Marlo Grosshardt im Interview: Warum Zusammenhalt wichtiger ist als Wut

Mit seinem neuen Album "Bildet Banden" setzt Marlo Grosshardt auf Zusammenhalt statt Resignation. Im Interview spricht der Hamburger Musiker über politische Musik, seine Heimatstadt Hamburg und die Hoffnung, mit seinen Songs Menschen zusammenzubringen.

Marlo Grosshardt steht auf einem Feld.
Marlo Grosshardt, © Julia Tiemann

Politische Songs, ausverkaufte Tourneen und immer größere Bühnen – für Marlo Grosshardt ist all das kein Selbstzweck. Mit seinem neuen Album "Bildet Banden" schlägt der 24-Jährige nachdenklichere und zugleich deutlich politischere Töne an. Im Gespräch mit Hamburg-magazin.de erzählt er von der Entstehung des Albums in Portugal, seiner Liebe zu Hamburg, viralen Erfolgen und der Frage, warum Kunst für ihn nie unpolitisch sein kann.

Am Ende des Interviews erhaltet ihr außerdem die Chance, 2x2 Tickets für sein ausverkauftes Konzert im Stadtpark zu gewinnen!

Hamburg-magazin.de: Dein neues Album "Bildet Banden" erscheint am 14. August 2026. Was steckt hinter diesem Titel?

Marlo Grosshardt: Als ich das Album vor ungefähr einem Jahr geschrieben habe, hatte ich immer stärker das Gefühl, dass die Aussichten immer gruseliger werden. Für mich reicht es deshalb nicht mehr, einfach nur unzufrieden zu sein. Man muss sich vorbereiten und schauen, wie Menschen zusammenkommen können.

Schon auf der letzten Tour war es unsere Idee, Inhalte zu vermitteln, die über die Musik hinausgehen. Jetzt haben wir uns das nächste Ziel gesetzt: Es wäre schön, wenn auf den Konzerten so viele tolle Menschen zusammenkommen, dass sie Wege finden, sich untereinander kennenzulernen. Dass man weiß: Hier sind viele Menschen mit ähnlichen Vorstellungen – und vielleicht trifft man sich sogar nach dem Konzert wieder. Das ist für mich das Grundkonzept des Albums und der Tour.

Unsere Musik ist relativ politisch und dadurch teilt auch die Zielgruppe in vielen Punkten ähnliche Werte. Deshalb wäre es toll, wenn die Leute sich organisieren und gemeinsam politisch etwas bewegen würden. Das wäre mein großer Traum.

Hamburg-magazin.de Wer ist denn eigentlich deine Zielgruppe?

Marlo Grosshardt: Das Lustige ist: Wir haben wirklich alles dabei. Wir haben extrem junge Leute, aber auch ehemalige Achtundsechziger, die hinten an der Bar sitzen. Das Publikum ist altersmäßig unglaublich bunt gemischt.

In klassischen Studierendenstädten sieht das Publikum natürlich anders aus. Hamburg ist zwar auch eine Studierendenstadt, aber hier kommen Menschen jeden Alters zusammen. Sie haben meistens ähnliche politische Werte, die für Menschenrechte oder ähnliches stehen. Aber gerade diese große Altersspanne finde ich etwas ganz Besonderes.

Die Entstehung des neuen Albums

Hamburg-magazin.de: Du hast eben erzählt, dass du das Album ungefähr vor einem Jahr geschrieben hast. Ich habe gelesen, dass du dafür in Portugal warst. Kannst du etwas über die Entstehung erzählen?

Marlo Grosshardt: Ja. Ich habe das große Privileg, dass mein Patenonkel nach Portugal ausgewandert ist und dort ein Tonstudio gebaut hat. Dadurch habe ich die Möglichkeit, dort immer wieder Musik zu schreiben.

Für mich ist das perfekt, weil ich dort komplett rauskomme und man nicht viel anderes machen kann außer Musik. Das ist ein kleines Dorf an der Atlantikküste, in dem es eigentlich nur ein Café gibt. Das hilft enorm dabei, sich für ein paar Wochen ausschließlich aufs Schreiben zu konzentrieren und alles andere auszublenden.

Wir sind dann mit meinem Produzenten Lukas Pizon und dem Songwriter Benjamin David Meyer für drei Wochen dorthin gefahren und haben intensiv geschrieben.

Hamburg-magazin.de: Sind in diesen drei Wochen dann auch alle 13 Songs entstanden?

Marlo Grosshardt: Nicht ganz. Wir hatten vorher schon einen großen Ordner mit Demos und Songideen, die ich entweder alleine oder zusammen mit Lukas geschrieben hatte. In Portugal sind dann viele weitere Songs entstanden. Ich würde sagen, ungefähr 70 Prozent des Albums wurden dort geschrieben.

Insgesamt hatten wir am Ende etwa 30 Songs und haben daraus die 13 ausgewählt, die am besten zusammengepasst haben.

Hamburg-magazin.de: Woher nimmst du die Inspiration für deine Songtexte?

Marlo Grosshardt: Ich schreibe eigentlich immer über Themen, die mich persönlich bewegen. Deshalb ist dieses Album auch so politisch geworden und enthält weniger sehr persönliche Geschichten.

Ich kann schwer über Dinge schreiben, zu denen ich keinen persönlichen Bezug habe. Deshalb gilt eigentlich: Worüber ich gerade nachdenke oder was mich beschäftigt, darüber schreibe ich.

Hamburg-magazin.de: Ist es manchmal schwierig, Privates und Öffentlichkeit voneinander zu trennen?

Marlo Grosshardt: Ja, auf jeden Fall. Das Gute ist aber, dass ich nicht mein ganzes Leben erzählen muss. Auch wenn mich ein Thema persönlich beschäftigt, kann ich daraus Geschichten entwickeln.

Zum Beispiel steckt in "Big Ben" überhaupt nichts Autobiografisches. Trotzdem geht es um Gedanken, die mich beschäftigen. Das ist der große Luxus beim Songschreiben.

Gleichzeitig ist es gerade spannend herauszufinden, wie es ist, plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen. Das war nie der Plan. Jetzt lerne ich, mit den Projektionen anderer Menschen umzugehen und das von meinem eigenen Blick auf mich zu trennen. Das ist gerade ein spannender Lernprozess.

Hamburg-magazin.de: Wie fühlt es sich an, plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen?

Marlo Grosshardt: Es ist ziemlich surreal. Man drückt ja keinen Knopf und ist plötzlich bekannt – das ist über die letzten Jahre langsam gewachsen.

Grundsätzlich ist es total schön. Ich freue mich immer, wenn Menschen mich erkennen, mir sagen, dass ihnen die Musik gefällt oder ein Foto machen möchten. Gleichzeitig muss man vieles lernen. Wenn ich heute in Hamburg unterwegs bin, muss ich immer damit rechnen, dass mich jemand erkennt oder beobachtet, ohne dass ich es merke. Das verändert den Blick auf den Alltag schon etwas.

Insgesamt ist es total angenehm, aber es bringt auch ein paar Herausforderungen mit sich.

Hamburg-magazin.de: Wirst du in Hamburg häufig erkannt?

Marlo Grosshardt: Das kommt darauf an, wo ich unterwegs bin. Westlich der Alster passiert das auf jeden Fall häufiger. Aber auch in Barmbek kommt das immer mal wieder vor.

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Zusammenhalt statt Wut

Hamburg-magazin.de: Kommen wir noch einmal auf dein Album zurück. Es ist bislang dein größtes und wohl auch dein politischstes Werk. Worauf richtet sich die Wut, die darin spürbar ist?

Marlo Grosshardt: Ich glaube, die Wut ist gar nicht das eigentliche Thema. Wer diese Musik hört, versteht sie ohnehin. Mir geht es vielmehr darum, Wege zu finden, wie Menschen zusammenkommen und sich vernetzen können. Wie schafft man es, diesem Rechtsruck etwas entgegenzusetzen? Wenn wir nichts tun, wird diese Entwicklung einfach weitergehen, was glaube ich keiner wollen würde.

Entscheidend ist die Frage: Wie können wir uns miteinander verbinden? Welche Visionen haben die Menschen, die diese Entwicklung nicht akzeptieren wollen? Darum geht es mir. Um das, was wir schon besprochen haben: Banden bilden, zusammenkommen und Protest gemeinsam organisieren. Das ist die eigentliche Aufgabe dieses Albums. Wut ist im Moment eh gerade allgegenwärtig, die muss man nicht noch zusätzlich schüren.

Hamburg-magazin.de: Ist dieses Bedürfnis nach Zusammenhalt aus der politischen Entwicklung der vergangenen Monate und Jahre entstanden?

Marlo Grosshardt: Ja. Ich habe das Album geschrieben, als das Thema Wehrdienst zum ersten Mal wieder groß wurde – kurz nach der Bundestagswahl. Ich fand diese Zeit ziemlich gruselig. Mit genau diesen Gefühlen sind wir nach Portugal gefahren.

Von Anfang an war klar, dass das alles in dieses Album einfließen muss. Mein Wunsch ist, dass man das Album hört und sich danach motivierter fühlt – nicht mehr so hilflos. Beim Schreiben hat mir das jedenfalls geholfen.

Hamburg-magazin.de: Ist das Album also eher ein hoffnungsvoller Aufruf als eine Dystopie?

Marlo Grosshardt: Ich glaube, beides. Ich beschreibe die Dystopie und versuche, daraus einen hoffnungsvollen Aufruf zu machen.

Hamburg-magazin.de: Mit welchem Gefühl blickst du auf die Zukunft? Überwiegt die Sorge oder die Hoffnung?

Marlo Grosshardt: Beides. Einerseits ist da ein unglaublich mulmiges Gefühl. Andererseits – und eigentlich ist es traurig, dass es so weit kommen muss – werden die Verhältnisse für viele Menschen gerade so schwierig, dass dadurch auch die Chance auf Veränderung entsteht.

Ich glaube, dass die letzten zwanzig Jahre für viele privilegierte Menschen in Deutschland letztlich immer noch einigermaßen aushaltbar waren. Jetzt merkt man, wie groß die Belastung für viele geworden ist. Irgendwann wird klar werden, dass wir diesen Kurs nicht einfach die nächsten zwanzig Jahre fortsetzen können.

Deshalb ist es jetzt wichtig, die Weichen so zu stellen, dass die Entwicklung nicht in Richtung Rechtsextremismus und Faschismus geht, sondern wir endlich sinnvolle Lösungen finden. Der Weg dorthin wird schwierig, aber darin liegt meine Hoffnung.

Gleichzeitig erleben wir immer neue Hitzerekorde, die Klimakrise und so viele internationale Krisen wie lange nicht mehr. Das ist alles sehr beunruhigend. Ich kann jeden verstehen, der sich deshalb Sorgen macht – mir geht es genauso.

Hamburg-magazin.de: Hat sich dein Songwriting für dieses Album musikalisch oder textlich verändert?

Marlo Grosshardt: Textlich ist die Grundidee eigentlich dieselbe geblieben. Die Themen sind nur aktueller geworden. Manchmal nehme ich mir inzwischen auch bewusst einen Themenblock vor, wo ich nur ein Gefühl und keine Geschichte dazu habe, sondern einfach nur dieses Gefühl heraustrage. "Geschichte schreiben" zum Beispiel erzählt keine Handlung, sondern ist eher ein Aufruf oder eine Beobachtung der Welt, wie sie gerade ist.

Musikalisch hat sich dagegen einiges verändert. Ich habe gerade die Möglichkeit, diesmal keine Kompromisse einzugehen. Nach Portugal hatte ich den großen Luxus, mit einer großartigen Band zehn Tage lang im Toolhouse Studio zusammenarbeiten zu können. Ich selbst spiele auf dem Album kein einziges Instrument, aber ich finde, es klingt fantastisch. Daran haben unglaublich tolle Musikerinnen und Musiker mitgewirkt.

Ich bin besonders stolz darauf, wie toll dieses Album klingt. Ich habe das Gefühl, dass wir musikalisch alles umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten. Auch das Kaiser Quartett war dabei und hat die Streicher arrangiert. Das war für mich noch einmal ein großer musikalischer Schritt.

Spontanität ist Chance und Hürde zugleich

Hamburg-magazin.de: In einem Podcast hast du erzählt, dass du früher kaum Taktgefühl hattest. Hat sich das inzwischen geändert?

Marlo Grosshardt: Es ist besser geworden, aber noch längst nicht perfekt. Das ist wahrscheinlich gleichzeitig meine größte Stärke und mein größtes Defizit. Ich bin eigentlich gar kein klassisch musikalischer Mensch.

Ich mache das jetzt seit vier Jahren hauptberuflich, deshalb wird es von Tag zu Tag besser. Früher hatte ich wirklich überhaupt kein Taktgefühl, da mussten sich alle nach mir richten.

Heute ist daraus fast schon eine Kultur auf der Bühne geworden. Wir können sehr frei spielen und alles machen, was wir wollen. Wir müssen uns nicht strikt an den Klick halten, der auf unseren In-Ear-Monitoren läuft. Wir gucken, wie wir uns gerade fühlen, dann spielen wir den Song so schnell.

Hamburg-magazin.de: Das heißt, ihr geht auf der Bühne auch bewusst spontan mit der Stimmung des Abends mit?

Marlo Grosshardt: Ja, absolut. Das ist etwas, das mir immer wieder auffällt. Egal, auf welchen Festivals wir gerade spielen – es gibt nur noch sehr wenige Acts, die nicht mit einem Klick arbeiten. Das ist auch völlig verständlich, weil es unglaublich praktisch ist.

Ich will das gar nicht schlechtreden. Aber wir haben den großen Vorteil, dass wir sehr flexibel sein können. Wir können spontan entscheiden: Den Song spielen wir heute etwas anders, den Teil lassen wir weg oder wir verlängern einen Abschnitt, weil die Stimmung gerade so gut ist. Das ist alles möglich und das möchte ich nicht missen.

Marlo Grosshardt
Marlo Grosshardt, © Julia Tiemann

Die Beziehung zu den eigenen Songs

Hamburg-magazin.de: Gibt es auf dem neuen Album einen Song, der dir persönlich besonders viel bedeutet?

Marlo Grosshardt: Auf einer persönlichen Ebene sind es wahrscheinlich "Abenteuer" und "Du baust Träume". Den Song habe ich für meinen ehemaligen Manager geschrieben. Er hat die ersten drei Jahre mit mir zusammengearbeitet und wir haben uns im vergangenen Jahr im Guten getrennt. Beim Schreiben habe ich gemerkt, wie viel Dankbarkeit ich für diesen Menschen empfinde. Ohne ihn wäre das alles so nicht möglich gewesen.

Marlo Grosshardt: Genau. "Du baust Träume" und "Abenteuer" sind für mich die persönlichsten Songs. Da ist die Aufregung vor Live-Auftritten auch noch einmal besonders groß.

Aber auch "Parallelwelt" bedeutet mir viel. Ich habe einen türkischen Stiefopa und wir waren früher oft in Istanbul. Auf Flohmärkten haben wir CDs gekauft, auf einer davon war das Lied "Şiki Şiki Baba". Den ganzen Sommer über bin ich mit meinem wirklich schrecklichen deutschen Akzent durch die Türkei gelaufen und habe das gesungen. Die Leute haben mich dabei immer sehr freundlich geliebäugelt.

Vor Kurzem haben wir dieses Lied wiederentdeckt und fanden es so großartig, dass wir vom Kočani Orkestar etwas herausgesampelt haben. Daraus habe ich den unfassbar schönen Song "Parallelwelt" geschrieben.

Ich glaube aber, als Künstler sollte man eigentlich jeden Song auf seinem Album gut finden. Ich verstehe immer nicht, wenn jemand sagt: "Die drei Songs hätte ich eigentlich gar nicht gebraucht." Dann hätten sie es doch gar nicht aufs Album geschafft. Deshalb mag ich tatsächlich alle Songs sehr und freue mich immer, sie zu hören.

Hamburg-magazin.de: Gibt es trotzdem Lieder, die es nicht aufs Album geschafft haben und denen du ein wenig nachtrauerst?

Marlo Grosshardt: Ja, tatsächlich. Ich hatte im Frühjahr etwas Zeit und habe wieder geschrieben. Dabei ist ein Song entstanden, der unfassbar gut auf dieses Album gepasst hätte.

Das Album ist natürlich längst fertig, aber wir überlegen gerade, wie wir das lösen. Vielleicht schieben wir ihn später noch nach oder spielen ihn live.

Es gibt immer wieder Songs, bei denen man denkt: Eigentlich sind sie wunderschön, aber sie haben es aus irgendeinem Grund nicht auf ein Album geschafft.

Hamburg bleibt Heimat

Hamburg-magazin.de: Du hast vorhin erzählt, dass du häufig in Hamburg unterwegs bist. Du bist hier aufgewachsen – beziehungsweise seit deiner Kindheit hier zu Hause. Was bedeutet dir die Stadt?

Marlo Grosshardt: Ich bin zwar am Bodensee geboren – das darf ich als Hamburger eigentlich gar nicht so laut sagen –, aber seit ich sieben Jahre alt bin, lebe ich in Hamburg. Deshalb ist das ganz klar meine Heimat.

Was ich an Hamburg liebe, ist, dass es eine Großstadt ist und sich trotzdem wie ein Dorf anfühlt. Ich muss im Moment oft nach Berlin und freue mich jedes Mal, wenn ich wieder nach Hamburg zurückkomme. Berlin überfordert mich einfach.

In Hamburg hat man das Gefühl, sich auszukennen. Man kennt die Ecken, die Menschen und fühlt sich schnell zu Hause. Genau das mag ich an der Stadt. Deshalb kann ich mir auch kaum vorstellen, irgendwann woanders zu leben.

Hamburg-magazin.de: Hast du eine Lieblingsecke in Hamburg?

Marlo Grosshardt: Das wechselt immer. Eine Zeit lang war ich gern in der Schanze unterwegs, mittlerweile gefällt mir Ottensen besser – oder generell die Ecke Altona/Ottensen.

Ich mag an Hamburg, dass man mit dem Fahrrad oder zu Fuß eigentlich überall gut hinkommt. Man muss sich gar nicht groß festlegen, sondern nur überlegen, wo man heute hingehen möchte. Das finde ich schön.

Hamburg-magazin.de: Du hast auch den Song "Jungfernstieg" geschrieben. Was verbindest du mit diesem Ort?

Marlo Grosshardt: Damals bin ich regelmäßig über den Jungfernstieg zum Popkurs gefahren. Dort habe ich einen Musiker:innenkurs gemacht und später auch meine Band kennengelernt.

Drei Wochen lang bin ich jeden Tag dort entlanggefahren. Hinter dem Rathaus stehen diese Häuser mit den großen Säulen, und dort haben immer Menschen Fotos gemacht. Für mich war das damals total ungewohnt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dort Fotos zu machen – inzwischen muss ich das leider selbst manchmal. (lacht)

Der Jungfernstieg steht für mich auch für diese sehr wohlhabende und touristische Seite Hamburgs. Das ist nicht unbedingt die Seite der Stadt, die ich am spannendsten finde. Daraus ist damals der Song entstanden. Er ist inzwischen schon ziemlich alt, aber wir spielen ihn immer noch gelegentlich, weil er einfach Spaß macht.

Hamburg-magazin.de: Apropos Jungfernstieg: Findest du dort inzwischen den richtigen Ausgang?

Marlo Grosshardt: Nein. (lacht) Aber das ist auch gar nicht mein Anspruch. Ich nehme einfach irgendeinen Ausgang und schaue, wo ich lande.

Das mache ich eigentlich an allen U- und S-Bahnhöfen, die ich nicht gut kenne. Bevor ich versuche herauszufinden, welcher Ausgang der richtige ist, gehe ich einfach irgendwo hoch und orientiere mich dann draußen neu.

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Das besondere Konzertfeeling und die Liebe zum Fußball

Hamburg-magazin.de: Wenn du dir in Hamburg unabhängig von Kosten, Größe oder Kapazität eine Konzertlocation aussuchen könntest – wo würdest du am liebsten einmal spielen?

Marlo Grosshardt: Im Millerntor-Stadion. Wir haben mit Bosse schon in der Barclays Arena gespielt und das Volksparkstadion kommt für mich grundsätzlich nicht in Frage. Viele tolle Clubs durfte ich schon kennenlernen. Das Mojo finde ich großartig, und mein Lieblingsclub bleibt wahrscheinlich die Hebebühne. Dort haben wir ganz am Anfang drei Konzerte gespielt, bevor wir irgendwann zu groß dafür wurden.

Aber das Millerntor ist schon ein Traum. Für mich ist das das schönste Stadion Hamburgs. Gleichzeitig ist der Stadtpark für uns schon etwas völlig Verrücktes. Hamburg hat einfach das Glück, unglaublich viele schöne Konzertorte zu haben.

Hamburg-magazin.de: Dann bist du also eindeutig St.-Pauli-Fan?

Marlo Grosshardt: Ja, das ist klar.

Hamburg-magazin.de: Gibt es da noch eine Rivalität mit HSV-Fans?

Marlo: Mittlerweile ist das zum Glück ziemlich entspannt. In der Schulzeit war das deutlich schlimmer. Heute kann ich sogar mit HSV-Fans befreundet sein – solange es nicht um Fußball geht. (lacht)

Hamburg-magazin.de: Ist ein Konzert in Hamburg für dich etwas Besonderes im Vergleich zu anderen Städten?

Marlo: Das hätte ich früher gar nicht gedacht, weil ich die Menschen hier ja genauso wenig persönlich kenne wie in Berlin oder Wuppertal. Aber in Hamburg spielen wir immer unsere größten Konzerte. Man merkt einfach, wie sehr sich hier alles entwickelt hat.

Natürlich ist es etwas Besonderes, weil Familie und Freunde dabei sind. Gleichzeitig spielen wir in Hamburg inzwischen immer in so großen Venues, dass jedes Konzert für uns ein Meilenstein ist. Allein die Vorstellung, im Stadtpark vor 4.000 Menschen zu spielen, ist für uns immer noch kaum zu glauben.

Oft heißt es ja, das Hamburger Publikum sei eher zurückhaltend. Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Unser Konzert in der "Großen Freiheit 36" war vergangenes Jahr das verrückteste der ganzen Tour. Nach dem Konzert in der "Großen Freiheit 36" haben die Leute noch etwa eine halbe Stunde weitergesungen, bis sie aus dem Club mussten. Unser Tontechniker kam irgendwann gar nicht mehr zurück zur Bühne, weil Moshpits entstanden sind und alle unsere Lieder weitergesungen haben. So etwas haben wir in keiner anderen Stadt erlebt. Deshalb fühlt sich ein Heimspiel immer besonders an.

Hamburg-magazin.de: Was geht dir durch den Kopf, wenn du auf der Bühne stehst und tausende Menschen deine Songs mitsingen?

Marlo Grosshardt: Das ist natürlich ein wunderschönes Gefühl. Wichtig ist für mich aber, dass die Menschen nicht mich feiern, sondern die Idee hinter der Musik. Wenn man das zu sehr auf die eigene Person bezieht, wird man irgendwann verrückt.

Es geht darum, Kunst zu schaffen, die den Menschen hilft. Live zu erleben, dass das tatsächlich funktioniert, ist das Schönste daran. In solchen Momenten versteht man, warum man das alles macht.

Gerade bei Konzerten, die für uns Meilensteine sind, versucht man, jeden Moment aufzusaugen.

Hamburg-magazin.de: Hamburg wird oft als "Tor zur Welt" bezeichnet. Fühlt sich die Stadt für dich so an oder ist sie manchmal auch eher verschlossen?

Marlo Grosshardt: Ich glaube, das fällt mir gar nicht so auf, weil ich selbst auch gern mal für mich bin. Vielleicht gehört das auch ein bisschen zur Hamburger Mentalität. Trotzdem würden uns allen im Moment wahrscheinlich ein paar offenere Augen und offene Arme guttun.

Zwischen Songwriting und Verantwortung

Hamburg-magazin.de: Lass uns noch einmal über deinen Schreibprozess sprechen. Hast du beim Songschreiben dein Publikum im Kopf oder schreibst du zunächst einmal nur für dich?

Marlo Grosshardt: Ich würde sagen, ich schreibe erst einmal nur für mich. Oft beginnt es mit einer Melodie oder ein paar Akkorden, die etwas in mir auslösen. Dann schaue ich einfach, was daraus entsteht.

Wie die Songs bei den Menschen ankommen, merke ich meistens erst nach einem Album. Wenn die ersten Stücke veröffentlicht sind, sehe ich, was funktioniert und wie die Leute darauf reagieren. Das nimmt man natürlich mit in den nächsten Schreibprozess. Vielleicht denkt man das dann an der einen oder anderen Stelle etwas mehr mit. Aber grundsätzlich schreibe ich erst einmal für mich.

Hamburg-magazin.de: Hast du beim Schreiben manchmal schon das Gefühl, welcher Song später besonders gut funktionieren wird?

Marlo Grosshardt: Eigentlich nicht. Ich habe nur gelernt, dass es Songs gibt, die einem zufliegen. Man sitzt nicht bewusst da und denkt: "Jetzt schreibe ich einen Song über dieses Thema." Stattdessen kommt einem beim Fahrradfahren oder irgendwo unterwegs plötzlich eine Idee. Diese Songs entstehen fast von allein.

Natürlich gibt es auch Lieder, die ganz bewusst entstehen. "Geschichte schreiben" war zum Beispiel so ein Song. Aber "Oma", "Astronaut" oder "Liebeslied" sind mir einfach zugeflogen.

Ich glaube, das Wichtigste ist, viel zu erleben und offen dafür zu sein. Wenn man krampfhaft nach einem Song sucht, wird es meistens schwieriger. Wenn er von selbst kommt, wird er oft besser.

Hamburg-magazin.de: "Oma" war der Song, mit dem du weit über deine bisherige Hörerschaft hinaus bekannt geworden bist. Wie hast du den Moment erlebt, als der Song plötzlich viral ging?

Marlo Grosshardt: Das war sogar erst etwa neun Monate nach der Veröffentlichung. Natürlich war es schön zu sehen, aber gleichzeitig fiel das genau in die Zeit, in der "Geschichte schreiben" entstand. Das war kurz vor der Bundestagswahl und ich fand diese Zeit ehrlich gesagt ziemlich gruselig.

An dem Wochenende, an dem der Song groß geworden ist, hat mich plötzlich Robert Habeck angerufen. Er war damals mitten im Wahlkampf, völlig aufgewühlt und wollte sich für den Song bedanken. Ich dachte nur: " Oh Gott, oh Gott, was ist jetzt hier los?"

Am nächsten Tag lief das Lied dann auch noch im Millerntor-Stadion. Natürlich habe ich mich gefreut, aber gleichzeitig auch Angst bekommen, weil ich für manche Menschen auf einmal zu einem Gesicht dieser politischen Zeit wurde. Das klingt größer, als es wahrscheinlich war, aber genau so hat es sich angefühlt.

Es war dann sehr viel Verantwortung, ich konnte mich damals gar nicht richtig darüber freuen, weil ich die Stimmung insgesamt so bedrückend fand und niemand wusste, wie die Bundestagswahl ausgehen würde.

Jetzt im Nachhinein ist es natürlich fantastisch, wenn Chöre das Lied singen oder es auf Demonstrationen gespielt wird. Es macht mich natürlich stolz, dass man einen Song geschrieben hat, der Menschen etwas gibt.

Hamburg-magazin.de: Hat dieser Erfolg auch deinen Blick auf die Verantwortung verändert, die mit deiner Musik verbunden ist?

Marlo Grosshardt: Ein Stück weit schon. Heute hören einfach mehr Menschen zu und deshalb überlegt man noch genauer, was man ihnen mitgeben möchte.

Andererseits war mir das auch vorher schon wichtig. Ich habe mir schon immer Gedanken darüber gemacht, welche Botschaft ich vermitteln möchte. Heute ist dieser Gedanke einfach noch etwas präsenter.

Hamburg-magazin.de: Du hast erzählt, dass Robert Habeck dich damals angerufen hat. Wie kam es dazu?

Marlo Grosshardt: Das kam völlig aus dem Nichts. Er hatte den Song gehört und sein Medienteam gebeten, den Kontakt herzustellen, weil er sich bedanken wollte.

Ich dachte mir: Warum nicht? Mit dem damaligen Vizekanzler zu telefonieren, da habe ich jetzt nichts gegen.

Es war kein riesiger Moment, aber spannend zu sehen, was Musik auslösen kann und mit welchen Menschen man dadurch plötzlich in Kontakt kommt. Ich bin jetzt nicht der größte Robert-Habeck-Fan, aber ich glaube auch nicht, dass er der Welt etwas Böses will. Deshalb war es einfach ein interessantes und angenehmes Gespräch.

Sollte Musik politisch sein?

Hamburg-magazin.de: Manche sagen, Musik sollte unpolitisch sein. Wie siehst du das?

Marlo Grosshardt: Ich sehe das anders. Ich glaube schon, dass Kunst eigentlich nie unpolitisch sein kann, weil sie immer auch von politischen Zwängen abhängig ist.

Allein die Tatsache, dass wir Musik machen und veröffentlichen können, ohne uns Gedanken darüber machen zu müssen, ob sie verboten wird, ist bereits etwas Politisches.

Natürlich muss jede Künstlerin und jeder Künstler selbst entscheiden, worüber sie oder er schreiben möchte. Das will ich niemandem vorschreiben.

Ich glaube aber, dass politische Kunst wichtig ist, um Gedanken anzustoßen, Menschen zusammenbringen und sie in ihrer Haltung bestärken. Deshalb braucht es politische Musik, aber nicht jede Künstlerin und jeder Künstler muss politische Musik machen.

Hamburg-magazin.de: Haben Menschen des öffentlichen Lebens ab einer gewissen Reichweite aus deiner Sicht auch eine Verantwortung, sich politisch zu positionieren?

Marlo Grosshardt: Das muss letztlich jede und jeder für sich selbst entscheiden. Ich freue mich aber natürlich, wenn sich jemand wie Helene Fischer klar gegen die AfD positioniert.

Solche Künstlerinnen und Künstler erreichen Menschen, die sich vielleicht noch gar nicht intensiv mit Politik beschäftigt haben oder sich außerhalb politischer Bubbles bewegen. Deshalb freue ich mich immer, wenn Menschen sich politisch äußern.

Am Ende muss das jeder selbst entscheiden. Aber wenn man diese Sorgen in sich trägt und gleichzeitig eine große Reichweite hat, finde ich es wichtig und gut, Menschen damit anzustecken.

Hamburg-magazin.de: Wann merkst du, dass ein politisches Thema das Potenzial für einen Song hat?

Marlo Grosshardt: Immer dann, wenn mich etwas extrem beschäftigt, besorgt oder motiviert. Ich schreibe grundsätzlich aus meinen Gefühlen heraus.

Wenn ein politisches Thema etwas in mir bewegt, kann ich darüber schreiben. Genauso kann das aber auch mit einer persönlichen Geschichte passieren.

Marlo Grosshardt von der Seite
Marlo Grosshardt, © Julia Tiemann

Wenn Musik Menschen bewegt

Hamburg-magazin.de: Mit "Astronaut" hast du deine eigene Krankheitsgeschichte aus der Kindheit verarbeitet. Das ist ein sehr persönlicher Song. Wie fühlt es sich an, so etwas mit der Öffentlichkeit zu teilen?

Marlo Grosshardt: Das Schönste ist, dass viele Menschen ihre eigene Geschichte darin wiederfinden. Auf Konzerten merke ich oft, dass die Leute gar nicht genau wissen, worum es in dem Song eigentlich geht – und das müssen sie auch gar nicht. Es geht vielmehr um das Gefühl, wie Familien sich in schwierigen Situationen untereinander unterstützen können.

Viele kommen nach den Konzerten zu mir und erzählen ihre eigene Geschichte. Manche kommen sogar durch den Song als Familie gemeinsam zum Konzert, erinnern sich an diese Zeit und sagen sich gegenseitig Danke. Ich finde es unglaublich schön, dass das dieser Song geschafft hat.

Hamburg-magazin.de: Ist "Astronaut" für dich auch einer deiner emotionalsten Songs?

Marlo Grosshardt: Ja, auf jeden Fall. Natürlich haben wir den Song inzwischen sehr oft gespielt und ich könnte ihn wahrscheinlich im Schlaf spielen. Trotzdem ist er jeden Abend besonders.

Seit Kurzem haben wir außerdem zwei Streicherinnen dabei, wodurch der Song noch einmal eine ganz andere emotionale Wirkung bekommen hat.

Beim Schlossgrabenfest war ich richtig überrascht. Ich habe noch nie so viele Menschen im Publikum weinen sehen. Das passiert oft bei "Oma" und bei "Astronaut", aber an diesem Abend war es besonders intensiv.

Gerade deshalb bleiben diese Songs für mich etwas Besonderes, obwohl man sie so oft spielt, weil man jedes Mal sieht, was sie bei den Menschen auslösen.

Hamburg-magazin.de: Fällt es dir in solchen Momenten schwer, selbst nicht emotional zu werden?

Marlo Grosshardt: Ich habe neulich einen Podcast mit Campino gehört. Er hat erzählt, dass er sich bewusst verbietet, auf der Bühne mitzuweinen, weil das schnell zu sehr auf die Tränendrüse drücken würde. Das kann ich gut nachvollziehen.

Ich selbst möchte auf der Bühne den Song erzählen und beobachten, was er beim Publikum auslöst. Wenn ich zu sehr selbst darin aufgehe, würde sich das für mich komisch anfühlen, aber wenn es passiert, ist das natürlich auch okay,

Aber wir spielen den Songs auch circa fünfzig bis sechzig Mal im Jahr. Da wäre es wahrscheinlich seltsam, wenn ich jedes Mal weinen würde.

Hamburg-magazin.de: Verändert sich dadurch auch die Beziehung zu den eigenen Songs? Werden sie mit der Zeit automatisierter?

Marlo Grosshardt: Natürlich. Irgendwann kennt man einen Song so gut, dass man währenddessen auch an ganz andere Dinge denken kann. Das geht wahrscheinlich allen Künstlerinnen und Künstlern so.

Man überlegt zum Beispiel schon, was als Nächstes auf der Setlist kommt oder welche Ansage man gleich machen möchte.

Es gibt aber auch Abende, an denen man besonders präsent ist. Dann geht man den Text noch einmal ganz bewusst durch und lässt sich den Subtext nochmal durch den Kopf rattern.

Aber ich glaub nach außen merkt man beides nicht wirklich. Der Song kommt nach außen immer gleich an – unabhängig davon, was in meinem Kopf gerade passiert.

Hamburg-magazin.de: In den nächsten Wochen stehen viele Konzerte an, bei denen ihr das neue Album zum ersten Mal live präsentiert. Mit welchem Gefühl blickst du auf diese Tour?

Marlo Grosshardt: Wir starten nächste Woche mit den Proben und ich freue mich riesig darauf. Neue Songs live zu spielen, macht immer am meisten Spaß und ist immer am spannendsten. Einige Stücke vom Album spielen wir bereits live und das fühlt sich schon jetzt großartig an.

Vor allem empfinde ich viel Demut. Gerade in einer Zeit, in der es nicht leicht ist, von Musik zu leben, haben wir das Glück, jedes Jahr vor mehr Menschen spielen zu dürfen und dass das Publikum immer wiederkommt. Da bin ich sehr dankbar für.

Diese Tour ist für uns wirklich riesig. Nach nur vier Jahren in so vielen großen und wunderschönen Clubs spielen zu dürfen, ist alles andere als selbstverständlich. Ich freue mich darauf, die neuen Songs endlich live zu erleben und zu sehen, wie das Album bei den Menschen ankommt.

Hamburg-magazin.de: Zum Abschluss eine hypothetische Frage: Wenn dich in zehn Jahren nur noch ein Song repräsentieren dürfte – welcher wäre das?

Marlo Grosshardt: Wenn ich nur noch einen Song spielen dürfte, wäre das "Partisanen". Der Song besitzt für mich alles. Er ist ruhig, er ist laut und man könnte ihn wahrscheinlich vier Stunden spielen, ohne dass er langweilig wird. "Partisanen" ist ein fantastisches Lied. Das könnte ich mein ganzes Leben spielen.

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Über Marlo Grosshardt

Marlo Grosshardt (* 2001) ist Singer-Songwriter aus Hamburg. Mit Songs wie "Astronaut“, "Partisanen" und "Oma" hat er sich als eine der prägenden Stimmen einer jungen Generation deutschsprachiger Liedermacher etabliert. Seine Musik verbindet persönliche Geschichten mit gesellschaftspolitischen Themen.

Am 14. August 2026 erscheint sein drittes Album "Bildet Banden". Darauf setzt sich Grosshardt mit gesellschaftlichem Zusammenhalt, politischer Verantwortung und Hoffnung in Krisenzeiten auseinander. Im September macht seine gleichnamige Tour auch Station beim Stadtpark Open Air in Hamburg.

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