Museum Elbinsel Wilhelmsburg wurde aufwendig saniert

Fast 300 Jahre Geschichte, sieben Millionen Euro Investition und ein großes Ziel: Das ehemalige Amtshaus in Wilhelmsburg erstrahlt nach umfassender denkmalgerechter Sanierung in neuem Glanz. Ab Herbst 2026 soll es als kultureller Treffpunkt für Geschichte, Bildung und Begegnung neue Impulse im Stadtteil setzen.

Außenansicht des frisch sanierten Gebäudes Museum Elbinsel Wilhelmsburg
Museum Elbinsel Wilhelmsburg, © Redaktion hamburg-magazin.de

Das Sanierungsprojekt

Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg hat nach jahrelangem Leerstand und aufwendiger Sanierung eine langfristige Zukunftsperspektive erhalten. Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) fungierte als Bauherr, die Sprinkenhof GmbH verantwortete als Realisierungsträger Planung und Umsetzung.

Insgesamt flossen sieben Millionen Euro in das anspruchsvolle Bauprojekt. Nach der Fertigstellung übernimmt der Bezirk Hamburg-Mitte den Betrieb des Gebäudes – mit jährlich rund 500.000 Euro für Bewirtschaftung und laufende Kosten, die bereits in die kommenden Haushaltsplanentwürfe eingestellt worden sind.

Umfang der Bauarbeiten

Die Sanierung umfasste nahezu jeden Bereich des historischen Amtshauses – vom Keller bis zum Dach. Zu den zentralen Massnahmen zählten:

  • Vollständige Sanierung und Erneuerung des Daches einschließlich Tragwerk
  • Bauliche Trennung des Dachgeschosses wegen Schadstoffbelastungen
  • Instandsetzung der historischen Backsteinfassaden mit Fugenerneuerung und denkmalgerechtem Ersatz beschädigter Ziegel
  • Restaurierung historischer Fenster und Türen
  • Sanierung sämtlicher Innenräume
  • Komplette Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung inklusive Elektroinstallationen und Heizung

Brandschutz und Barrierefreiheit

Ergänzend setzten die Fachleute umfangreiche Maßnahmen zum baulichen Brandschutz um und schufen eine barrierefreie Erschliessung. Energetische Optimierungen an der Gebäudehülle runden das Paket ab. Das sanierte Gebäude verbindet so seinen denkmalgeschützten Charakter mit den Anforderungen an einen modernen, nachhaltigen Museumsbetrieb.

Collage: Links ein Aufsteller vom Sprinkenhof neben einem Fahrstuhl, rechts eine Rampe für Rollstuhlfahrer außen am Gebäude
Barrierefreiheit im Museum Elbinsel Wilhelmsburg, © Redaktion hamburg-magazin.de

Besondere Herausforderungen

Das fast 300 Jahre alte Gebäude stellte alle Beteiligten vor komplexe Aufgaben. Zahlreiche erhaltenswerte Bauteile und konstruktive Besonderheiten erforderten individuelle Lösungen. Jeder Arbeitsschritt musste eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden und gleichzeitig heutigen Standards für Brandschutz, Barrierefreiheit und Energieeffizienz genügen.

Geschichte des Amtshauses

Das Wilhelmsburger Amtshaus wurde 1724 auf den Grundmauern eines Schlosses von 1620 errichtet – dem ehemaligen Adelssitz Stillhorn der Familie Groten. Aufgefundene Ziegelsteine im historischen Klosterformat deuten darauf hin, dass Baumaterialien des Vorgängerbaus wiederverwendet wurden. Das zweigeschossige Gebäude besticht durch seine markante verputzte Frontfassade und historische Backsteinfassaden.

Erhalten sind unter anderem Kreuzstockfenster, originale Holztüren sowie weitgehend intakte Dielenböden und Fachwerkwände. Im Laufe der Jahrhunderte diente der Bau als Amtshaus, Schule und Wohngebäude. Seit den 1950er-Jahren beherbergt es das Museum.

Unter Denkmalschutz steht das Amtshaus seit 1949 – als Teil des historischen Ensembles rund um Kreuzkirche, Dorfkrug und weitere Gebäude im Kirchdorfer Ortskern.

Sanierter Raum und alte Holztür im Museum Elbinsel Wilhelmsburg
Museum Elbinsel Wilhelmsburg Sanierung, © Redaktion hamburg-magazin.de

Der Museumsverein dahinter

Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg wurde 1907 gegründet und wird ehrenamtlich vom Verein Museum Elbinsel Wilhelmsburg e. V. betrieben. Seit mehr als 50 Jahren ist es im Amtshaus untergebracht. Für Kinder und Jugendliche der Region ist es ein wichtiger ausserschulischer Lernort: Jährlich nutzen zahlreiche Schulklassen das Haus für Führungen und Bildungsangebote im Rahmen der Heimatkunde.

Darüber hinaus gehört das MEW fest zur Kulturszene Wilhelmsburgs. Regelmäßig finden hier Lesungen, Liederabende und kleine Theaterstücke statt. Mit der Wiedereröffnung verbinden sich große Pläne für neues museales Leben.

Dr. Andreas Dressel, Ralf Neubauer, Martin Sowinski, Frank Kibat und Vertreterinnen vom Museumsverein vor dem sanierten Gebäude
Dr. Andreas Dressel, Ralf Neubauer, Martin Sowinski, Frank Kibat und Vertreterinnen vom Museumsverein, © Redaktion hamburg-magazin.de

Ausblick ab Herbst 2026

Ab Herbst 2026 sollen die ersten Nutzungen im sanierten Amtshaus starten. Gemeinsam mit sozialen Einrichtungen, Schulen und dem Museumsverein bringt der Bezirk Bildungs- und Begegnungsangebote ins Haus. Parallel entstehen die personellen Voraussetzungen für den Museumsbetrieb, und die Planung der neuen Dauerausstellung läuft an.

Sturmflut und Weltdokumentenerbe

Ein zentraler Schwerpunkt wird die Dauerausstellung zur Sturmflut von 1962, die künftig einen festen Platz in der Vermittlungsarbeit einnimmt. Geplant ist ausserdem eine Ausstellung zum kürzlich ins UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommenen Bestand der Kinderkriegszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg. So wird das Amtshaus wieder zu einem lebendigen Ort, der Geschichte greifbar macht.

Sturmflut Bilder im Museum Elbinsel Wilhelmsburg
Sturmflut Bilder im Museum Elbinsel Wilhelmsburg, © Redaktion hamburg-magazin.de

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Quelle:  Pressestelle des Senats

FAQs – Häufige Fragen

Die ersten Nutzungen im sanierten Amtshaus sind ab Herbst 2026 vorgesehen. Der Bezirk Hamburg-Mitte übernimmt den Betrieb und plant gemeinsam mit dem Museumsverein, sozialen Einrichtungen und Schulen erste Bildungs- und Begegnungsangebote. Parallel beginnt die Planung der neuen Dauerausstellung zur Geschichte der Elbinsel.

Insgesamt wurden sieben Millionen Euro in die denkmalgerechte Sanierung des historischen Amtshauses investiert. Bauherr war der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen, die Sprinkenhof GmbH verantwortete als Realisierungsträger Planung und Umsetzung. Für den laufenden Betrieb sind jährlich rund 500.000 Euro eingeplant.

Ein zentraler Schwerpunkt wird die neue Dauerausstellung zur Sturmflut von 1962. Geplant ist zudem eine Ausstellung zum UNESCO-Weltdokumentenerbe der Kinderkriegszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg. Darüber hinaus soll das Museum die historische Vergangenheit der Elbinsel Wilhelmsburg mit Führungen und Bildungsangeboten vermitteln.

Das Wilhelmsburger Amtshaus wurde 1724 auf den Grundmauern eines 1620 errichteten Schlosses erbaut und ist damit fast 300 Jahre alt. Es zählt zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Wilhelmsburgs und steht seit 1949 unter Denkmalschutz als Teil des historischen Ensembles im Kirchdorfer Ortskern.