Liedstadt bringt Gesang nach Hamburg

Wenn eine ganze Stadt zur Bühne wird: Liedstadt Hamburg geht vom 26. September bis 10. Oktober 2026 in die zweite Runde. Rund zwanzig Konzerte, über fünfzig Miniaturkonzerte und Spielorte von der Elbphilharmonie bis zum Club KNUST machen die menschliche Stimme zum Star.

Viele Zuschauende stehen bei Liedstadt Hamburg im Kreis um einen Musiker.
Liedstadt Hamburg, © Sebastian Madej
Wann? Samstag, 26. September bis Samstag, 10. Oktober 2026
Wo? verschiedene Orte in der Stadt
Eintritt: variiert je nach Veranstaltung

Was ist Liedstadt?

Liedstadt ist ein genreübergreifendes Festival rund um die menschliche Stimme. Konzertsaal trifft auf Club-Kultur, klassischer Liedgesang auf Musical, Soul, Jazz, Lyrik, Literatur und Tanz. Das Festival verwandelt besondere Locations in atmosphärische Konzertorte und schafft Begegnungen zwischen Menschen, Kunstformen und unterschiedlichen Erfahrungswelten.

Die Idee entstand 2023, als Tenor Julian Prégardien, Art-Direktorin Cate Pisaroni und Kulturmanager Kian Jazdi von einem wandernden Lied-Festival träumten. Im Oktober 2024 wurde die Vision Wirklichkeit: Die erste Ausgabe in Hamburg zählte über 100 Veranstaltungen, rund 130 Künstler und mehr als 7.500 Besucher. Seitdem reist Liedstadt durch den deutschsprachigen Raum – von Salzburg über Leipzig und Weimar bis nach Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Limburg an der Lahn.

Liedstadt Hamburg 2026

Nach dem erfolgreichen Debüt 2024 kehrt Liedstadt vom 26. September bis 10. Oktober 2026 nach Hamburg zurück. Im Zentrum steht der Liederzyklus "Fields of Wonder" von Robert Owens über Gedichte des afroamerikanischen Schriftstellers und Bürgerrechtlers Langston Hughes. Die Gedichte ziehen sich als programmatischer Faden durch alle Konzerte.

Hughes gehörte als Mitbegründer der "Harlem Renaissance" zu jenen Künstlern, die sich zeitlebens für die Anerkennung afroamerikanischer Kunst und Kultur einsetzten. Seine Texte handeln von Liebe, Freundschaft, Natur, Glaube – aber auch von existenziellen Krisen und Rassismus. Jedem Konzert liegt ein Hughes-Gedicht zugrunde, das die Musikauswahl thematisch beeinflusst.

Das vollständige Programm ist auf der Website veröffentlicht. Tickets sind ausschließlich online erhältlich.

Spielorte quer durch die Stadt

Liedstadt bespielt Hamburgs vielfältigste Bühnen – von renommierten Konzerthäusern bis zu Stadtteilzentren. Die Bandbreite der Spielorte macht das Festival einzigartig:

  • Elbphilharmonie (Kleiner Saal)
  • Laeiszhalle (Großer Saal)
  • KNUST
  • Michel-Krypta in der Hauptkirche St. Michaelis
  • Halle 424
  • TONALi Saal
  • Rolf-Liebermann-Studio
  • Resonanzraum
  • Brakula Bramfeld
  • Mendelssohn-Saal der HfMT Hamburg
  • Ein geheimer Ort auf St. Pauli

Darüber hinaus bringt Liedstadt Musik in die Stadtteilschule Wilhelmsburg, in Kindertagesstätten und soziale Einrichtungen. So wirkt das Festival weit über den klassischen Konzertsaal hinaus in die Stadtgesellschaft hinein.

Hochkarätige Künstler

Das Lineup rund um Festival-Gründer Julian Prégardien ist erstklassig besetzt. Mit dabei sind unter anderem Bariton Thomas Hampson, Pianist Sir András Schiff, Dirigent und Akkordeonist Omer Meir Wellber, Tenor Christoph Prégardien, Countertenor Nils Wanderer, Sopranistin Julia Kleiter und Mezzosopranistin Valerie Eickhoff.

Auch Hamburger Ensembles spielen eine tragende Rolle: Das Ensemble Resonanz, ein Kammermusikensemble des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und das NDR Vokalensemble sind mit von der Partie. Für eine überraschende Note sorgt die Hamburger Rapperin Älice, die auf Christoph Prégardien trifft und eigene Vertonungen der Hughes-Gedichte präsentiert.

Artist-in-Residence ist der Choreograf Andreas Heise. Er bereichert drei Konzerte um eine körperliche Dimension und tritt an einem Abend in der Halle 424 selbst als Tänzer auf.

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Programm-Highlights

"Fields of Wonder" in der Elbphilharmonie

Das Herzstück des Festivals ist die vollständige Aufführung von Robert Owens' Liederzyklus "Fields of Wonder" am 3. Oktober 2026 im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Thomas Hampson singt, begleitet vom Rothko String Quartet. Ergänzt wird das Programm durch Werke von Leonard Bernstein sowie den Komponistinnen Margaret Bonds und Florence B. Price. Choreograf Andreas Heise verleiht der Musik körperlichen Ausdruck.

Brahms in der Laeiszhalle

Am 5. Oktober 2026 gestalten Sir András Schiff, Julian Prégardien und Julia Kleiter einen reinen Brahms-Abend im Großen Saal der Laeiszhalle. Neben Liedern des Hamburger Komponisten erklingen die drei Intermezzi op. 117 für Klavier solo.

Closing im KNUST

Das Festival endet am 10. Oktober 2026 im KNUST mit "Masquerade – A Parody of Paradise". Countertenor Nils Wanderer und Pianist Kunal Lahiry treten gemeinsam mit dem Ensemble Resonanz auf. Auszüge aus "Fields of Wonder" treffen auf Lieder von Britten, Vaughan Williams und Quilter. Danach steigt die Afterparty mit DJ YAZMO.

Vermittlung und Teilhabe

Liedstadt engagiert sich weit über die Bühne hinaus. Im Rahmen des Vermittlungsprogramms LiedSTART besuchen Künstler die Stadtteilschule Wilhelmsburg und treten durch interaktive Workshops mit Schülern in Kontakt. Musikvermittlerin Selina Pilz hat bereits im Vorfeld mit der Klasse 10d ein eigenes Konzertprogramm entwickelt, das am 28. September 2026 im TONALi Saal aufgeführt wurde.

Studierende der international summer academy (isa) der Wiener Musikhochschule bieten am 7. Oktober 2026 kostenlose Wohnzimmerkonzerte an. Am 8. Oktober 2026 präsentieren sie im TONALi Saal ein Programm, das während der Sommerakademie im Juli 2026 entstand.

Förderung und Organisation

Hinter Liedstadt steht die gemeinnützige Liedstadt gUG mit Sitz in Limburg an der Lahn. Die Geschäftsführung liegt bei Julian Prégardien und Kian Jazdi.

Liedstadt Hamburg wird 2026 von der ZEIT Stiftung Bucerius, der Claussen-Simon-Stiftung, der Hamburgischen Kulturstiftung und der Behörde für Kultur und Medien gefördert.

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