Mit Hamburgs Störchen in den Süden reisen

Adebar zieht es in den Süden: Nach einer erfolgreichen Brutsaison sind Hamburgs Störche nun auf den Weg in ihre Winterquartiere in Südeuropa bzw. Afrika. 70 Jungstörche hat der NABU in diesem Jahr in der Hansestadt gezählt, die von insgesamt 34 Storchenpaaren großgezogen wurden – damit war 2020 das zweitbeste Hamburger Storchenjahr in den letzten 50 Jahren. "Wir freuen uns über dieses Ergebnis, dürfen in unseren Bemühungen um den Schutz unserer Wappentiere aber nicht nachlassen", verdeutlicht NABU-Storchenvater Jürgen Pelch.

Storch, © NABU / Kai Michael Thomsen
Storch, © NABU / Kai Michael Thomsen

Vor diesem Hintergrund hat der NABU Hamburg gemeinsam mit der Universität Kiel 2019 ein besonderes Projekt gestartet, bei dem mittlerweile 12 Weißstörche mit einem Sender ausgestattet wurden. Auf diese Weise lassen sich die Bewegungsmuster der Tiere erfassen, sowohl in der Brutzeit bei uns im Norden als auch während des Zuges.

"Diese wertvollen Daten geben Aufschluss über die Wirksamkeit von Naturschutzmaßnahmen, etwa welche Flächen zur Nahrungssuche genutzt werden oder welchen Einfluss Windräder auf den Bewegungsradius der Störche haben", erklärt Pelch.

Nicht zuletzt ist es nun auch möglich, den Weg der Langstreckenzieher in den Süden zu verfolgen – und zwar tagesaktuell auf der Website des NABU Hamburg unter www.NABU-Hamburg.de/stoerche. Per GPS übertragen die solarbetriebenen Sender die Standorte aller 12 Störche, denen der 50 Gramm leichte "Rucksack" bei einem Eigengewicht von 3-4 Kilogramm nichts ausmacht.

War im letzten Jahr lediglich ein Westzieher unter den Hamburger Senderstörchen, der den Winter in Spanien verbrachte, scheint unter den in 2020 neu besenderten Störchen ein weiterer zu sein, der die Westroute einschlägt. Die Mehrheit wählt allerdings den östlichen Zugweg über Südosteuropa und den Nahen Osten nach Afrika. 

Sogar bis nach Tansania flog im letzten Jahr Storch "Ombeni". Für Namensgeberin Ombeni Stickdorn-Ngonyani, die selbst in Tansania aufgewachsen ist und sich heute als Autorin, zertifizierte Referentin für globales Lernen und Singer Songwriter für den Vogelschutz einsetzt, zeigt dies: "Störche kennen als Zugvögel keine Grenzen. Daher ist es umso wichtiger, auf all ihren Stationen für ihren Schutz zu sensibilisieren und dafür zu sorgen, dass ihre Lebensräume überall erhalten bleiben."

Mit diesem Ziel ist Stickdorn-Ngonyani seit 2018 ehrenamtlich als Schirmherrin für den Hamburger Storchenschutz aktiv und verfolgt die Reise der besenderten Störche mit besonderem Augenmerk.

Quelle: NABU Hamburg

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