Von Hamburg nach Hollywood

Der 25-jährige Hamburger Komponist Sebastian Winter studiert momentan an der renommierten Juilliard School in New York. Zielstrebig verfolgt er hierbei seinen großen Traum, in einigen Jahren den Oscar für die beste Filmmusik zu gewinnen. 

David Childs (Architekt des One World Trade Centers) und Sebastian Winter (Komponist der World Trade Center Symphonie) im Architekturbüro von Skidmore, Owings und Merrill
David Childs (Architekt des One World Trade Centers) und Sebastian Winter (Komponist der World Trade Center Symphonie) im Architekturbüro von Skidmore, Owings und Merrill

Der im Hamburger Stadtteil Rahlstedt aufgewachsene Sebastian Winter hat schon früh gemerkt, dass es ihn nach Hollywood zieht. Seine ersten öffentlichen musikalischen Gehversuche absolvierte er auf der Internet-Plattform YouTube, wo er für seine Musik über fünf Millionen Aufrufe erhielt. Sein mit fast 1,5 Millionen Aufrufen meistgeklicktes Video ist eine Eigeninterpretation des Songs "You'll Be In My Heart" von Musik-Ikone Phil Collins aus dem Film "Tarzan".

Bereits wenige Monate nach Beginn seiner YouTube-Laufbahn wagte der damals 15-jährige den Sprung nach Los Angeles. Dort nahm ihn sein Mentor, der ehemalige Basketballprofi und Schauspieler Bradford Wright, unter seine Fittiche. Wright, der unter anderem für die New York Knicks und die US-Amerikanische Basketball-Nationalmannschaft auflief und in TV-Sendungen wie "X-Factor: Das Unfassbare" mitspielte, ermöglichte Winter erste wertvolle Einblicke in die Welt von Hollywood. 

Nachdem Winter in seine Hamburger Heimat zurückkehrte, um sein Abitur zu absolvieren, hat ihn die Realität schnell eingeholt: Ein erfolgreicher Werdegang als Komponist mag womöglich herausfordernder sein, als bislang angenommen. Seine Bewerbungen auf einen Studienplatz an den britischen Elitekonservatorien wurden ausnahmslos abgelehnt. "Doch es gab nie einen Plan B", sagte Winter über seine damalige Ausgangssituation. "Mit dem klaren Ziel im Kopf, eines Tages den Oscar zu gewinnen, konnten mir selbst temporäre Hindernisse die Sicht hierauf nicht versperren." Tatsächlich hat Winter durch Ehrgeiz und Zielstrebigkeit schon im darauffolgenden Jahr einen Studienplatz am Royal Northern College of Music in Manchester zugesprochen bekommen.

Nach den anfänglichen Widrigkeiten hat sich der gebürtige Hamburger auf die Reise einer bisher steilen Karriere begeben: Nur neun Monate nach Beginn seines Bachelorstudiums in Manchester absolvierte Winter ein Praktikum in Hans Zimmers Studio im kalifornischen Santa Monica, in dem bereits Filmmusiken wie "Der König der Löwen" und "Fluch der Karibik" entstanden sind. Wiederum ein Jahr später konnte Winter zum ersten mal seinen Namen im Abspann eines Hollywood Blockbusters finden: Im Team des britischen Komponisten Benjamin Wallfisch arbeitete Winter als Assistenz-Orchestrator an der Filmmusik für den Film "Hellboy".

Parallel zu seinem Studium und seiner Arbeit in der Filmmusikbranche setzte sich Winter ein weiteres Ziel: "Schon während meines ersten Besuchs in New York habe ich mich in das neue World Trade Center, den sogenannten Freedom Tower, verliebt. Ich konnte mir nichts Schöneres vorstellen, als mit den Architekten des 541-Meter-hohen Gebäudes zusammenzuarbeiten und eine Symphonie über dessen Entstehungsgeschichte zu komponieren". In den vergangenen drei Jahren hat Winter entschlossen auf dieses Ziel hingearbeitet und steht nun kurz vor der Vollendung dieser Symphonie, die er in Zusammenarbeit mit der New York Times-Bestseller-Autorin Judith Dupré, dem Architekten David Childs und dem Master-Planner Daniel Libeskind komponierte.

"Mein Dank gilt unter anderem dem amerikanischen Dirigenten Alan Gilbert, der seit September 2019 das NDR Elbphilharmonie Orchester leitet. Maestro Gilbert hat sich im Dezember desselben Jahres die Zeit genommen, mir während eines persönlichen Treffens einige seiner wertvollen Erfahrungen bezüglich der musikalischen Welt rundum New York mitzugeben, die meiner World Trade Center Symphonie weitere Authentizität verliehen hat."

Winters großes Idol in der Filmmusik ist der amerikanische Komponist John Williams. Für viele Jahre hat Winter den Traum verfolgt, eines Tages in Williams' Fußstapfen zu treten und an der renommierten Juilliard School, dem vielleicht besten Konservatorium der Welt, zu studieren. Im vergangenen September hat sich der Hamburger Komponist diesen Traum erfüllt und studiert seither unter der Leitung des Oscar- und mehrfachen Grammy-gewinnenden Komponisten John Corigliano an der Juilliard School in New York. Winter beschreibt Corigliano zugleich als "wichtigsten lebenden Komponisten der amerikanischen Konzertmusik" sowie als "grandiosen Kompositionslehrer, der meine musikalische Vision erkennt und hilft, diese zu verwirklichen".

Vor zehn Jahren komponierte Corigliano das Stück One Sweet Morning, das am zehnten Jahrestag des 11. Septembers von der New Yorker Philharmonie unter der Leitung des damaligen Dirigenten Alan Gilbert uraufgeführt wurde. Winter hofft, dass seine eigenen Symphonie in den Wochen rundum den zwanzigsten Jahrestag des 11. Septembers im neuen World Trade Center aufgeführt werden kann, insofern die COVID-bedingten Umstände dies zulassen. 

Neben seinen Ambitionen, den Oscar für die beste Filmmusik zu gewinnen, verspürt Winter auch den Wunsch, eines Tages ein Stück für das NDR Elbphilharmonie Orchester komponieren zu dürfen: "Aufgrund meiner tiefen Verbundenheit zu meiner Heimatstadt sowie meiner Faszination für die Elbphilharmonie würde sich mit dem Erklingen meiner Musik im Großen Saal ein Kindheitstraum erfüllen".

 
 
 
 
 
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Testimonial:

David Childs (Architekt des One World Trade Centers): Sebastian Winter hatte die fantastische Idee, eine World Trade Center Symphonie zu komponieren. Sie wird denjenigen gedenken, die am 11. September 2001 ihr Leben verloren haben und wird darüber hinaus die Widerstandsfähigkeit New Yorks hervorheben. Winters außergewöhnliches Talent und großes Engagement wird seine World Trade Center Symphonie mit Sicherheit zu einem großen Erfolg machen.

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