger hat bislang unbekannte Quellen gefunden und aufbereitet.

Der Autor stellt seinem Buch ein Zitat des fast 90-jährigen Helmut Schmidt voran: "Ohne Musik wäre mein Leben wahrscheinlich ganz anders verlaufen". Nach der Lektüre wird klar, was er damit ausdrücken wollte.

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