Natur vom Logenplatz genießen

Was für Menschen Erholung ist, bedeutet für viele Tiere und Pflanzen oftmals Stress. Neue Aussichtspunkte im Naturschutzgebiet Schnaakenmoor in Rissen sollen die Natur erlebbar machen und gleichzeitig bewahren. 

Aussichtsplattform Naturschutzgebiet "Die Reit", Pressefoto
Aussichtsplattform Naturschutzgebiet "Die Reit", Pressefoto

Raus ins Freie, ab in die Natur! So denken im Sommerhalbjahr viele Hamburger und besuchen die Naturschutzgebiete und Parks. Was für die Menschen Erholung ist, bedeutet für viele Tiere und Pflanzen oftmals allerdings Stress. Im Naturschutzgebiet Schnaakenmoor in Rissen wurden neue Aussichtspunkte vorgestellt.

Diese sind Teil des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojektes "Natürlich Hamburg!", bei dem ein Gesamtkonzept die Natur erlebbarer machen und gleichzeitig bewahren soll

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: "Im Sommerhalbjahr und gerade in Coronazeiten zieht es viele Hamburgerinnen und Hamburger in die Parks, Wälder und Naturschutzgebiete. An manchen Tagen besuchen so viele Menschen die sensiblen Gebiete, dass dies für Tiere und Pflanzenarten Stress bedeutet."

"Gerade in Naturschutzgebieten stellt sich immer wieder die Frage: Wie können wir Lebensräume schützen, die Artenvielfalt stärken und gleichzeitig Naturerleben für uns Menschen ermöglichen? Das Konzept im Schnaakenmoor liefert eine wunderbare Antwort: Aussichtspunkte lenken den Blick auf spannende Naturkulissen und Besonderheiten des Naturschutzgebiets, Schilder und Tafeln informieren und erklären. Zusätzlich bietet die App 'Natürlich Hamburg' die Möglichkeit, sich digital per Audioguide durch das Gebiet führen zu lassen. So kann es gelingen, Toleranz und Respekt für ein gutes Miteinander von Naturschutz- und Naturerlebnis zu vermitteln", so der Senator. 

Dr. Stefanie von Berg, Bezirksamtsleiterin Altona: "Das Naturschutzgebiet Schnaakenmoor liegt inmitten unseres schönen Forstreviers Klövensteen. Damit ist es insbesondere auch für Menschen aus Altona ein beliebtes Ausflugsziel und soll es unbedingt bleiben. Gerade mit den drei neu geschaffenen Erlebnispunkten am Moorweiher, an der Heide und am Sonnenplatz mit einem Ausblick in die vielfältigen Moorstrukturen werden die besonders wertvollen Lebensräume dieses Schutzgebietes für Menschen jeden Alters erlebbar."

"Wem es gelingt, hier einen Blick auf vergleichsweise seltene Tierarten zu erhaschen, die als stark gefährdet gelten, oder wer in den Genuss kommt, die Heide in ihrer vollen Blüte zu erleben, wird anschließend hoffentlich auch einen anderen Blick auf das Naturschutzgebiet im Gesamten und seine Bedeutung für Flora, Fauna und uns Menschen haben. In diesem Sinne sind alle Bürgerinnen und Bürger Altonas und darüber hinaus herzlich dazu eingeladen, im Schnaakenmoor ihre eigenen Naturerfahrungen zu sammeln", so die Bezirksamtsleiterin. 

Die Besucherzahlen im Naturschutzgebiet Schnaakenmoor sind schon immer eher hoch, die aktuelle Corona-Lage hat diese nochmals erhöht. Die Umweltbehörde und das Bezirksamt Altona setzen hier auf intelligentes Lenken und Erklären statt auf Verbote.

Hierfür wurde ein umfangreiches Konzept erstellt und im Rahmen von "Natürlich Hamburg!" als Pilotprojekt umgesetzt – mit Schildern, Erklärtafeln und auch einer App. Schutz und Ruhe für die einen - Erholung und Erlebnis für die anderen. Toleranz und Rücksichtnahme. Genau darauf zielen die Besucherlenkenden Maßnahmen von "Natürlich Hamburg!".

Wichtigstes Ziel des Projekts ist es, die Artenvielfalt in der Stadt zu erhöhen und die Hamburger noch mehr für naturnahe Gestaltung im urbanen Grün zu sensibilisieren. Die Mittel für das Naturschutzgroßprojekt werden vom Bundesamt für Naturschutz (75%) und der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.

Mehr Informationen gibt es unter www.hamburg.de/natuerlich-hamburg.

Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)

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